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Fussball

FC Bayern München - Corentin Tolissos unglücklicher Auftritt in Bielefeld: Erster in der Schule

Corentin Tolisso sah beim 4:1-Sieg des FC Bayern München bei Arminia Bielefeld in der 76. Minute die Rote Karte.

Corentin Tolisso (26) zeigte beim 4:1-Sieg seines FC Bayern München bei Arminia Bielefeld eigentlich eine ordentliche Leistung - ehe er an den beiden Schönheitsfehlern des Spiels entscheidend beteiligt war.

Ob der Dusch-Boiler der Gertrud-Bäumer-Realschule nur für eine einzige warme Dusche reicht und sich Corentin Tolisso aus Gier danach absichtlich vom Platz stellen ließ? Der Witz war aufgelegt und natürlich geisterte er in der Schlussphase des Spiels durch die sozialen Netzwerke.

Weil die geltenden Corona-Regeln in der Gästekabine der SchücoArena nicht komplett umgesetzt werden konnten, mussten die Spieler des FC Bayern Umkleideräume und Duschen der rund 50 Meter vom Stadion entfernten Gertrud-Bäumer-Realschule nutzen. Und Tolisso war nach seinem Platzverweis in der 76. Minute als erster zurück.

Lange hatte an diesem Abend nichts darauf hingedeutet, dass es noch eine Gelegenheit geben würde, über den FC Bayern beziehungsweise einen seiner Spieler zu witzeln. Die im Vergleich zum 3:0-Sieg gegen den 1. FC Düren im DFB-Pokal auf neun Positionen veränderte Startelf begann stark und erspielte sich dank Doppelpacks von Thomas Müller (8. und 51.) und Robert Lewandowski (25. und 45.+1) einen 4:0-Vorsprung. "Die erste Halbzeit war nah an dem, wie wir uns Fußball vorstellen", lobte Trainer Hansi Flick.

Hansi Flick tadelte: "Einfach eine blöde Rote Karte"

Ordentlich bis gut spielte dabei auch Tolisso, der statt des unpässlichen Joshua Kimmich, dessen Lebenspartnerin das zweite gemeinsame Kind erwartet, im Mittelfeldzentrum an der Seite von Leon Goretzka agierte. Munter passte er vor sich hin und in der 34. schloss er sogar einmal gefährlich ab, scheiterte jedoch an Bielefeld-Keeper Stefan Ortega.

Dann aber war Tolisso an den beiden Schönheitsfehlern des Spiels entscheidend beteiligt: Mit einem schlampigen Pass am gegnerischen Strafraum leitete er Bielefelds Konter ein, den Ritsu Doan in der 58. zum 1:4 vollendete. Wie schon in den beiden Bundesligaspielen zuvor gelang dem FC Bayern wieder kein Zu-Null. Die acht Gegentore nach vier Spielen sind der viertschlechteste Wert der Bundesliga.

In der 76. war es dann der eingewechselte Javi Martinez, der einen schlampigen Pass spielte. Tolisso konnte sich in der Folge nur mit einem Foul an Bielefelds Stürmer Fabian Klos helfen und weil dieser der letzte Mann war, zog Schiedsrichter Daniel Siebert wegen Notbremse zu Recht die Rote Karte. "Er hat schon ein bisschen einen Vorsprung gehabt. Da muss er den Körper reinstellen, dann kann er den Ball zu Manu (Keeper Manuel Neuer, Anm. d. Red.) zurückspielen", tadelte Flick. "Einfach eine blöde Rote Karte, das muss man so sagen."

Corentin Tolisso: Viele blöde Momente, viele Gerüchte

Für Tolisso war es der nächste blöde Moment seiner von blöden Momenten geprägten Zeit beim FC Bayern. Seit seiner Ankunft 2017 für die damalige Rekordsumme von 41,5 Millionen Euro fehlte er aufgrund eines Kreuzbandrisses und einer Knöcheloperation zweimal lange und noch viel öfter kurz, unumstrittener Stammspieler war er aber auch dazwischen nie. Vergangenen Winter habe sich Tolisso deshalb ernsthaft mit einem Wechsel beschäftigt, wie er neulich erzählte.

Er blieb jedoch, genau wie im Sommer als Inter Mailand, Juventus Turin, der SSC Neapel, Atletico Madrid und Manchester United Gerüchten zufolge an einer Verpflichtung interessiert gewesen sein sollen. "Ich weiß, dass ich bei diesem wunderbaren Klub bleiben möchte", sagte Tolisso, dessen Vertrag noch bis 2022 läuft.

Corentin Tolissos wechselhafte Leistungen beim FC Bayern

Aufgrund des engen Spielplans, des bis zum Transfer-Viererschlags kurz vor Ende der Wechselfrist kleinen Kaders und Flicks unausweichlicher Rotation kam Tolisso in dieser Saison abgesehen vom Spiel gegen Düren, als er bei der französischen Nationalmannschaft weilte, stets zum Einsatz.

Die Leistungen? Wechselhaft wie sein Auftritt in Bielefeld. Eine Auswahl: Beim 3:2-Sieg im deutschen Supercup gegen Borussia Dortmund überzeugte er und erzielte sogar ein Tor, beim 1:4 bei der TSG Hoffenheim ging er genau wie seine Kollegen unter, beim 4:3 gegen Hertha vergab er nach seiner Einwechslung eine Riesenchance kläglich.

Tolissos Auftritt in Bielefeld war eigentlich eine Empfehlung für mehr, gerade in Hinblick auf die verschärfte Konkurrenzsituation im defensiven Mittelfeld nach der Verpflichtung von Marc Roca - doch nun fehlt er in der Bundesliga erst einmal gesperrt. Blöd.

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