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Fussball

FC Bayern München - RB Leipzig 3:2: Dank Eigentor! Bayern gewinnt rassiges Topspiel gegen starkes Leipzig

Von Johannes Ohr
Robert Lewandowski (r.) erzielte gegen RB Leipzig seinen 24. Saisontreffer.

Der FC Bayern München hat den Vorsprung auf Borussia Dortmund wieder auf neun Punkte ausgebaut. Gegen RB Leipzig gewann die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann am Ende verdient mit 3:2.

"Es war ein sehr interessantes Fußballspiel. Das erste Mal seit Langem waren wieder Zuschauer da, es war ein intensives Spiel", resümierte Nagelsmann bei Sky. "Der Sieg ist jetzt nicht mega-verdient, aber auch nicht unverdient. Beide Teams hätten von den Chancen her gewinnen können.

Thomas Müller (12.) brachte Bayern vor 10.000 Zuschauern mit der ersten Chance in Führung. Andre Silva (27.) glich für Leipzig zwischendurch aus, ehe Robert Lewandowski (44.) noch in der ersten Halbzeit zur erneuten Führung der Hausherren traf.

Den abermaligen Ausgleich durch Nkunku konterte Bayern mit einem Eigentor von Gvardiol (58.) zum 3:2-Endstand. In der Tabelle vergrößerte der Rekordmeister den Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund vorerst wieder auf neun Punkte, der BVB kann aber am Sonntag gegen Bayer Leverkusen (15.30 Uhr) nachlegen.

Tedesco hadert über Spiel nach Neuers Geschmack

"Es ist schwierig, nach einer Niederlage von Zufriedenheit zu sprechen", sagte RB-Coach Domenico Tedesco. "Klar, wir haben es gut gemacht und hatten schon die eine oder andere Situation, wo wir die Bayern tief bekommen haben und dann verlagern. Das war schon alles gut, aber wenn du verlierst, ist immer ein bisschen Schrott."

Bayern-Keeper Manuel Neuer stellte dabei den Sieg-Rekord in der Bundesliga ein. In seinem 458. Ligaspiel feierte Neuer seinen 310. Erfolg, damit egalisierte der 35-Jährige die bisherige Bestmarke von Bayerns Vorstandsvorsitzendem Oliver Kahn, der für diese Marke allerdings 557 Partien benötigte.

"Zu Null wäre mir lieber gewesen, dennoch war es ein Spiel nach meinem Geschmack", sagte Neuer bei Sky. Thomas Müller sprach von einem guten und attraktiven Spiel: "Leipzig spielt insgesamt eine Saison unter den Möglichkeiten, ist aber ein Topteam. Deshalb freuen wir uns sehr über den wichtigen Dreier."

FC Bayern - RB Leipzig: Die Analyse

Dass Trainer Julian Nagelsmann die gleiche Startelf wie beim 4:1-Sieg bei Hertha brachte, zahlte sich direkt aus. Bayern agierte ähnlich offensiv wie in den letzten Wochen und aggressiv in den Zweikämpfen. Nach Ballgewinnen im Gegenpressing suchte der Rekordmeister sofort den Weg in die Spitze. Mit Erfolg, denn der Führungstreffer durch Müller fiel genau durch dieses Muster. Ballgewinn Tolisso 20 Meter vor dem Leipziger Tor, Gulacsi konnte Lewandowskis Schuss zwar noch zur Seite abwehren, Müller lief genau richtig mit und staubte zum 1:0 ab.

Leipzig versteckte sich aber davor und vor allem danach nicht und spielte gut mit. Die Gäste kamen hauptsächlich durch Olmo, über den fast jeder Angriff rollte, immer wieder zu Chancen. Doch der Spanier scheiterte gleich dreimal (10., 16. und 18. Minute) an Neuer.

Die Gäste pressten selbst hoch und kopierten beim Ausgleich in der 27. Minute quasi den Führungstreffer der Bayern. Und wieder war Tolisso der Ausgangspunkt. Jetzt verdaddelte der Franzose den Ball, über Nkunku und Laimer brachte Leipzig Silva ins Spiel, der zum 1:1 einschieben konnte.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt klappten beide Mannschaften das Visier hoch - ein Spiel vor allem offensiv mit hohem Niveau und dem besseren Ende für die Münchner.

Müllers zweiter Treffer (Kopfball nach Flanke von Gnabry) wurde nach einer VAR-Überprüfung (Foul von Lewandowski an Gvardiol) noch aberkannt. Wenig später konnten die Bayern-Fans dann aber jubeln. Und wie schon bei Müller setzte sich Bayern in der Luft durch. Nun flankte Coman von links, Lewandowski (44.) köpfte wuchtig zur Halbzeitführung ein.

Leipzig reagierte - wie schon davor - komplett unbeeindruckt und mit der passenden Antwort. Laimer schickte Nkunku (53.) per Schnittstellen-Pass in die Tiefe, der Franzose ließ Neuer keine Chance und glich das Spiel erneut aus.

Bayern an diesem Abend aber einfach eiskalt: Nach Gulacsis Fehlpass verlagerte der Rekordmeister schnell von links nach rechts, Gnabrys Flanke fälschte Gvardiol (58.) ins eigene Tor ab.

FC Bayern - RB Leipzig: Die Stimmen

Julian Nagelsmann (Trainer Bayern München): "Es war ein sehr interessantes Fußballspiel, sehr intensiv. Der Sieg war nicht 100 Prozent verdient. Es war ein offenes Spiel. In der ersten Halbzeit haben wir zu viel Risiko in Umschaltsituation genommen, die Ballverlustrate war zu hoch. In der zweiten Halbzeit hatten wir mehr Geduld und mehr Kontrolle. Es war ein wichtiger Sieg und auch ein schöner."

Domenico Tedesco (Trainer RB Leipzig): "Schade ist, dass wir zwei Eigentore geschossen haben. Das können wir besser verteidigen. Wir haben viele Sachen gut gemacht, wir nehmen viel mit. Jetzt geht es nach vorne."

FC Bayern - RB Leipzig: Die Aufstellungen

Bayern: Neuer - Pavard, Süle, Hernandez (73. Upamecano) - Kimmich, Tolisso (63. Musiala) - Gnabry, Coman (84. Nianzou) - Thomas Müller (84. Sabitzer), Leroy Sane - Lewandowski

Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Orban, Gvardiol - Mukiele (72. Henrichs), Laimer (61. Haidara), Kampl (46. Szoboszlai), Angelino - Olmo (60. Forsberg) - Silva (80. Poulsen), Nkunku

FC Bayern - RB Leipzig: Die Daten des Spiels

  • Tore: 1:0 Müller (12.), 1:1 Silva (27.), 2:1 Lewandowski (44.), 2:2 Nkunku (53.), 3:2 Gvardiol (58., Eigentor)

Der Star des Spiels: Thomas Müller

Mit vielen klugen Läufen und Pässen in die Tiefe war Thomas Müller Dreh- und Angelpunkt in der Offensive. Dazu das 1:0 selbst erzielt und das vermeintliche 2:1 geköpft. In der Form macht der Nationalspieler weiter Werbung für eine Vertragsverlängerung.

Der Flop des Spiels: Josko Gvardiol

Erwischte einen gebrauchten Tag. Machte links in der Dreierreihe nicht den sichersten Eindruck. Bei Lewandowskis 2:1 nicht auf der Höhe. Lenkte dann auch noch Gnabrys Flanke ins eigene Netz.

Schiedsrichter: Sven Jablonski

Jablonski hatte das Spiel gut unter Kontrolle. Das vermeintliche 2:1 durch Müller wegen eines Foulspiels abzuerkennen, ging in Ordnung.

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