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Fussball

FC Schalke 04 - 1. FC Köln 1:2: Last-Minute-Drama! Effzeh-Joker schockt schludrige Schalker

Der FC Schalke 04 hat einen herben Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt erlitten (die Highlights im Video). Am 17. Spieltag unterlag die Mannschaft von Christian Gross dem 1. FC Köln trotz spielerischen Übergewichts mit 1:2 (0:1). Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt nunmehr acht Punkte.

"Wir sind niedergeschlagen", sagte der wegen einer Wadenblessur noch nicht zum Einsatz gekommene Rückkehrer Klaas-Jan Huntelaar nach dem Abpfiff, sprach seinen Mitspielern zugleich aber Mut zu: "Wir haben gut gespielt, besonders in der zweiten Halbzeit. Wenn wir so weiterspielen, dann kommen wir da raus. Dann ist die Hoffnung da!"

Auch S04-Coach Christian Gross war darum bemüht, Optimismus zu versprühen: "Trotz der Niederlage stimmt mich dieser mutige Auftritt zuversichtlich. Ich denke, heute hätten wir mehr verdient. Es geht jetzt darum, die Spieler aufzubauen."

Köln-Trainer Markus Gisdol sah "einen verdienten Sieg" seiner meist nur über Konter gefährlichen Mannschaft: "Ich hatte die Befürchtung: Wenn du das zweite Tor nicht machst, könnte es auf diesem schwer zu bespielenden Platz schwierig werden. Leider kam es so: Wir haben das 1:1 bekommen. Ich hatte aber das Gefühl, dass wir über die Konter was machen können. Wir haben bis zum Ende gekämpft."

"Es war nicht schön anzuschauen", meinte Köln-Profi Marius Wolf: "Aber es ist scheißegal, wie du die Punkte holst - es ist Abstiegskampf!"

Schalke 04 - 1. FC Köln: Die Analyse

S04-Coach Gross hielt an der Elf fest, die am Sonntag 1:3 in Frankfurt verloren hatte. Für den angeschlagenen Rückkehrer Huntelaar reichte es noch nicht zu einem Einsatz. "Er ist nicht hundertprozentig belastbar, mir ist das Risiko einfach zu groß", erklärte Gross vor dem Anpfiff.

Dabei hätte ein kaltschnäuziger Angreifer den Königsblauen im Kellerduell mit den tief stehenden, aber keineswegs gefestigten Kölnern vieles erleichtert. Gerade in Hälfte eins kamen die weitaus aktiver als die Gäste agierenden Hausherren zu einigen aussichstreichen Chancen, scheiterten aber entweder an Effzeh-Keeper Horn oder aber an der eigenen Unentschlossenheit.

Sinnbildlich dafür war die Aktion in der 45. Minute: Kolasinac bediente Hoppe mit einer flachen Hereingabe in den Kölner Sechzehner, doch der 19-jährige US-Amerikaner vertändelte den Ball anstatt selbst abzuschließen oder den gut positionierten Harit zu bedienen.

Für die Schalker endete die erste Hälfte sogar mit einem Rückstand, weil die über Konter gefährlichen Gäste einen eher semi-geungenen Klärungsversuch von Schalke-Torwart Fährmann nach einer Ecke in der 31. Minute zu ihrem ersten Torerfolg nach 516 Minuten gekommen waren. Eine Alles-oder-Nichts-Schussflanke von Drexler in den Fünfer, wo der goldrichtig postierte Czichos per Kopf eingenickt hatte, drohte der Gross-Elf zum Verhängnis zu werden.

Immerhin: Eine knappe Viertelstunde nach dem Seitenwechsel erstocherte sich S04 durch Hoppe den überfälligen Ausgleich. Die bemühte Schalker Offensive um den agilen Harit machte sogar noch Hoffnung auf mehr, doch es fehlte die letzte Konsequenz im letzten Drittel. Das rächte sich: Als alles auf ein Remis hinauslief, konterten die über weite Strecken ungefährlichen Kölner in der Nachspielzeit noch einmal und kamen durch den eingewechselten Thielmann tatsächlich zum späten Sieg. Ein Abend zum Vergessen für den Tabellenvorletzten.

Schalke 04 - 1. FC Köln: Die Aufstellungen

Schalke: Fährmann - Becker, Kabak, Nastasic (71. Mascarell), Kolasinac (72. Oczipka) - Stambouli, Harit, Serdar - Uth, Hoppe, Raman (72. Boujellab)

Köln: T. Horn - Ehizibue (72. Rexhbecaj), J. Horn, Bornauw, Czichos (46. Katterbach) - Cestic - Drexler (88. Arokodare), Skhiri, Hector (81. Özcan), Duda (88. Thielmann) - Wolf

Schalke 04 - 1. FC Köln: Die Daten des Spiels

  • Tore: 0:1 Czichos (31.), 1:1 Hoppe (57.), 1:2 Thielmann (90.+3)

  • Mit acht Schüssen aufs gegnerische Tor stellt Schalke einen neuen vereinsinternen Saisonrekord auf.
  • Mit sieben Punkten spielte Schalke die schwächste Hinrunde der Vereinsgeschichte, noch nie hielt ein Team mit weniger als neun Hinrunden-Punkten die Klasse.
  • Mit 44 Gegentoren nach 17 Spielen stellt Schalke die schwächste Defensive eines Bundesligisten seit zehn Jahren: 2010/11 hatte Gladbach sogar 47 Gegentore zum Vergleichszeitpunkt kassiert.
  • Köln ist erstmals seit 1966 in sieben BL-Spielen gegen Schalke ungeschlagen (vier Remis, drei Siege), mit 15 Punkten holten der Effzeh allerdings zwei Zähler weniger als in der Hinserie der Vorsaison.

Der Star des Spiels: Jan Thielmann (1. FC Köln)

Der Last-Minute-Held des Effzeh. Kam in der 88. Minute, blieb fünf Minuten später im Eins-gegen-Eins mit Fährmann cool und avancierte so zum Matchwinner für das Gisdol-Team. Aufseiten der Schalker war Harit der Beste.

Der Flop des Spiels: Ozan Kabak (Schalke 04)

Eigentlich ein ordentlicher Auftritt des Türken, der in der vogelwilden letzten Minute aber nicht für Ordnung in der Abwehr sorgte und Thielmann völlig aus den Augen verlor.

Der Schiedsrichter: Daniel Siebert

Der 36-jährige Referee aus Berlin ließ sich nichts zu Schulden kommen. Die einzig strittige Szene trug sich in der 29. Minute, als der Ball nach einer Kölner Ecke plötzlich im Schalker Tor lag. Siebert entschied korrekterweise aber auf Stürmerfoul von Cestic an Fährmann und ließ den Treffer nicht zählen.

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