Fussball

Fortuna Düsseldorf - Eintracht Frankfurt 1:1: Chandlers Last-Minute-Tor vermiest Röslers Debüt

Von SPOX/SID
Fortuna Düsseldorf steht durch den Sieg gegen Frankfurt nun auf dem Relegationsplatz.

Trainer Uwe Rösler hat bei seiner Bundesliga-Premiere mit Fortuna Düsseldorf den erhofften Befreiungsschlag verpasst. Die abstiegsbedrohten Rheinländer trennten sich im ersten Spiel nach der prägenden Amtszeit von Friedhelm Funkel trotz einer ansprechenden Leistung 1:1 (0:0) von Eintracht Frankfurt und mussten den Ausgleich in der Nachspielzeit hinnehmen.

Damit verließ die Fortuna zunächst den letzten Tabellenplatz, könnte im Laufe des 20. Spieltags aber wieder abstürzen. Kaan Ayhan (78.) brachte Düsseldorf mit einem abgefälschten Freistoß in Führung, Timothy Chandler (90.+4.) erzielte aber noch das späte 1:1.

Rösler, der am Mittwoch geräuschvoll für den am selben Tag entlassenen Funkel vorgestellt worden war, hat vor der anstehenden englischen Woche mit Auswärtsspielen im Pokal beim 1. FC Kaiserslautern und in der Liga beim VfL Wolfsburg viel Arbeit vor sich.

"Das ist ein Stich ins Herz", sagte der harsch kritisierte Sportvorstand Lutz Pfannenstiel bei Sky: "Wir haben 90 Minuten guten Fußball gespielt, wir haben viel richtig gemacht, aber unter dem Strich steht nur ein 1:1."

Frankfurt bleibt im neuen Jahr nach Siegen in Hoffenheim und gegen Spitzenreiter Leipzig ungeschlagen und besitzt einen komfortablen Vorsprung auf die Abstiegszone.

Fortuna Düsseldorf - Eintracht Frankfurt: Die Stimmen

Uwe Rösler (Trainer Fortuna Düsseldorf): "Ich habe mich sehr gefreut über mein erstes Spiel in der Bundesliga. Noch mehr habe ich mich über den Beginn des Spiels gefreut, gerade über die Zuschauer. Sie haben uns von Anfang an total unterstützt. Die Mannschaft hat den Matchplan umgesetzt, gegen eine sehr, sehr starke Eintracht. Wir müssen lernen, uns zu belohnen. Wir müssen unsere Konter stärker ausspielen."

Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt): "Ein absolut glücklicher Punkt. Zum Schluss bin ich natürlich zufrieden, die Leistung war nicht gut. Düsseldorf hat gezeigt, dass sie sehr gut Fußball spielen können. Das hat zu großen Teilen auch mit uns zu tun gehabt. In unserer Situation ist es wichtig, dass man auch mal so einen Punkt mitbringt."

Zack Steffen muss weiter aussetzen

Rösler wechselte bei seinem Debüt im deutschen Oberhaus personell durch und schenkte Valon Berisha zwei Tage nach dessen Verpflichtung gleich das Vertrauen, Kevin Stöger gab neben ihm im zentralen Mittelfeld sein Startelfcomeback. US-Nationaltorhüter Zack Steffen schaffte, anders als angekündigt, hingegen nicht die Rückkehr zwischen die Pfosten. Ihn ersetzte erneut der zuletzt patzende Florian Kastenmeier.

Rösler verfolgte das Spiel mit einer schwarzen Weste zunächst im Sitzen und erhob sich immer wieder für Anweisungen an sein Team. Dieses startete vor 45.018 Zuschauern mutig: Der spielfreudige Stöger und Berisha waren die Kreativzentrale, Matthias Zimmermann gab früh einen ersten Warnschuss ab (5.). Auf der Gegenseite rettete Kastenmeier gegen Timothy Chandler (7.).

Anschließend verflachte die Partie. Die Gäste, die auf den Hinspieltorschützen Bas Dost (Magen-Darm) hatten verzichten müssen, gewannen etwas mehr Feldanteile. Gefahr resultierte daraus aber kaum, Fortuna hatte gerade die schnellen Frankfurter Außenspieler im Griff und stand kompakt.

Kevin Trapp ohne Chance beim Gegentor

Selbst kam das Rösler-Team nur schwer vor das gegnerische Tor, häufig scheiterte es am letzten Pass. Als es einmal schnell von Nana Ampomah auf dessen Sturmpartner Rouwen Hennings ging, schoss der Ball knapp rechts am Tor vorbei (37.). Kurz darauf verzog Düsseldorfs Alfredo Morales deutlich (39.).

Die Fortuna-Fans, bei denen Funkel ein hohes Ansehen genoss, unterstützten die Mannschaft lautstark, würdigten aber auch den geschassten Routinier: "Die Leute vereint und den Verein geprägt - Friedhelm, wir verneigen uns" stand auf einem Banner in der Südkurve.

Nach einer Riesenchance durch Djibril Sow (46.) kurz nach Wiederbeginn fingen sich die Gastgeber und jubelten kurze Zeit später. Das Tor von Ampomah nach starker Außenrist-Vorarbeit von Berisha nahm Schiedsrichter Frank Willenborg (Osnabrück) nach Überprüfung durch den Kölner Keller aber wegen einer Abseitsstellung berechtigterweise zurück.

Düsseldorf schüttelte sich und blieb in der zunehmend hitzig werdenden Partie auffälliger, kam aber nur selten in eine Abschlussposition. Die Frankfurter Mannschaft von Trainer Adi Hütter beschränkte sich weitgehend aufs Kontern. Ayhans Freistoß wurde dann von Danny da Costa so unglücklich abgefälscht, dass Kevin Trapp im Frankfurter Tor keine Chance hatte. Bei Chandlers Ausgleich sah der Video-Assistent genau hin, konnte aber keine Abseitsstellung feststellen.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung