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Fussball

RB Leipzig - FC Schalke 04 4:0: Schalker gehen auch mit Trainer Manuel Baum unter: "Haben in allen Spielphasen nicht gut gespielt"

Da half auch keine kurzfristige Taktikschulung: Manuel Baum ging bei seinem Debüt mit Schalke 04 in Leipzig unter.

Der FC Schalke bleibt die erfolgloseste Mannschaft der Bundesliga. Am 3. Spieltag kassierte die Mannschaft beim Debüt des neuen Trainers Manuel Baum eine 0:4-Klatsche bei RB Leipzig (die Highlights im Video) und damit die dritte hohe Niederlage in Folge. Marcel Halstenberg krönte sein gutes Spiel mit einem Elfmeter.

30 Minuten ließ RB Leipzig die Schalker mitspielen. Dann zog die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann kurz das Tempo an, schoss drei Tore bis zur Pause und offenbarte Schalke-Trainer Baum schonungslos alle Schwachpunkte seiner neuen Mannschaft. Der musste bei seinem Debüt zudem zwei Säulen des Teams mit muskulären Problemen auswechseln. Mit der sechsten Niederlage in Folge egalisierten die Schalker außerdem den fast 50 Jahre alten Vereinsnegativrekord.

RB Leipzig - FC Schalke 04: Die Stimmen:

Manuel Baum (Trainer FC Schalke 04) bei Sky: "Wir sind natürlich auf eine richtig gute Leipziger Mannschaft getroffen. Aber wir sind sehr enttäuscht, weil wir in allen Spielphasen nicht gut gespielt haben. Im Pressing waren wir zu spät dran, wenn wir mal den Ball erobert haben, war er gleich wieder weg. Das brauchen nicht schönreden. Es war keine gute Leistung für uns. Wir haben wichtige Erkenntnisse gewonnen, an denen wir arbeiten müssen. Mit dem 0:1 gehen die Köpfe runter, dann beginnen wieder die Selbstzweifel. Aber ich blicke positiv nach vorn, mich reizt es enorm, uns wieder da rauszuziehen."

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig) bei Sky: "Wir haben heute gezeigt, dass wir Bock haben, erfolgreich zu sein. Wir haben einen guten Kader, eine gute Breite. Wenn wir gesund bleiben, dann sind wir sehr, sehr gut, das hat man heute gesehen. Natürlich wünscht man sich noch einen Spieler, der einen noch besser macht. Aber es muss alles im Rahmen bleiben."

Salif Sane (FC Schalke) bei Sky: "Wir sind schon ein Team. Wir müssen einfach mal drei Punkte holen. Jetzt läuft es nicht so gut für uns, wir müssen Punkte holen, auch für uns und die Stimmung in der Kabine. Der Trainer glaubt an uns, sagt, dass wir weitermachen und weiterspielen müssen."

Willi Orban (RB Leipzig) bei Sky: "Wir sind nie zufrieden, wollen immer mehr, auch wenn wir 4:0 vorne liegen. Das zeichnet uns aus. Natürlich sind wir weiter als in der vergangenen Saison. Das eine Jahr mit Julian (Nagelsmann, die red.) hat und weitergebracht, die internationalen Spiele waren sehr wichtig. Das hat uns allen Hunger auf mehr gemacht."

RB Leipzig - FC Schalke 04: Die Analyse:

Als ob die Schalker ihren neuen Trainer beeindrucken wollten, versuchten sie in der Anfangsphase Druck auf die Leipziger aufzubauen und das RB-Aufbauspiel früh zu stören. Das gelang ganz okay, obgleich die Schalker mit ihrer dichten Staffelung keinerlei eigenen Druck nach vorne aufbauen konnten.

Baum hatte seine erste Schalker Elf im Vergleich zu David Wagners letzter auf vier Positionen verändert: Für Rudy verteidigte in der neuen 3-5-2-Grundordnung Schöpf. In der Innenverteidigung verteidigte Sane für den gesperrten Kabak und Nastasic spielte statt Boujelab. Im zentralen Mittelfeld begann Serdar für Raman.

Nagelsmann und die Leipziger sahen sich das Ganze eine gewisse Zeit lang an, dann bediente Nkunku Angelino mit einem langen Ball aus dem Halbfeld, die Leihgabe von Manchester City wirkte von diesem Geniestreich aber so überrascht, dass sie den Ball nicht sauber verarbeiten konnte und Schalkes Keeper Fährmann leichtes Spiel hatte (16.).

Serdar verletzt sich schon wieder

Kurze Zeit später der erste mittlere Schockmoment für die Schalker: Suat Serdar, gerade erst von einer Muskelverletzung genesen, fädelte im Zweikampf mit Halstenberg ein, hielt sich daraufhin vor Schmerzen den Oberschenkel und verließ mit seinem Trikot über dem Gesicht das Feld. Es ist Serdars fünfte Verletzung im Kalenderjahr. Baum brachte den 19-jährigen Can Bozdogan für den 23-Jährigen.

Der spielte dann beim ziemlich hübschen 0:1 eine unfreiwillige Hauptrolle: Halstenberg gewann trotz massiver Bedrängnis von Schöpf den Ball, über Olmo und Kampl ging der Ball zu Forsberg, dessen Hereingabe von Bozdogan vor dem lauernden Nkunku über die Linie gedrückt wurde. Wahrscheinlich wäre der Ball auch so drin gewesen, doch so ging das (Eigen-)Tor auf das Konto 19-Jährigen (31.).

