Fussball

Hertha BSC - Bayer 04 Leverkusen 2:0: Hertha zu stark - Bayer patzt im Rennen um die Königsklasse

SID
Hertha BSC, Bayer 04 Leverkusen

Bayer Leverkusen hat im Rennen um die Champions-League-Plätze schwer gepatzt. Der Pokalfinalist verlor am vorletzten Spieltag der Bundesliga bei Hertha BSC in einem phasenweise hochklassigen Spiel mit 0:2 (0:1) und muss um Platz vier bangen.

Denn im Fernduell mit Borussia Mönchengladbach hat der rheinische Rivale vor dem letzten Spieltag (Bayer trifft zu Hause auf den FSV Mainz 05) zwei Punkte Vorsprung und belegt den vierten Platz, der zur Teilnahme an der Königsklasse berechtigt. Hertha hatte Bayer an diesem Nachmittag so richtig gefrustet.

"Das war ein Sieg der Mannschaft", meinte Berlins Niklas Stark bei Sky, "so macht Fußball Spaß, wenn du einem guten Gegner auf den Sack gehst." In der Tat zeigte die Alte Dame nach zuletzt drei Niederlagen in Folge eine geschlossene Mannschaftsleistung und ließ gegen die gefürchtete Offensive der Rheinländer selten etwas anbrennen. Matheus Cunha (22.) und Dodi Lukebakio (55.) erzielten die Tore für die überzeugenden Herthaner.

Bayer hatte zwar 70 Prozent Ballbesitz, doch im Zweikampf waren die Gastgeber deutlich bissiger. Mit 57:43 Prozent lagen die Gastgeber in dieser Wertung klar vorn und zeigten, wo am Samstag die Stärken bei den Berlinern lagen. Da nutzte Bayer auch eine Passquote von 87 Prozent nichts

Hertha BSC - Bayer Leverkusen: Die Stimmen der Trainer

Bruno Labbadia (Trainer Hertha BSC): "Ich glaube, dass wir verdient gewonnen haben. Wir mussten unser Spiel umstellen und haben das super gemacht. Das war der Schlüssel zum Sieg. Wir haben keine richtige Torchancen mehr zugelassen, aber selber vier große Chancen gehabt. Man kann der Mannschaft nur ein Kompliment machen, bei so vielen Ausfällen eine solche Leistung zu zeigen, das ist schon stark."

Peter Bosz (Trainer Bayer Leverkusen): "Die Enttäuschung ist sehr groß. Nach der guten Anfangsphase haben wir keinen guten Fußball mehr gespielt. Deshalb hat Hertha verdient gewonnen. Wir haben uns im Laufe des Spiels zu wenige Chancen herausgespielt. Das Einzige, was wir jetzt machen können, ist, dass wir das nächste Spiel gewinnen. Und dann müssen wir abwarten, was die anderen machen."

Bayer Leverkusen fehlen in Berlin die Ideen

Die Gäste aus Leverkusen, bei denen der angeschlagene Abwehrchef Sven Bender (Sprunggelenk) auf der Bank saß, waren sofort im Spiel und machten vor allem über die Flügel immer wieder Druck. Die schnellen Moussa Diaby rechts und Patrick Bailey auf der linken Seite sorgten immer wieder für Probleme in der Hertha-Abwehr. Kai Havertz und Kevin Volland hätten schon früh treffen können.

Effektiver war aber die Hertha, bei der Torjäger Vedad Ibisevic zunächst nur auf der Bank saß. Nach einem schulbuchmäßigen Angriff über Krzysztof Piatek und Lukebakio vollendete Cunha mit toller Schusstechnik zum 1:0. Kurz darauf hätte der Brasilianer das 2:0 erzielen müssen, vergab aber freistehend vor Bayer-Keeper Lukas Hradecky.

Hertha agierte auch nach der Führung weiter betont defensiv und arbeitete viel gegen den Ball. Der etatmäßige Innenverteidiger Niklas Stark sicherte im defensiven Mittelfeld neben Marko Grujic ab. Leverkusen kombinierte bis zum Strafraum sehenswert, doch der letzte Pass lief oft ins Leere, auch fehlten die Ideen vor dem Tor, sodass die Führung der Hausherren zur Pause durchaus verdient war.

Hertha: Piatek tanzt Hradecky aus - Lukebakio staubt ab

Nach dem Wechsel waren die Rheinländer um den Ausgleich bemüht, doch Hertha blieb der extrem unangenehme Gegner, der im Zweikampf keinen Meter preisgab und sich in jeden Ball warf. Auch Leverkusens umworbener Jung-Star Havertz fand als hängende Spitze keine Mittel, die Berliner Mauer zu durchbrechen.

Hertha blieb immer gefährlich und hatte die richtigen Antworten. Beim 2:0 der Hausherren ließ 22-Millionen-Mann Piatek seine Klasse aufblitzen. Der Pole hielt sich bei seinem Sturmlauf Richtung Tor zwei Gegenspieler vom Leib, tanzte Keeper Hradecky aus, ehe Lukebakio auf der Linie für ihn zur Zwei-Tore-Führung vollendete.

Leverkusens Trainer Peter Bosz dirigierte die Spieler aus seiner Coachingzone weiter nach vorne und wechselte mit Paulinho neuen Angriffsschwung ein, doch in der gegnerischen Box fiel den Gästen erstaunlich wenig ein, auch bei hohen Bällen und Standardsituationen waren die Hausherren in der Regel zur Stelle.

Hertha BSC gegen Bayer Leverkusen: Die Aufstellungen

Berlin: Jarstein - Pekarik (50. Klünter), Boyata, Torunarigha, Plattenhardt - Grujic, Darida, Stark - Lukebakio (69. Esswein), Piatek (89. Ibisevic), Cunha. - Trainer: Labbadia

Leverkusen: Hradecky - Dragovic, Tah, Tapsoba (57. Alario), Wendell - Baumgartlinger (75. Amiri), Aranguiz (46. Demirbay) - Diaby, Havertz, Bailey (75. Wirtz) - Volland (46. Paulinho). - Trainer: Bosz

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung