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Eintracht Frankfurt - BVB 2:2: Spätes Delaney-Eigentor bringt Dortmund um den Sieg bei der SGE

Marco Reus reagierte nach dem Remis in Frankfurt auf eine Reporterfrage sehr dünnhäutig.

Borussia Dortmund hat zum Abschluss des 5. Spieltags der Bundesliga einen Dämpfer hinnehmen müssen. Der BVB kam bei Eintracht Frankfurt nur zu einem 2:2 (1:1).

Nach dem bitteren Rückschlag im Titelrennen platzte Marco Reus der Kragen. "Das geht mir so auf die Eier", schimpfte der BVB-Kapitän im Sky-Interview: "Ihr mit eurer Mentalitätsscheiße."

Trotz zweimaliger Führung verpasste der BVB den Konter gegen seine Titelrivalen und büßte Punkte auf den Spitzenreiter RB Leipzig und Rekordmeister Bayern München ein - weil Thomas Delaney den Ball ins eigene Tor lenkte (88.).

Eintracht Frankfurt - BVB: Die Stimmen

Lucien Favre (Trainer BVB): "Wir bedauern das 2:2, aber wir hatten mehr Gelegenheiten, um ein Tor zu schießen. Wir haben manchmal einfach nicht gut gespielt. Wir müssen die richtige Beschleunigung in die Tiefe und die richtigen Läufe machen. Das ist wie im Februar. Wir haben das Spiel dominiert, nach dem 1:0 muss man weiterspielen. Wir hatten große Möglichkeiten, haben die aber nicht top genutzt. Du kannst nicht ein Spiel 90 Minuten komplett dominieren, das ist überall so. Wenn wir das Spiel machen und dominieren, müssen wir unsere Torchancen besser nutzen. Es war insgesamt okay, aber es fehlt uns etwas. Schwer zu sagen. Die Bewegung und die Bälle zu halten, zu viele Ballverluste - das war manchmal ungenügend für mich. Vergessen Sie Mentalität. Es ist nicht eine Frage von Mentalität, wenn du den Ball nicht eroberst. Es sind viele Details. Wir müssen trotzdem positiv sein. Wir haben die vorletzte Aktion nicht gut gemacht."

Michael Zorc (Sportdirektor BVB): "So spielt keine Spitzenmannschaft."

...auf die Frage nach fehlender Mentalität: "Das könnt ihr euch selbst beantworten."

Marco Reus (Kapitän BVB) auf die Frage nach der fehlenden Mentalität: "Eure Mentalitäts-Scheiße geht mir so auf die Eier. Das 2:2 war ein Mentalitäts-Problem? Ist das Euer Ernst? Jede Woche dieselbe Kacke. Wir ziehen es nicht bis zum Ende durch - aber das hat nichts mit Mentalität zu tun. Kommt mir bitte nicht mit Mentalität. Jetzt ist es langsam mal gut. Wir hätten das 2:1 über die Bühne bringen müssen - fertig, aus. Es war alles in Ordnung. Wir hatten das Spiel unter Kontrolle und dann das 2:2."

Thomas Delaney (BVB): "Zwei Tore müssen auswärts genügen. Wir haben keine Kontrolle bekommen, das ganze Spiel war sehr unruhig. Das müssen wir verbessern und solche Spiele gewinnen für unsere Ziele."

Adi Hütter (Trainer Frankfurt): "Der BVB war in den ersten 35 Minuten deutlich überlegen. Das 2:2 ist für uns ein gefühlter Sieg.

Eintracht Frankfurt - BVB: Die Analyse

Dortmund begann mit derselben Elf, die Barcelona ein 0:0 abtrotzte und eroberte schnell die Kontrolle gegen die defensiv mit einer Fünferkette agierenden Hausherren. Der BVB wies mehr Ballbesitz auf als die SGE und kam vor allem über die linke Frankfurter Abwehrseite immer wieder gefährlich in den Rücken der Defensive - wie beim verdienten Führungstor.

Die Gäste allerdings auch mit einigen leichten Ballverlusten in der eigenen Hälfte, aus denen die Eintracht zunächst jedoch kein Kapital schlagen konnte. Dortmund verpasste es vielmehr, die eigenen Angriffe über die Flügel zu Ende zu spielen und mutiger auf das zweite Tor zu gehen. Stattdessen zog sich der BVB gegen den Ball zu weit zurück und wurde passiver. Frankfurt kam somit nach der ersten zwingenden Torchance direkt zum Ausgleich.

Nach der Pause hatte die Partie vermehrt Phasen eines offenen Schlagabtauschs. Die Umschaltmomente für beide Teams nahmen zu, das Mittelfeld wurde schnell überbrückt. Der BVB dabei wie oftmals auch im ersten Abschnitt zu unsauber und wenig zielstrebig im letzten Spielfelddrittel. Symptomatisch, dass die erneute Führung für die Gäste in Folge einer Standardsituation zustande kam.

Die SGE nach dem Rückstand offensiv wieder klarer in ihren Aktionen, die Gäste konnten die meisten Bemühungen aber noch gut verteidigen. Reus vergab auf der Gegenseite nach Vorarbeit des eingewechselten Götze eine Großchance auf das dritte Tor. Frankfurt blieb am Leben, steckte nicht auf und belohnte sich für seinen Mut mit dem glücklichen, aber nicht unverdienten Ausgleichstreffer.

Die Daten des Spiels Eintracht Frankfurt gegen BVB

Tore: 0:1 Witsel (11.), 1:1 Silva (43.), 1:2 Sancho (66.), 2:2 Delaney (88., Eigentor)

  • Andre Silva erzielte sein erstes Pflichtspieltor im Trikot der Frankfurter Eintracht.
  • Dortmund konnte die letzten sechs Auswärtsspiele in Frankfurt nicht gewinnen.

Der Star des Spiels: Axel Witsel (BVB)

Sehr dominante Vorstellung des Dortmunder Sechsers, der dazu an beiden Treffern beteiligt war: Gute Technik bei seinem Treffer zum 1:0, beim 2:1 mit dem idealen Assist für Sancho. Zudem gewohnt passsicher und kaum vom Ball zu trennen.

Der Flop des Spiels: Filip Kostic (Eintracht Frankfurt)

Kam defensiv gegen Hakimis Tempo und dessen Vorstöße nur selten mit und war mit der Grund dafür, weshalb der BVB die linke Frankfurter Seite so häufig entblößen konnte. Verlor mit Abstand die meisten Bälle auf dem Feld und traf auch offensiv keine glücklichen Entscheidungen.

Der Schiedsrichter: Markus Schmidt

In einer fair geführten Partie ohne jegliche Probleme. Richtig, Hakimis Schubser gegen Hasebe mit Gelb zu bestrafen (86.). Hätte zudem Hazard einen Freistoß zusprechen müssen, nachdem Hinteregger im direkten Duell den Ball mit der Hand spielte (27.).

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