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Schalke 04 - Werder Bremen 0:1: Bittencourt verschärft Schalker Krise und Druck auf Wagner

Nübel fliegt gegen Bittencourts Schlenzer vergebens.

Der FC Schalke 04 hat seine trostlose Talfahrt unter Trainer David Wagner fortgesetzt. Mit dem 0:1 (0:1) gegen Werder Bremen kassierten die Königsblauen ihre vierte Niederlage nach der Corona-Pause und rutschten auf Platz zehn ab. Die Bremer machten dank eines ansehnlichen Treffers von Leonardo Bittencourt Boden im Abstiegskampf gut und stehen nach der Pleite von Fortuna Düsseldorf beim FC Bayern (0:5) nur noch zwei Punkte hinter dem Relegationsplatz.

"Es war ein extrem wichtiger Sieg für uns", sagte Werder-Trainer Kohfeldt nach Spielende bei Sky. "Schalke war in der zweiten Halbzeit sehr aggressiv und giftig, uns ging ein wenig die Struktur ab. Aber die Galligkeit war von der ersten bis zur letzten Minute da. Sieben Punkte aus den letzten drei Spielen machen uns glücklich, aber wir sind immer noch hinten dran und müssen weiter punkten."

S04-Coach Wagner ärgerte sich über das passive Auftreten seiner Mannschaft in Durchgang eins und speziell die Entstehung des Gegentors. "Ich will nicht sagen, dass die zweite Halbzeit gut war, aber sie war besser als die erste. Wir haben gekämpft und uns mehr Chancen als der Gegner erspielt. Aber am Ende steht eine Niederlage und ein wahnsinniger individueller Fehler. Solche Fehler müssen wir abstellen. Leider haben wir aktuell auch nicht die Chancenverwertung, wie man sie in einer solchen Phase braucht. Wir sind enttäuscht und sauer."

Schalke 04 - Werder Bremen: Die Stimmen zum Spiel

Um das elfte sieglose Bundesliga-Spiel in Folge abzuwenden, setzte Wagner neben der überraschenden Begnadigung von Torhüter Nübel drei weitere personelle Impulse: Miranda rutschte für Oczipka auf die linke Seite, Todibo verteidigte anstelle von Nastastic in der Dreierkette und Burgstaller machte an vorderster Front für Gregoritsch Platz.

Seinem 3-4-3 blieb Wagner treu. Tatsächlich glich das Schalker System in der ersten Halbzeit aber einem 9-1-0. Die Hausherren verbarrikadierten sich in abstiegsreifer Manier in ihrer eigenen Hälfte und überließen dem Tabellenvorletzten aus Bremen die Kontrolle über das Spiel, ohne selbst den Anschein zu erwecken, spielerisch etwas bewirken zu wollen. Der Ballbesitz der Königsblauen in den ersten 30 Minuten lag bei 18 Prozent. Gregoritsch, dessen Aufgabe darin bestand, die Bremer Innenverteidiger Langkamp und Moisander anzulaufen, wurde von seinen "Offensiv"-Kollegen allein gelassen.

Aber auch in der neuen Wagner'schen Königsdisziplin, dem Verteidigen, leistete die Schalker Elf einen 45-minütigen Offenbarungseid. Insbesondere Barca-Leihspieler Todibo, der das Bremer Führungstor durch Bittencourt (32.) mit einem Ballverlust in der eigenen Hälfte einleitete. Schubert-Vertreter Nübel war bei dem satten Linksschuss des Ex-Dortmunders machtlos.

Wagner blieb nach dem Seitenwechsel nichts anderes übrig, als seinen Angsthasen-Plan über den Haufen zu werfen. Er reagierte mit mehreren Offensivwechseln. Daraufhin zeigte seine Mannschaft zwar ein anderes, ungewohntes Gesicht, denn sie präsentierte sich plötzlich aggressiv, mutig und um Tore bemüht. Ihrer unzureichenden Präzision im Abschluss (von zehn Schüssen ging nur einer auf Pavlenkas Tor) und ihrem fehlerhaften Passspiel (nur knapp 70 Prozent aller Pässe kamen an) blieb sie aber treu.

Die Gäste aus Bremen, die mit Bittencourt und Rashica ihre zwei gefährlichsten Angreifer im Laufe der Partie verloren, verteidigten leidenschaftlich bis zum Schluss und entführten die drei Punkte alles andere als unverdient zurück an die Weser.

Schalke 04 - Werder Bremen: Die Aufstellungen

Schalke 04: Nübel - Kabak, Sane, Todibo (46. Oczipka) - Kenny, McKennie (55. Boujellab), Schöpf, Miranda (80. Burgstaller) - Matondo (46. Raman), Caligiuri, Gregoritsch (58. Kutucu)

Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Langkamp, Moisander, Friedl - M. Eggestein, Vogt, Klaassen - Bittencourt (46. Osako, 91. Groß) - Sargent (70. Bargfrede), Rashica (58. Selke)

Schalke 04 - Werder Bremen: Die Spieldaten

  • Tore: 0:1 Bittencourt (32.)

  • In der Fremde daheim: Zehn der letzten elf Bundesliga-Tore erzielte Bremen in Auswärtsspielen.
  • Allein Bremens Innenverteidiger Moisander spielte vor der Pause 80 Pässe, die gesamte Schalker Mannschaft 117.
  • Schalke holte aus seinen ersten zwölf Rückrundenspielen nur sieben Punkte, so wenige wie nie zuvor in der Bundesliga. Gemeinsam mit Paderborn ist S04 das schwächste Team der Rückrunde.

Der Star des Spiels: Leonardo Bittencourt (Werder Bremen)

Erzielte mit einem schönen Schlenzer das goldene Tor des Nachmittags. War an vier der letzten fünf Bremer Tore direkt beteiligt (zwei Tore, zwei Assists). Musste zur Pause verletzt runter.

Der Flop des Spiels: Jean-Clair Todibo (Schalke 04)

Produzierte mit seinem Tänzchen kurz vor der Mittellinie den folgenschweren Ballverlust, der zum Bittencourt-Treffer führte. Brachte überhaupt nur 53,8 Prozent seiner Pässe an seine Mitspieler. Wurde folgerichtig zur Pause ausgewechselt.

Der Schiedsrichter: Felix Zwayer

Zeigte insgesamt eine souveräne Vorstellung. Hätte McKennie nach dessen Check gegen Osako in der 51. Minute auch mit Gelb-Rot vom Platz schicken können.

Die Tabelle der Bundesliga

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.Bayern München2986:285867
2.Borussia Dortmund2874:344057
3.Bayer Leverkusen2954:361856
4.RB Leipzig2870:294155
5.Borussia M'gladbach2853:341953
6.Wolfsburg2941:36542
7.TSG Hoffenheim2940:48-842
8.SC Freiburg2938:41-338
9.Hertha BSC2943:50-738
10.Schalke 042934:46-1237
11.1. FC Köln2844:52-834
12.Eintracht Frankfurt2846:53-732
13.1. FC Union Berlin2833:48-1531
14.FC Augsburg2940:56-1631
15.1. FSV Mainz 052937:62-2528
16.Fortuna Düsseldorf2931:58-2727
17.Werder Bremen2830:59-2925
18.SC Paderborn 072831:55-2419
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