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Fussball

BVB gegen FC Bayern: Die Erkenntnisse zum Bundesliga-Kracher

Von Dennis Melzer
Lucas Hernandez zeigte gegen den BVB eine starke Leistung.

Der FC Bayern gewinnt ein hochklassiges Bundesliga-Spitzenspiel in Dortmund. Zwei Münchner ragen heraus, der BVB beklagt mangelnde Effizienz. Die Erkenntnisse zum Kracher.

Leere Sitzschalen und Stehtribünen, Lieder, die normalerweise von Zehntausenden mit voller Inbrunst in den Tempel tremoliert werden, laufen unterstützungslos vom Band. Fällt ein Tor, fällt kein Regen aus Plastikbechern samt Inhalten. Es bleibt trocken.

Eine triste Szenerie, die das aufregende Geschehen auf dem Rasen nicht verdient hatte. Siegeswille, Hochkaräter, Tränen, VAR-Drama: Borussia Dortmund gegen den FC Bayern hielt das, was das Tabellenbild versprach, wurde den hohen Erwartungen, die traditionell an das Duell geknüpft werden, gerecht.

Fünf Erkenntnisse zum Bundesliga-Kracher:

Lucas Hernandez weiter in beeindruckender Form

Während der verletzte Alphonso Davies vor dem heimischen TV-Gerät Jubel-Videos in seine Instagram-Story prügelte, betrieb sein Konkurrent auf der linken Abwehrseite einmal mehr Werbung in eigener Sache.

Vielleicht hatte sich Lucas Hernandez in der vergangenen Saison bei Davies abgeschaut, wie man BVB-Star Jadon Sancho idealerweise bearbeitet. Zwar demütigte der Franzose seinen Gegenspieler nicht so spektakulär wie Davies beim 4:0 vor einem Jahr, zur Entfaltung ließ er Sancho dennoch nicht kommen.

Konzentriert und seriös agierte Hernandez in der Defensive (drei klärende Aktionen, Bayern-Bestwert), nach vorne zeigte sich der ehemalige Atletico-Profi zudem ambitioniert. Sieben Flanken standen am Ende für Hernandez zu Buche, kein Spieler auf dem Feld kam auf mehr Hereingaben. Satte vier der sieben Flanken wurden von den Statistikexperten von Opta mit dem Prädikat "gut" ausgezeichnet.

Eine, ebenjene, die Lewandowskis Kopf zum zwischenzeitlich 2:1 fand, wurde dabei besonders wertvoll deklariert. Darüber hinaus wartete Hernandez bei den Gästen mit den besten Zweikampfwerten (66,7 Prozent) auf und bestätigte in diesem Gebiet einen Trend, der sich im Laufe der vergangenen Wochen abgezeichnet hat: Nach Niklas Süle (64,29 im Durchschnitt) kommt in der laufenden Saison niemand auf bessere Werte in direkten Duellen als Hernandez (62,75 im Durchschnitt).

Fazit: Hernandez scheint nach einer unbefriedigenden ersten Spielzeit in München angekommen zu sein. In seiner derzeitigen Form stellt der 24-Jährige eine enorme Bereicherung für den deutschen Rekordmeister dar.

Bayern-Defensive bröckelt mehrfach

Während Hernandez weitestgehend tadellos agierte, hatten seine Nebenmänner mehr Probleme mit den Dortmunder Angriffsbemühungen. Pavard-Ersatz Bouna Sarr beispielsweise ging vor dem 0:1 nicht entschlossen genug in den Zweikampf, in Halbzeit zwei legte er unfreiwillig für Reyna auf.

Ein - aus Bayern-Sicht - negatives Muster war generell dann zu erkennen, wenn Dortmund wahlweise im Aufbau oder in schnellen Umschaltmomenten das Stilmittel der langen Bälle hinter die Kette einstreute. Vor allem Angreifer Erling Haaland fungierte immer wieder als Zielspieler, machte nicht nur Bälle fest, sondern erlief zahlreiche Vertikalpässe in beeindruckender Manier.

Jerome Boateng sah sich bis zu seiner Auswechslung (69.) hauptsächlich mit dem Norweger konfrontiert und zog im Sprintduell zumeist den Kürzeren. Im Vorfeld des 2:3 war Haaland im entscheidenden Moment David Alaba entwischt.

Dortmund habe sich auf die Fehler der Gäste konzentriert, analysierte Leon Goretzka im Anschluss an die Partie bei Sky. "Die gab es zu oft, deswegen ist Dortmund auch zu der einen oder anderen Chance gekommen", schob der Nationalspieler nach, der mit der Defensivleistung nicht gänzlich einverstanden zu sein schien.

Trainer Hansi Flick nahm aber neben der Viererkette auch Goretzka und seine Mittelfeldkollegen in die Pflicht. "Dann muss er halt im Mittelfeld etwas mehr Druck machen, dann kommt der Gegner nicht so in die Tiefe" erklärte der FCB-Coach mit Blick auf Goretzkas Aussagen.

Tatsächlich haben die Schwarz-Gelben gezeigt, mit welchen Mitteln die risikofreudigen, hoch-pressenden Münchner theoretisch zu knacken wären. Wenn man als Team jedoch in den Genuss kommt, gleich mehrere Torchancen gegen Bayern zu kreieren, sollten diese im Idealfall auch genutzt werden.

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