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Bayer 04 Leverkusen - FC Bayern München 2:4: Neuer Bundesligarekord! FCB weiter unaufhaltsam Richtung achtem Titel in Folge

Der FC Bayern München hat gegen Bayer 04 Leverkusen gewonnen.

Der FC Bayern München setzt seine Siegesserie auf dem Weg zum achten Meistertitel in Folge weiter fort. Am 30. Spieltag gewann der FCB bei Bayer Leverkusen mit 4:2 (3:1) - und stellte dabei einen neuen Bundesliga-Rekord auf: 90 Tore nach 30 Saisonpartien gelangen in der Geschichte der Liga noch keiner Mannschaft. Trainer Hansi Flick fand dennoch nach Schlusspfiff das vielzitierte Haar in der Suppe.

Hansi Flick war seine Zufriedenheit anzusehen. Der FCB-Cheftrainer klatschte mit strahlendem Gesicht mit Kapitän Manuel Neuer ab, durch das souverän herausgespielte 4:2 (3:1) bei Champions-League-Aspirant Bayer Leverkusen wurde eine weitere wichtiger Etappe auf dem Weg zum achten Meistertitel in Folge erfolgreich bewältigt.

Nur eine Sache stieß dem Bayern-Trainer nach dem neunten Auswärtssieg in Folge sauer auf: Robert Lewandowski und Thomas Müller - aktuell beide in bestechender Form - werden am kommenden Wochenende im nächsten Spitzenspiel gegen Borussia Mönchengladbach gelbgesperrt fehlen.

"Das ist schon ärgerlich!", sagte Flick nach Abpfiff: "Aber wir können nichts machen, müssen es so nehmen. Es gab Emotionen am Spielfeldrand. Ich habe mich auch mit Manuel Gräfe unterhalten. Er hat einen Schlag von Robert gesehen - das kann ich nicht beurteilen. Thomas hat sich vor den Ball gestellt beim Freistoß - das müssen akzeptieren wir."

Kapitän Neuer attestierte dem deutschen Rekordmeister derweil, "eine gewisse Zeit gebraucht" zu haben, dann jedoch "die bessere Mannschaft" gewesen zu sein und "eiskalt zugeschlagen" zu haben. Nach dem frühen Führungstreffer der Leverkusener durch Lucas Alario (9.), kamen die Bayern ins Rollen und gewannen am Ende deutlich und verdient mit 4:2. Es war der elfte Pflichtspielsieg in Folge für die Münchner. Leon Goretzka analysierte die jüngste Erfolgsserie: "Wir schaffen es gut, uns in den Matchday-Modus zu bringen."

Bayer Leverkusen - FC Bayern München: Die Stimmen zum Spiel

Peter Bosz (Trainer Leverkusen): "Der FC Bayern ist eine Top-Mannschaft, das haben wir heute gesehen. Wir haben zurecht verloren. Wir waren nicht unserer Top-Verfassung - das hatte mit der Qualität von Bayern zu tun, aber auch mit uns: Wir haben heute zu viele Fehler gemacht. Wenn nicht alle elf Spieler in einer Top-Verfassung sind, wird's schwierig. Wir waren oft nicht mutig genug, haben zu viele einfache Fehler gemacht. Und das darf nicht passieren, wenn man gegen den FC Bayern gewinnen will. Es ist ein Unterschied, ob man mit einem 1:2 oder 1:3 in die Halbzeit geht. Einer Top-Mannschaft, wie wir es sein wollen, darf es nicht passieren, kurz vor der Pause zwei Gegentore innerhalb von drei Minuten zu kassieren.

Hansi Flick (Trainer Bayern): "Leverkusen ist eine sehr spielstarke Mannschaft. Für uns war es deshalb wichtig, dass wir möglichst wenig Fehler machen. Wir hatten davon heute trotzdem den einen oder anderen zu viel. Wir haben ein bisschen gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Der Rückstand war dann ein kleiner Weckruf. Es zeigt die Einstellung und Mentalität der Mannschaft, wie sie dann zurückgekommen ist."

Manuel Neuer (Kapitän Bayern): "Die Mentalität der Mannschaft: Klar, du bekommst nach neun Minuten das erste Gegentor, spielst natürlich gegen eine gute Mannschaft. Wolfsburg hat hier auch gewonnen, dementsprechend können wir das allemal."

Leon Goretzka (Bayern): "Es war ein gutes Spiel. Wir sind nicht gut hineingekommen, aber das ist das, was uns momentan auszeichnet: Dass wir dann zurück ins Spiel finden über den Kampf und die Zweikämpfe. Gegen so eine starke Mannschaft musst du das Spiel dann erstmal drehen."

Bayer Leverkusen - FC Bayern München: Die Analyse

Leverkusen musste auf Havertz verzichten, zeigte in der ersten Hälfte der ersten Hälfte aber eine gute Leistung. Bayer war lauffreudig und legte gegen den Ball mit einer Fünferkette und zwei Sechsern großen Wert auf eine Verdichtung des Zentrums, auch weil dort die Bayern im Hinspiel häufig durchgebrochen waren.

Im Spiel nach vorne wurde das Flügelspiel über Bailey und Bellarabi betont. So entstand auch Alarios Führungstreffer nach Leverkusens erstem Schuss aufs Tor. Die Bayern, die Hernandez durch Boateng ersetzten, allerdings schon zu Beginn mit einer guten Balance im Pressing und mit zunehmender Spieldauer immer gefährlicher rund um das Tor von Hradecky.

