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SC Paderborn 07 - SV Werder Bremen 1:5: Entfesselte Werderaner schießen SCP Richtung zweite Liga

SID
Freude pur: Davy Klaassen hauchte Werder Bremen im Abstiegskracher gegen den SC Paderborn mit seinem Doppelpack Leben ein.

Der Abstieg des SC Paderborn ist nahezu perfekt, dafür hat Werder Bremen nach dem 5:1 wieder bessere Chancen auf den Klassenerhalt.

Die frohe Kunde aus Düsseldorf ließ die Werder-Delegation zusätzlich jubeln. Das 5:1 (3:0) der Bremer beim Schlusslicht SC Paderborn bedeutete nicht nur den fast sicheren Abstieg für die Ostwestfalen, sondern auch das große Comeback der Hanseaten, die nun punktgleich mit der Fortuna (0:1 gegen Dortmund) auf Relegationsplatz 16 sind.

"Wir sind immer noch auf einem direkten Abstiegsplatz, gewonnen haben wir heute noch gar nichts", sagte Trainer Florian Kohfeldt bei Sky und trat ein wenig die Euphoriebremse, "am Dienstag kommen die Bayern. Wir brauchen auf jeden Fall noch Siege." Aber der Kantersieg in Ostwestfalen war doch etwas Besonderes aus Bremer Sicht. Kohfeldt: "Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie dem Druck standhalten kann."

SC Paderborn so gut wie abgestiegen

Denn nur ein Sieg konnte dem SV Werder weiterhelfen - die Bremer Profis lieferten. Davy Klaassen per Kopf (20.) und Fuß (39.) sowie Yuya Osako (34.), Maximilian Eggestein (59.) und der eingewechselte Rückkehrer Niclas Füllkrug (90.+2) trafen für das bis dato ungefährlichste Liga-Team, das gegen die Paderborner mehr Treffer als in den vorherigen sechs Partien seit dem Restart erzielte (3 Tore). Abdelhamid Sabiri (66.) verkürzte noch für den Aufsteiger.

Für Füllkrug war es das erste Spiel nach 273 Tagen Pause aufgrund eines Kreuzbandrisses, und er wurde besonders frenetisch von den Mitspielern gefeiert. "Es ist ein leicht emotionaler Moment. Wenn man überlegt, wo man in den neun Monaten gestanden hat", sagte Füllkrug.

Hingegen herrschte beim SCP Untergangsstimmung. "Wir hatten keine Antwort auf nichts", wetterte Trainer Steffen Baumgart. Kapitän Christian Strohdiek ergänzte bei Sky: "Wir waren nicht griffig, ohne und mit Ball. Dann kriegst du in der Liga Probleme."

Paderborns Gjasula stellt Bundesliga-Rekord auf

Der SCP um Kartenrekordhalter Klaus Gjasula hat drei Spieltage vor dem Saisonende nur noch sehr theoretische Chancen auf den Klassenerhalt. Das rettende Ufer ist nicht mehr erreichbar, der Tabellen-16. Düsseldorf nur auf dem Papier noch einholbar. Es droht der zweite Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte.

Dabei vergaben die Gäste zunächst die große Chance auf das 1:0. Als dem Paderborner Außenverteidiger Jamilu Collins der Ball im Sechzehner an die Hand sprang, entschied Schiedsrichter Christian Dingert (Lebecksmühle) zu Recht auf Handelfmeter. Startelf-Rückkehrer Milot Rashica, der vor dem Anpfiff 14 Spiele lang keinen Treffer erzielt hatte, scheiterte mit seinem halbhohen Linksschuss an SCP-Schlussmann Leopold Zingerle (20.).

Der nächste Angriff saß aber: Klaassen köpfte eine Hereingabe sehenswert über Zingerle hinweg ins lange Eck und Kohfeldt stieß an der Seitenlinie eine Faust in den Himmel. Es war das Signal für die nun folgende Werder-Dominanz.

Dass Abräumer Gjasula in der 32. Minute nach seiner bereits 17. Gelben Karte Thomas Hajto überflügelte und einen Bundesliga-Rekord für die meisten Verwarnungen in einer Spielzeit aufstellte, geriet angesichts der effizienten Werder-Vorstellung in den Hintergrund.

SC Paderborn gegen Werder Bremen: Die Aufstellungen

  • SC Paderborn: Zingerle - Jans (46. Ritter), Rumpf, Strohdiek, Collins - Gjasula (64. Pröger), Vasiliadis - Evans (64. Sabiri), Antwi-Adjei (72. Holtmann) - Srbeny (46. Zolinski), Michel. - Trainer: Baumgart
  • Werder Bremen: avlenka - Veljkovic, Vogt, Moisander - Maximilian Eggestein - Gebre Selassie, Augustinsson (76. Friedl) - Klaassen (86. Groß), Rashica (59. Bargfrede) - Sargent (76. Selke), Osako (76. Füllkrug). - Trainer: Kohfeldt
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