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Fussball

VfL Bochum - FC Bayern München 4:2: Blamage trotz Führung! Bochum überrennt FCB innerhalb von 30 Minuten

Joshua Kimmich (r. mit Thomas Müller) wurde nach der Bayern-Pleite in Bochum sehr deutlich.

Der FC Bayern München hat sich am 22. Spieltag der Bundesliga bei Aufsteiger VfL Bochum blamiert. Trotz 1:0-Führung verlor die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann mit 2:4 (1:4).

Robert Lewandowski brachte den FC Bayern zwar in Führung (9.), doch dann drehte Bochum auf: Christopher Antwi-Adjei (14.), Jürgen Locadia (38., Handelfmeter), Cristian Gamboa (40.) und Gerrit Holtmann (44.) stellten innerhalb von 30 Minuten auf 4:1. Lewandowski verkürzte in der 75. auf 2:4.

"Das war über das gesamte Spiel unsere schlechteste Saisonleistung", schimpfte Joshua Kimmich bei Sky: "Wir haben alle Tugenden vermissen lassen. Uns passiert das nicht zum ersten Mal in der Saison", fügte der Nationalspieler mit Verweis auf das 0:5 in Mönchengladbach im DFB-Pokal hinzu. Jeder müsse sich fragen, "ob das die Mentalität ist, die der FC Bayern verkörpern will".

Der FC Bayern musste vor 8500 Zuschauern ohne seinen verletzten Kapitän Manuel Neuer auskommen. Vertreten wurde er von Sven Ulreich, der an den Gegentoren aber schuldlos war.

Im Vorfeld des Spiels und während den ersten knapp 20 Spielminuten legte ein Stromausfall die Stadion-Technik lahm.

Verfolger Borussia Dortmund kann den Rückstand auf den FC Bayern am Sonntag bei Union Berlin (15.30 Uhr) auf sechs Punkte verkürzen. Die Münchner sind am Mittwoch zum Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei RB Salzburg zu Gast.

VfL Bochum gegen FC Bayern München: Die Analyse

Wohl um den flinken Bochumer Außenbahnspielern entgegenzuwirken, vollzog Nagelsmann eine Taktikumstellung: Statt des zuletzt gut funktionierenden 3-2-4-1-Systems vertraute er diesmal auf ein 4-1-4-1. Die Viererkette bildeten vier gelernte Innenverteidiger, zwischen ihnen und den fünf Offensivspielern agierte lediglich Kimmich.

Die Mannschaft fremdelte von Beginn an mit der neuen Ausrichtung, es fehlte eine Verbindung zwischen Abwehr und Angriff. Das Aufbauspiel war fehlerhaft, das Pressing inkonsequent. Obwohl Bochum von Beginn an zielstrebiger und gefährlicher angriff, ging der FC Bayern aber durch Lewandowski in Führung.

Anschließend belohnte sich Bochum für den couragierten Auftritt und traf innerhalb von 30 Minuten viermal. Dem 1:1 ging ein Fehler von Süle voraus, dem Elfmeter-1:2 ein Handspiel von Upamecano. Vor Gamboas traumhaftem 1:3 ließ sich Coman tunneln, vor Holtmanns kaum weniger sehenswerten 1:4 patzte Upamecano.

Nagelsmann reagierte zur Pause: Er brachte für den desaströsen Upamecano mit Tolisso einen zweiten Sechser und kehrte zum 3-2-4-1 zurück. Am Spiel änderte das zunächst nichts. Bochum erzielte zu Beginn der zweiten Halbzeit sogar zwei weitere Treffer, die aber beide wegen Abseitsstellungen zu Recht nicht zählten.

Erst danach wurde der FC Bayern dominanter und erspielte sich einige Torchancen, bald brachte Nagelsmann mit Choupo-Moting einen weiteren Stürmer. Mehr als das 2:4 gelang den Münchnern aber nicht. Kurz vor Schluss setzte Lewandowski noch einen Freistoß an die Latte.

VfL Bochum - FC Bayern München: Die Aufstellungen

Bochum: Esser - Gamboa (72. Stafylidis), Bella Kotchap, Leitsch, Soares - Losilla - Osterhage, Rexhbecaj (90. Masovic) - Antwi-Adjei (80. Asano), Locadia (80. Polter), Holtmann (80. Pantovic).

FC Bayern: Ulreich - Pavard, Upamecano (46. Tolisso), Süle, Hernandez - Kimmich - Gnabry, Thomas Müller (64. Choupo-Moting), Leroy Sane, Coman (75. Sabitzer) - Lewandowski.

Die Daten des Spiels VfL Bochum gegen FC Bayern München

  • Tore: 0:1 Lewandowski (9.), 1:1 Antwi-Adjei (14.), 2:1 Locadia (38., Handelfmeter), 3:1 Gamboa (40.), 4:1 Holtmann (44.), 4:2 Lewandowski (75.)

Der Star des Spiels: Gerrit Holtmann (VfL Bochum)

Der FC Bayern bekam den Bochumer Linksaußen nie unter Kontrolle. Das 1:1 bereitete er stark vor, das 4:1 erzielte er traumhaft selbst. Kein Bochumer schloss öfter ab als Holtmann.

Der Flop des Spiels: Dayot Upamecano (FC Bayern)

Upamecano stand erstmals in der Rückrunde in der Startelf und hatte in der ersten Halbzeit an allen vier Gegentoren seinen Anteil. Vor dem 1:1 ließ er sich überlaufen, den Elfmeter zum 1:2 verschuldete er mit seinem Handspiel, vor dem 1:3 leistete er sich einen Ballverlust und vor dem 1:4 verteidigte er zu lasch. Zur Pause nahm ihn Nagelsmann aus dem Spiel.

Der Schiedsrichter: Robert Schröder

Schröder machte ein weitestgehend souveränes Spiel. Zu Recht entschied er nach Upamecanos Handspiel in der 35. Minute auf Elfmeter für Bochum. Den vermeintlichen Treffern von Osterhage (47.) und Antwi-Adjej (49.) verwehrte er wegen Abseitsstellungen richtigerweise die Anerkennung.

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