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Fortuna Düsseldorf - BVB 0:1: Haaland! Last-Minute-Tor sichert Dortmund drei Punkte

Borussia Dortmund hat im Kampf um Platz zwei beinahe einen Rückschlag hinnehmen müssen. Am 31. Spieltag der Bundesliga gewann der BVB in letzter Sekunde mit 1:0 (0:0) bei Fortuna Düsseldorf - und hatte zuvor bei zwei Pfostentreffern der Hausherren großes Glück.

Joker Erling Haaland strahlte nach seinem Siegtreffer Sekunden vor Schluss, dann zeigte der Jungstar von Borussia Dortmund Mitgefühl. Dem am Boden zerstörten Valon Berisha von Fortuna Düsseldorf half Haaland nach dem Abpfiff tröstend wieder auf - doch es half nichts.

Statt eines unerwarteten Befreiungsschlags im Abstiegskampf verschärft sich die Situation für die Rheinländer nach dem bitteren und unverdienten 0:1 (0:0) weiter. Der Vorsprung auf Werder Bremen auf Abstiegsplatz 17 beträgt nur noch ein Tor.

Der lange phlegmatische und enttäuschende BVB vertagte derweil durch den Sieg die Meisterfeier von Bayern München und steht sicher in der Champions League.

Fortuna Düsseldorf - BVB: Die Stimmen zum Spiel

Uwe Rösler (Trainer Düsseldorf): "Ich bin nicht oft sprachlos, aber heute bin ich es. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir sind fast neun Kilometer mehr gelaufen. Der BVB war im Umschalten kreuzgefährlich, aber wir haben wenig zugelassen - bis auf das Tor. Wir wollten im Spiel bleiben und dann zuschlagen. Leider haben wir uns nicht belohnt."

Steven Skrzybski (Düsseldorf): "Wir müssen den Kopf wieder hochnehmen. Das werden wir auch machen. Die Leistung stimmt positiv. Wir dürfen nicht rumheulen."

Lucien Favre (Trainer BVB): "Das war ein sehr schweres Spiel. Wir haben nicht unverdient gewonnen, aber auch sie hatten zwei Pfostenschüsse. Wir haben alles riskiert, um das Tor zu machen. Düsseldorf war sehr gut organisiert, wir hatten viel Mühe, Torchancen zu kreieren. Am Ende war es ein wenig Glück für uns, aber wir haben alles probiert."

Michael Zorc (Sportdirektor BVB): "Was mich aufregt in den letzten Wochen sind Szenen rund um das Handspiel. Bayerns Jerome Boateng im Spiel gegen uns, da wird ein glasklarer Elfmeter nicht gegeben. In Paderborn und heute in Düsseldorf wird auch gegen uns entschieden. Ich habe kein Handspiel gesehen, weiß nicht mal von wem, schaue mir das aber gerne noch 20 Mal an. Es waren drei Fehlentscheidungen, das ist in Summe für mich nicht mehr nachvollziehbar."

Roman Bürki (BVB): "Wir haben uns enorm schwer getan. Sie haben sehr defensiv gespielt und waren nur aufs Kontern aus. Das haben sie in der zweiten Halbzeit sehr gut gemacht und haben Chancen gehabt. Es ist schon ein bisschen glücklich, dass wir heute als Sieger vom Platz gehen."

Erling Haaland (BVB): "Gute Teams gewinnen an schlechten Tagen. Ich habe auf meine Chance gelauert. Sie kam und ich habe sie genutzt. Das waren drei wichtige Punkte."

Fortuna Düsseldorf - BVB: Die Analyse

Sehr ereignislose erste 45 Minuten mit insgesamt nur drei Torschüssen, die alle von Dortmund stammten. Der BVB mit über 60 Prozent Ballbesitz die dominierende Mannschaft, Düsseldorf verteidigte. Dem Passspiel der Gäste fehlte es aber an Tempo und Ideen, um durch die dichten Reihen der Fortunen zu schlüpfen.

Die einzige Chance für Schwarzgelb vergab Hakimi, der nach einem Konter freistehend vor Kastenmeier hätte treffen müssen. Die Rheinländer fanden dagegen offensiv gar nicht statt und blieben erstmals seit detaillierter Datenerfassung ohne Torschuss in der ersten Hälfte eines Bundesligaspiels.