Der Ausgleich deutete sich daher ein wenig an, auch weil die Werkself in dieser Phase teils zu hoch stand und im Umschaltspiel auf Defensive keine gute Staffelung bewies. Nach Goretzkas haltbarem Führungstreffer vergab Gnabry zunächst noch eine Großchance zum 3:1, ehe er drei Minuten und 33 Sekunden nach dem 2:1 den dritten Bayern-Treffer erzielte.

Die Hausherren wechselten zur Pause dreifach und stellten auf Viererkette um, nach Paulinhos Hereinnahme auf ein 4-4-2 mit dem Brasilianer an Alarios sowie Comebacker Vollands Seite. Leverkusen verzeichnete fortan zwischenzeitlich über 60 Prozent Ballbesitz und gewann die Mehrzahl der Zweikämpfe, blieb im letzten Drittel jedoch zu wenig zielstrebig.

Die Bayern dagegen immer dann gefährlich, wenn sie ins Umschaltspiel kamen, da Bayers Konterabsicherung durchweg schwach war. Die Begegnung blieb gegen Ende ohne echte Highlights - bis auf den schönen Schlenzer des eingewechselten Bayer-Youngsters Witz. Der verdiente Sieg der Münchner hätte theoretisch aber noch höher ausfallen können.

Bayer Leverkusen - FC Bayern München: Die Aufstellungen

Leverkusen: Hradecky - Dragovic, S. Bender, Tapsoba - Amiri (46. Demirbay), Aranguiz, Baumgartlinger (62. Paulinho), Bailey (46. Wendell), Bellarabi (46. Wirtz), Diaby - Alario (76. Volland).

FC Bayern: Neuer - Pavard, Boateng, Alaba, Davies (85. Hernandez) - Kimmich, Goretzka (74. Thiago), Coman (67. Perisic), Müller, Gnabry (74. Martinez) - Lewandowski.

Bayer Leverkusen gegen FC Bayern: Die Daten des Spiels

  • Tore: 1:0 Alario (9.), 1:1 Coman (27.), 1:2 Goretzka (42.), 1:3 Gnabry (45.), 1:4 Lewandowski (66.), 2:4 Wirtz (89.)

  • Neuer BL-Rekord! 90 Tore nach 30 Saisonspielen gelangen in der Geschichte noch keiner Mannschaft.

  • Neuer BL-Rekord! Als erster Spieler seit detaillierter Datenerfassung 2004/05 sammelt Müller an den ersten 30 Spieltagen einer Saison 19 Torvorlagen. Mit dem Assist zum 4:1 stellte er auch den Gesamtrekord in einer Saison von De Bruyne (2014/15) ein. 26 Scorerpunkte in einer Saison (7 Tore, 19 Assists) gelangen ihm zudem noch nie.

  • Bayers Wirtz erzielte seinen ersten Treffer in der Bundesliga und ist mit 17 Jahren, einem Monat und drei Tagen der jüngste BL-Torschütze der Geschichte!
  • Goretzka absolvierte sein 50. Bundesliga-Spiel für die Bayern. Thiago kam zu seinem 150. Spiel im Oberhaus.

  • Die Bayern lagen in der Bundesliga erstmals 2020 mit 0:1 zurück. Zuletzt gab es das Mitte Dezember beim 6:1 gegen Bremen.

  • Im 20. Bundesliga-Spiel als Trainer sah Flick nun 65 Tore seiner Mannschaft - in der BL-Geschichte konnte kein anderer Trainer in seinen ersten 20 Spielen so viele Treffer bejubeln.

  • Lewandowski und Müller sahen ihre 5. Gelbe Karte und fehlen damit am kommenden Wochenende gegen Gladbach. Für Müller ist es das erste Mal, dass er mit einer Gelbsperre aussetzen muss.

  • Gnabry erzielte sein zwölftes Saisontor und stellte einen neuen persönlichen Rekord in der Bundesliga auf.

  • 30. BL-Saisontor für Lewandowski - das schaffte er zuvor nur 2015/16 und 2016/17! 44 Pflichtspieltreffer in einer Spielzeit und nun 30 Tore nach 30 Spieltagen sind zudem neuer persönlicher Rekord - solch eine Quote hatte zuletzt Gerd Müller 1972/73 (33 Tore nach 30 Spieltagen).
  • Negativer BL-Rekord dagegen für Bayer: Erstmals in der Vereinsgeschichte kassiert Leverkusen in zwei Heimspielen in Folge vier Gegentreffer.

Der Star des Spiels: Leon Goretzka (FC Bayern München)

Gerade in der entscheidenden Phase der Partie in Halbzeit, als die Bayern das Spiel in ihre Richtung drehten, mit der beste Mann auf dem Feld. Wie zuletzt stark in Defensive und Offensive. Wies die beste Passquote beim FCB auf, auch in der gegnerischen Hälfte. Hat nun alle seine fünf Saisontore in der Rückrunde erzielt und erstmals in seiner Karriere fünf Torvorlagen in einer Bundesliga-Saison gesammelt.

Der Flop des Spiels: Lukas Hradecky (Bayer Leverkusen)

Der Finne im Kasten der Werkself machte bei allen Gegentoren im ersten Abschnitt keine gute Figur. Sein zögerliches und abgebrochenes Herauskommen vor dem 1:1 machte es Coman einfach, das 1:2 war haltbar und auch bei Gnabrys Lupfer zum 1:3 stand er im Niemandsland und zu weit vor seinem Tor.

Der Schiedsrichter: Manuel Gräfe

Gewohnt unaufgeregte und souveräne Spielleitung. Zeigte Coman nach acht Minuten wegen Schwalbe richtigerweise Gelb. Auch alle anderen persönlichen Strafen gingen in Ordnung. Gute Inanspruchnahme des Videoschiedsrichters nach der Bayer-Führung, der belegte, dass Alario nicht im Abseits stand.

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