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FC Bayern - Schalke 04: FCB rückt nach Gala an Leipzig ran - "Alle wissen, dass Bayern wieder da ist"

Der FC Bayern zeigte beim 5:0 gegen Schalke eine nahezu perfekte Teamleistung.

Der FC Bayern ist wieder voll im Rennen um die deutsche Meisterschaft. Die Münchner deklassierten Schalke 04 im Topspiel des 19. Spieltags mit 5:0 (2:0) und verkürzten den Rückstand auf Tabellenführer RB Leipzig nach deren Niederlage in Frankfurt auf nur noch einen Punkt. Am übernächsten Spieltag (9. Februar) empfängt der FCB die Sachsen in der Allianz Arena.

Die Tore zum hochverdienten Sieg des in allen Belangen überlegenen Titelverteidigers vor ausverkauftem Haus erzielten Robert Lewandowski (6.), Thomas Müller (45.), Leon Goretzka (50.), Thiago (58.) und der eingewechselte Serge Gnabry (89.).

Nach der Machtdemonstration gegen den Verfolger, der bei einem Sieg in München nach Punkten hätte gleichziehen können, gab Trainer Hansi Flick seinen Profis den Sonntag frei. Montag beginnt dann die Vorbereitung auf die Auswärtspartie in Mainz am kommenden Samstag, ehe es eine Woche später zum Kracher gegen Spitzenreiter Leipzig kommt.

"Wir wollten unser Spiel und unsere Philosophie mit einer hohen Intensität von Anfang an durchsetzen. Das ist uns echt gut gelungen. Wenn du 5:0 gewinnst, sind auch die aberkannten Tore in der ersten Halbzeit leicht zu verschmerzen", sagte der hochzufriedene Flick.

Die Gelsenkirchener warten nunmehr seit elf Jahren auf einen Bundesliga-Sieg gegen Bayern und verpassten durch die vierte Saisonniederlage, nach Punkten wieder mit Erzrivale Borussia Dortmund gleichzuziehen.

Zudem war es die höchste Pleite gegen den deutschen Rekordmeister seit dem 1:8 im April 1988. Eingeleitet wurde die Niederlage durch einen Patzer von Keeper Markus Schubert, weshalb ein erneuter Torwartwechsel zum in München letztmals gesperrten Alexander Nübel wahrscheinlich ist.

FC Bayern - Schalke 04: Die Stimmen

Hansi Flick (Trainer FC Bayern): "Es hat mich vor dem Spiel gar nicht interessiert, was Leipzig gemacht hat. Aber man kriegt es natürlich schon mit. Es kann schon sein, dass es die Spieler noch mehr motiviert hat. Entscheidend sind unsere drei Punkte, egal wer wie vorgelegt hat. Die Art und Weise unseres Auftritts muss uns noch mehr Selbstvertrauen geben. Unsere Qualität im Kader ist überragend. Wenn ich so nachlegen kann wie heute, bin ich sehr zufrieden."

Hasan Salihamidzic (Sportdirektor FC Bayern): "Es war ein hervorragendes Spiel und hat richtig Spaß gemacht zuzuschauen. Da muss man der Mannschaft und dem Trainer ein richtig großes Kompliment machen.

Manuel Neuer (FC Bayern): "Alle wissen in der Bundesliga, dass der FC Bayern München wieder da ist. Aber wir wissen auch, dass die Konkurrenz nicht schläft. Leipzig ist noch einen Punkt vor uns. Sie haben eine starke Mannschaft, deshalb gibt es jetzt keine Kampfansage von uns."

Thomas Müller (FC Bayern): "Heute sind wir sehr zufrieden. Unser Plus war auch unsere Aggressivität gegen den Ball. Wir spielen als Mannschaft gut und wenn du fünf Tore schießt, dann ist die Gefahr groß, dass du als Offensivspieler auch glänzen kannst. Es stachelt natürlich an, wenn man auf den Fehler der Konkurrenz wartet und den dann sieht."

Leon Goretzka (FC Bayern): "Klar war das Tor für mich etwas Besonderes. Es ist kein Geheimnis, dass ich dort fünf unheimlich schöne Jahre hatte und mich sehr wohlgefühlt habe. Ich wusste nicht so recht, wohin mit dem Ball, dann dachte ich mir, im Zweifel einfach ins Tor schießen."

David Wagner (Trainer FC Schalke 04): "Natürlich ist es enttäuschend. Die Bayern waren heute bockstark und wir waren nicht so stark, wie wir sein können. Wenn du hier was mitnehmen willst, muss sehr viel zusammenkommen. Das war heute nicht der Fall. Bayern war einfach klar besser."

"Wir werden am Freitag in Berlin die Reaktion zeigen, die der Mannschaft zu Gesicht steht. Die Mannschaft ist viel zu geschlossen und klar im Kopf, dass uns so eine Niederlage den Boden unter den Füßen wegreißt."

zur Torhüterfrage: "Wir werden uns in den nächsten Tagen die Zeit geben darüber nachzudenken. Schubert hat heute auch noch einige sehr gute Bälle gehalten. Es hätte auch noch höher ausgehen können. Er war natürlich auch bei zwei Toren mit dabei. Das brauchen wir auch nicht verschweigen."