Nach der für Dortmund dritten torlosen Halbzeit in Folge wandelte sich das Bild nur marginal. Düsseldorf kam zu mehr Spielanteilen und den ersten Ballaktionen im Strafraum, die jedoch ungefährlich blieben. Das Offensivspiel des BVB fiel noch diskreter als zuvor aus, Chancen gab es keine.

Das änderte sich auch nur dezent, als Brandt nach der Hereinnahme von Haaland in eine tiefere Position zurückgezogen wurde und versuchte, das Spiel anzukurbeltn. Die bis dato meiste Aufregung brachte schließlich Minute 64, als Bürki Fortunas bis dato beste Gelegenheit durch Sobottka stark vereitelte und Guerreiro im Gegenzug die später aberkannte Führung für den BVB erzielte.

Die Hausherren waren dem Sieg schließlich sogar näher, doch der eingewechselte Skrzybski traf neun Minuten vor dem Ende genauso nur den Pfosten wie später in der Nachspielzeit. Da sorgte Haaland überraschend für Dortmunds am Ende sehr glücklichen Dreier.

Fortuna Düsseldorf gegen BVB: Die Aufstellungen

Düsseldorf: Kastenmeier - Ayhan, Hoffmann, Gießelmann - Zimmermann, Stöger, Sobottka (81. Morales), Suttner (76. Skrzybski) - Berisha, Karaman (81. Hennings), Thommy (83. Zimmer).

BVB: Bürki - Piszczek, Hummels, Akanji - Hakimi, Witsel (61. Haaland), Can, Guerreiro - Sancho, Brandt, Hazard (74. Reyna).

Fortuna Düsseldorf gegen BVB: Die Daten des Spiels

Tor: 0:1 Haaland (90.+5)

  • Dortmunds Piszczek absolvierte sein 250. Bundesligaspiel für den BVB.
  • Düsseldorfs Gießelmann sah die 5. Gelbe Karte und fehlt am 32. Spieltag in Leipzig.
  • BL-Rekord eingestellt! Haaland ist mit seinem sechsten Joker-Tor nicht nur der erfolgreichste Einwechselspieler dieser BL-Saison, er stellt auch den Rekord von Nils Petersen ein, dem 2014/15 als zuvor einzigem BL-Spieler sechs Joker-Tore in einer Rückrunde gelangen.

  • Haalands Treffer war Dortmunds zehntes Jokertor in der laufenden Saison - Höchstwert zusammen mit Hoffenheim.
  • Dortmunds Akanji gab beim 1:0 seinen ersten Assist im 65. BL-Spiel.
  • Mit 82 Saisontoren hat der BVB schon 3 Runden vor Schluss seinen Saisonrekord aus der Spielzeit 2015/16 eingestellt.

  • Insgesamt elf Torschüsse waren die wenigsten in einem BL-Spiel seit November 2015 (bei Hertha - Hoffenheim waren es damals sogar nur 8).

Der Star des Spiels: Erling Haaland (BVB)

Feierte nach zwei Partien Pause sein Comeback nach einer guten Stunde. Kam anschließend kaum an den Ball, war aber an der Entstehung des zurückgenommenen 1:0 beteiligt und köpfte in der Nachspielzeit per Kopf das Tor des Spiels.

Der Flop des Spiels: Thorgan Hazard (BVB)

Der Unauffälligste des Dortmunder Offensiv-Trios. Sah in der zweiten Halbzeit Gelb wegen Ballwegschlagens und musste in der 74. Minute runter.

Der Schiedsrichter: Sascha Stegemann

Hatte mit der fairen Partie keine Probleme. Korrekt, dass er unmittelbar vor dem vermeintlichen Dortmunder Führungstor Vorteil für Düsseldorf laufen ließ - er hätte Piszczek jedoch für sein Foul an Thommy Gelb zeigen müssen. Regelkonform auch die Entscheidung, den Treffer von Guerreiro nach VAR-Eingriff abzuerkennen, auch wenn der Dortmunder den Abpraller mehr an seine Schulter, als an seinen angelegten Arm bekam.

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