Vier Minuten später glich das Schalker Abwehrverhalten wieder jenem des elenden Schalker Jahres: Halstenberg passte auf Nkunku, der bediente mit einer Flanke an den langen Pfosten den heranstürmenden Angelino, der per Flugkopfball vollendete (35.).

Auch am 3:0 kurz vor der Pause war Halstenberg beteiligt: Dessen punktgenaue Flanke nickte Orban ein. Schalkes neuer Co-Trainer Naldo schüttelte an der Seitenlinie den Kopf ob des naiven Abwehrverhaltens seiner neuen Schützlinge.

Baum wechselt den Torwart

Baum musste irgendetwas machen, um ein totales Debakel gegen diese vor allem im Gegenpressing extrem fokussierten Leipziger zu verhindern. Und er reagierte einmal freiwillig und einmal gezwungenermaßen: Für den aus Frankfurt gekommenen Stürmer Paciencia brachte er den aus Berlin verpflichteten Ibisevic. Und für Torhüter Fährmann kam der erst unter der Woche aus Frankfurt ausgeliehene Rönnöw. Fährmann war bei allen drei Gegentoren ohne Schuld gewesen und die Auswechslung lag an muskulären Problemen.

Leipzig dominierte auch in der Folge das Spiel, verzichtete aber darauf, Schalke komplett schwindlig zu spielen. In der 65. Minute diskutierten drei Leipziger nach Foul an Nkunku über die Ausführung eines Freistoßes. Nkunku setzte sich durch, Rönnöw verhinderte das 0:4.

Von den Schalkern ging in dieser zweiten Halbzeit noch weniger Gefahr aus als in der ersten, irgendwann hörte auch der an der Seitenlinie gewohnt engagierte Baum auf, gefühlt jeden Laufweg seiner Spieler zu kommentieren - und zu korrigieren.

Als Olmo aus kurzer Entfernung Nastasic im Strafraum den Ball an den Unterarm schoss, verwandelte Halstenberg den Foulelfmeter zum 4:0.

RB Leipzig - FC Schalke 04: Die Aufstellungen

RB Leipzig: Gulacsi - Mukiele, Orban, Upamecano (71. Klostermann), Angelino (82. Wosz) - Haidara, Kampl (76. Henrichs), Halstenberg - Olmo (82. Samardzic), Forsberg (72. Sörloth) - Nkunku.

Schalke 04: Fährmann (46. Rönnöw) - Stambouli, Sane , Nastasic - Schöpf, Serdar (22. Bozdogan), Mascarell, Oczipka - Bentaleb - Uth, Paciencia (46. Ibisevic).

Die Daten des Spiels RB Leipzig gegen FC Schalke 04

  • Tore: 1:0 Bozdogan (ET, 31.), 2:0 Angelino (35.), 3:0 Orban (45.), 4:0 Halstenberg (HE, 80.)

  • Schalke kassierte im sechsten Bundesligaspiel in Folge mindestens zwei Gegentore - das passierte Schalke zuletzt 1995 (sieben Spiele).
  • Joscha Wosz (18), der Neffe von Ex-Nationalspieler Dariusz Wosz, feierte sein Bundesliga-Debüt.
  • Schalke kassiert das 15. Gegentor am 3. Spieltag und baut damit den Nagativrekord aus (zuvor 13).
  • Schalkes 0 Punkte und -14 Tore nach 3 Spieltagen sind neuer historischer Negativwert.
  • Schalkes Vereinsnegativrekord steht nun bei 19 BL-Spielen in Folge ohne Sieg (6 Remis, 13 Niederlagen). In den 12 Spielen seit dem Restart holten die Knappen 2 Punkte, weniger als jeder Bundesligist in diesem Zeitraum (Aufsteiger inklusive).
  • Leipzig startet wie im Premierenjahr mit 7 Punkten nach 3 Spielen - damals gab es am Saisonende Platz 3.

Der Star des Spiels: Marcel Halstenberg

Der Nationalspieler war an allen vier Treffern beteiligt. Erst als Balldieb gegen Schöpf, außerdem als Assistgeber vorm 3:0 und mit dem fast genauso wichtigen vorletzten Pass beim 2:0. Dazu mit fast perfekter Passquote. Quasi zur Belohnung durfte er seine sehr gute Leistung mit seinem verwandelten Elfmeter zum 4:0 krönen.

Der Flop des Spiels: Matija Nastasic

Er galt mal als richtig guter Verteidiger, aber davon ist kaum mehr was zu sehen.

Der Schiedsrichter: Florian Badstübner

Die Teams machten es dem 29-Jährigen bei seinem Debüt als Schiedsrichter in der Bundesliga recht leicht. Das Spiel war weitgehend fair und wenn die Leipziger mal zu schnell fürs Auge zu werden drohten, wurden sie entweder von einem Torerfolg oder auch mal einem taktischen Foul der Schalker gestoppt. Zuvor war Badstübner 35-mal in der Zweiten Liga und 53-mal in der Dritten Liga als Hauptschiedsrichter aktiv. Nach diesem Debüt dürften weitere Bundesligaeinsätze dazukommen.

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