Sascha Riether (Koordinator Lizenzspielerabteilung Schalke 04): "Wir wurden richtig verprügelt, das war die schlechteste Leistung der Saison. Wir haben von der ersten Minute an nichts von dem auf den Platz gebracht, was man von Schalke in dieser Saison gewohnt ist. Man hat gesehen, wenn wir nicht diese Laufbereitschaft, Energie und Leidenschaft auf den Platz bringen, dann können wir von der Qualität her einfach nicht mit Bayern mithalten. Ich hatte den Eindruck, dass die Bayern von der Niederlage der Leipziger motiviert waren. Es gibt solche Spiele. Wir müssen jetzt wieder aufstehen."

Bastian Oczipka (Schalke 04): "Wir haben das vermissen lassen, was uns in den anderen Saisonspielen ausgezeichnet hat. Wenn man sich so präsentiert, ist das Ergebnis auch gerechtfertigt. Wir sind einfach nicht in die Partie gekommen. Das war viel zu wenig."

FC Bayern - Schalke 04: Die Analyse

Die Partie vor 75.000 Zuschauern begann äußerst turbulent. Zunächst vergab Schalkes Serdar freistehend, dann profitierte Lewandowski (21. Saisontor) beim 1:0 von einem bösen Patzer von S04-Keeper Schubert bei einer Müller-Flanke. Drei Minuten später hatte Matondo den Ausgleich auf dem Fuß, doch der abgefälschte Schuss segelte über Neuer hinweg an die Latte und nicht ins Tor.

Danach beruhigte sich das Spiel und das extrem passsichere Team von Hansi Flick, der Neuzugang Alvaro Odriozola 90 Minuten auf der Bank beließ, wurde von Minute zu Minute dominanter. Die Schalker zogen sich hingegen weit zurück und standen so lange sicher, bis die Gastgeber das Spiel schnell machten.

Zweimal hatten die Königsblauen aber Glück, weil sowohl Müller (17.) als auch Lewandowski (37.) bei ihren Toren haarscharf im Abseits standen. Dass dennoch Müller noch vor der Pause das 2:0 nachlegte, war die Konsequenz aus 78 Prozent Ballbesitz und Schalkes viel zu passiver Spielweise.

Wer nach der Kabinenansprache von David Wagner ein Aufbäumen der Gäste erwartet hatte, sah sich getäuscht. Stattdessen dominierten die Bayern die Begegnung nun vollständig nach Belieben. Unmittelbar nach Wiederanpfiff konnte Schubert zweimal retten, doch dann war er gegen Goretzkas Seitfallzieher ebenso machtlos wie wenig später gegen Thiago.

Danach verwaltete der Tabellenzweite das Spiel, blieb aber weiter klar spielbestimmend. Kurz vor Schluss traf der eingewechselte Gnabry zum Endstand.

Die Daten des Spiels FC Bayern München gegen FC Schalke 04

  • Tore: 1:0 Lewandowski (6.), 2:0 Müller (45.), 3:0 Goretzka (50.), 4:0 Thiago (58.), 5:0 Gnabry (89.)
  • Gegen keine andere Mannschaft kassierte der FC Schalke 04 in der Bundesliga so viele Niederlagen (54) und so viele Gegentore (214) wie gegen Bayern München
  • Schalke 04 ist gegen den FC Bayern München seit 19 Bundesliga-Spielen sieglos (drei Remis, 16 Niederlagen). Gegen keinen anderen Gegner haben die Gelsenkirchener in ihrer Bundesliga-Historie eine derart lange Sieglosserie. Der letzte Sieg in der Liga datiert somit weiter aus dem Jahr 2009
  • Bayern gewann zuletzt fünf Bundesliga-Spiele in Folge, das ist die längste Siegesserie des FCB dieser Saison. Eine längere Siegesserie hatte der FCB letztmals im Februar/März 2019 (sechs Siege)
  • Robert Lewandowski traf in jedem seiner letzten neun Bundesligaspiele gegen Schalke. Damit egalisierte der Pole den Bundesligarekord von Klaus Fischer gegen den VfB Stuttgart (9 Spiele von 1969 bis 1974)
  • Thomas Müller erzielte sein 100. Pflichtspieltor in der Allianz Arena

Der Star des Spiels: Leon Goretzka (FC Bayern München)

Ausgerechnet gegen die alte Liebe zeigte der Ex-Schalker einen seiner besten Auftritte im Bayern-Trikot. Der Nationalspieler war an etlichen Schlüsselszenen beteiligt, bewies im Vorfeld des 2:0 gutes Auge und traf nach der Halbzeit mit einem herrlichen Seitfallzieher zum 3:0.

Der Flop des Spiels: Bastian Oczipka (Schalke 04)

Ein ums andere Mal war der Linksverteidiger zu weit weg, wenn die Bayern das Spiel schnell verlagerten. So auch beim zwischenzeitlichen 0:2, als er Perisic ungestört flanken ließ. In 90 Minuten gewann Oczipka genau einen Zweikampf.

Der Schiedsrichter: Manuel Gräfe

Der Berliner hatte die Begegnung im Griff und kam in der fairen Partie ohne Karten aus. Benötigte allerdings zweimal die Hilfe des Videoassistenten in Köln, der zwei Bayern-Treffer in der ersten Halbzeit durch Müller und Lewandowski zu Recht wegen Abseits nachträglich revidierte.

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