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Fussball

FC Bayern München - Greuther Fürth 4:1: Dank Lewandowski! Wacklige Bayern drehen Spiel gegen Fürth

Von Johannes Ohr
Erzielte gegen Fürth seine Saisontore 27 und 28: Bayern Münchens Robert Lewandowski.

Der FC Bayern München hat am 23. Spieltag der Bundesliga gegen Greuther Fürth 4:1 (0:1) gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann kam gegen den frechen Tabellenletzten mit einem blauen Auge davon, hatte zunächst große Mühe mit den Gästen. Nach der Pause steigerte sich der Rekordmeister erheblich.

Branimir Hrogota (42.) brachte die Gäste in Führung, Robert Lewandowski (46./82.), Eric Choupo-Moting (90.+1) und ein Eigentor von Sebastian Griesbeck (61.) sorgten für den ersten Münchener Sieg seit drei Spielen.

"Mit der ersten Halbzeit können wir gar nicht zufrieden sein", sagte Doppeltorschütze Lewandowski nach dem Spiel und führte aus: "Wir haben viel zu langsam gespielt und die falsche Entscheidung getroffen. In der zweiten Halbzeit war es offensiv viel besser. Wir haben unseren Fußball gespielt. In diese Richtung müssen wir gehen." In den kommenden zwei Wochen gelte es, die Kritikpunkte anzusprechen und zu verbessern. "Da können wir unsere Form aufbauen", erklärte der Pole mit Blick auf das Achtelfinal-Rückspiel gegen RB Salzburg am 8. März.

Nagelsmann nannte ähnliche Gründe für die schwache erste Hälfte. Das Ziel sei es gewesen, die Spieler mit dem ursprünglichen System "in ihren gewohnten Ablauf der letzten ein, zwei Jahre zu kriegen". Aber, so Nagelsmann: "Wir haben die Power und Dynamik nicht ganz entwickelt, um über die Flügel durchzubrechen."

Auf die Umstellung in der Pause folgten "sehr gute" 20 Minuten. Nach dem 2:1 hätte er sich gewünscht, dass "wir den Sack ein bisschen früher zumachen. Wir haben den Punkt nicht gefunden, wo wir ein bisschen mehr Kontrolle reinkriegen. Es war nur offenes Visier beim 2:1. Fürth hat mehr riskiert. Am Ende haben wir auch verdient in dieser Höhe gewonnen. Es war ein wichtiger Sieg für uns. Tabellarisch und punktemäßig, aber auch psychologisch", erklärte Nagelsmann.

Außerdem gab der Bayern-Coach ein Update zu Lucas Hernandez und Corentin Tolisso, die beide frühzeitig angeschlagen ausgewechselt werden mussten.

FC Bayern München - Greuther Fürth: Die Analyse

Nach dem 1:1 in Salzburg veränderte Nageslmann die Startelf auf drei Positionen. Upamecano, Richards und Sabitzer rotierten für Süle, Gnabry und den angeschlagenen Coman (muskuläre Probleme) rein. Damit einher ging auch wieder eine Systemumstellung. Statt des 3-2-4-1-Systems aus dem Salzburg-Spiel vertraute Nagelsmann auf ein 4-2-3-1. Upamecano durfte in der Innenverteidigung ran, Richards links hinten. Sabitzer spielte rechts auf dem Flügel, Kimmich bildete mit Tolisso eine Doppel-Sechs. Weil sich der Franzose bei einem Zweikampf mit Seguin verletzte, musste Nagelsmann früh erneut in den Werkzeugkasten greifen. Gnabry ersetzte jetzt Tolisso, Sabitzer rückte für ihn auf die Sechs.

Bayern von Beginn an um Spielkontrolle bemüht und mit viel Ballbesitz. Aber wie schon in den Begegnungen zuvor mit viel zu vielen Ballverlusten im Spielaufbau. Fürth stand tief, war in den Zweikämpfen gleichzeitig aber hellwach und extrem bissig, lauerte so auf Umschaltmomente. Und Bayern sollte liefern. In der Offensive fiel dem Rekordmeister jedoch zunächst wenig ein, man biss sich an der Fürther Defensive die Zähne aus. Kimmich, Sane und Richards spielten dem Gegner immer wieder die Bälle in Füße, über Hrogota und vor allem den schnellen Leweling suchte das Kleeblatt sofort den Weg in die Tiefe. Die Führung für den Tabellenletzten durch einen abgefälschten Freistoß von Hrogota zur Halbzeit war insgesamt verdient. Bezeichnend: Lewandowski holte sich kurz vor der Pause eine gelbe Karte ab, weil er nach einem Ballverlust Hrogota in die eigene Hälfte hinterhersprinten musste und ihn nur mit einem Foul stoppen konnte.

Nagelsmann reagierte, brachte zur 2. Halbzeit Choupo-Moting für den schwachen Richards. Der Wechsel zahlte sich direkt aus. Upamecano setzte mit einem langen Ball Gnabry in Szene, der brachte die Kugel von rechts in die Mitte. Choupo-Moting fälschte leicht ab, Lewandowski vollstreckte schließlich aus kurzer Distanz. Bayern fortan wieder mit einer Dreier-Kette in einem 3-5-2-System. Der eingewechselte Süle räumte mit Pavard und Upamecano hinten ab, vorne setzte Nagelsmann auf den Doppel-Sturm Lewandowski/Choupo-Moting. Offensiv brachte die Umstellung deutlich mehr Wucht und Präzision. Fürth hielt dem Druck nicht Stand und kassierte schnell das 1:2. Bayern erhöhte wieder durch Lewandowski und Choupo-Moting auf 4:1, hatte davor aber Glück, dass Christiansen (Innenpfosten) und Meyerhöfer (Außenpfosten) nur Aluminium trafen.

FC Bayern München - Greuther Fürth: Die Aufstellung

Bayern: Ulreich - Pavard, Upamecano, Hernandez (53. Süle), Richards (46. Choupo-Moting) - Kimmich - Sabitzer, Müller, Tolisso (25. Gnabry), Sane - Lewandowski

Fürth: Linde - Meyerhöfer, Griesbeck, Viergever, Itter - Seguin (69. Green), Christiansen, Tillman, Dudziak (22. Nielsen), Leweling (62. Bauer), Hrgota (69. Pululu)

Die Daten des Spiels FC Bayern München gegen Greuther Fürth

Tore: 0:1 Hrogota (42.), 1:1 Lewandowski (46.), 2:1 Griesbeck (61., Eigentor), 3:1 Lewandowski (82.), 4:1 Choupo-Moting (90.+1)

Der Star des Spiels: Robert Lewandowski (FC Bayern)

Hing zu Beginn völlig in der Luft, ließ sich häufig tief fallen, um die Bälle selbst zu holen. Holte sich für ein Defensiv-Foul gegen Hrgota dann sogar Gelb ab (45.). Nach der Pause als Knipser (26.) und Spielentscheider (82.) zur Stelle.

Der Flop des Spiels: Omar Richards (FC Bayern)

Zahlte beim dritten Startelf-Einsatz Lehrgeld. Wurde bei Ballbesitz früh unter Druck gesetzt, wirkte auch sonst nicht so eingebunden ins Bayern-Spiel. Verschuldete den Freistoß vor dem 0:1 etwas ungeschickt (42.), zur Pause raus.

Der Schiedsrichter: Robert Hartmann

Hatte die vergleichsweise einfach zu leitende Partie über die komplette Dauer souverän im Griff.

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