Fussball

SV Werder Bremen - SC Paderborn 07 0:1: Last-Minute-Tor nach Videobeweis: Paderborn siegt in Bremen

Von SPOX/SID
Paderborn besiegt Werder Bremen in letzter Sekunde.

Der SC Paderborn gibt die Rote Laterne an den 1. FC Köln ab. Beim 1:0 (0:0) bei Werder Bremen fiel die Entscheidung nach Videobeweis.

Nach dem Anruf aus Köln waren die Paderborner selbst überrascht. Der Videobeweis bescherte dem Aufsteiger einen Last-Minute-Sieg, mit dem er gar nicht mehr gerechnet hatte. Sven Michels Treffer in der 90. Minute, den das Schiedsrichtergespann zunächst wegen Abseits aberkannt hatte, zählte doch: Dank des 1:0 (0:0) bei Werder Bremen gab der SC Paderborn die Rote Laterne des Tabellenletzten an den 1. FC Köln ab.

Die Ostwestfalen hatten nach dem Abseitspfiff überhaupt nicht protestiert. Die Kontrolle des Videoassistenten ergab aber für alle überraschend, dass das Tor korrekt war.

"Es ist cool, mal nicht mehr das Schlusslicht zu sein", sagte Paderborns Manager Martin Przondziono: "Wir haben auch nicht wie ein Tabellenletzter ausgesehen. Die Mannschaft hat ihren Lernprozess fortgesetzt, wir sind wieder im Geschäft."

Bremen kommt nicht aus dem Tabellenkeller raus

Die lange überlegenen Bremer kommen nicht aus dem Tabellenkeller heraus. In dieser Verfassung dürften sie am kommenden Wochenende beim deutschen Rekordmeister Bayern München weitgehend chancenlos sein. "Wir haben keine guten Pässe gespielt und einfache Fehler gemacht", gab Mittelfeldspieler Leonardo Bittencourt bei Sky zu: "Das war letztendlich einfach zu wenig."

Die Gäste überzeugten durch eine kompakte Abwehrleistung und eine Bissigkeit in den Zweikämpfen, die den Norddeutschen vor 39.870 Zuschauern überhaupt nicht schmeckte. Trainer Florian Kohfeldt war sichtlich unzufrieden und griff immer wieder lautstark in die oftmals behäbigen Aktionen seiner Schützlinge ein.

Insbesondere in der ersten Halbzeit hatten bei Dauerregen klare Einschussmöglichkeiten Seltenheitswert. Der Niederländer Davy Klaassen scheiterte in der 14. Minute mit einem Volleyschuss an Paderborns Torhüter Leopold Zingerle, elf Minuten spät schoss Geburtstagskind Maximilian Eggestein - der Mittelfeldspieler wurde am Sonntag 23 Jahre alt - den Ball knapp am rechten Torpfosten vorbei.

Die Ostwestfalen kamen in den ersten 45 Minuten nur selten wirklich zwingend vor das Bremer Tor. Ein Distanzschuss von Ben Zolinski (29.), den Werder-Torwart Jiri Pavlenka zur Ecke abwehrte, war zunächst die einzig nennenswerte Torchance für das Team von Coach Steffen Baumgart.

Bei Paderborn-Sieg: Pizarro stellt Bundesliga-Rekord auf

Zu Beginn der zweiten Halbzeit erhöhten die Platzherren sichtbar den Druck. Paderborn wurde in der eigenen Hälfte förmlich eingeschnürt. Aber das Liga-Schlusslicht hielt dem Druck stand, auch wenn ihm in einigen Situationen das Glück zur Seite stand.

In der 58. Minute ersetzte Kohfeldt den Japaner Yuya Osako durch Claudio Pizarro. Für den mittlerweile 41 Jahre alten Peruaner war Paderborn der 39. Bundesligagegner seiner Karriere - ein neuer Rekord.

Der Südamerikaner belebte tatsächlich die Offensive der Gastgeber. Nach seiner Vorarbeit kam Eggestein in der 64. Minute frei zum Schuss, fand aber in Zingerle seinen Meister.

Aber auch Paderborn fand wieder besser in den Angriffsmodus, der grün-weiße Würgegriff lockerte sich zu Beginn der Schlussphase. Ganz im Sinne von Baumgart, der von seinen Schützlingen wild gestikulierend mehr Mut in der Vorwärtsbewegung forderte. Die beste Bremer Chance vergab Bittencourt, der unbedrängt nur das Außennetz traf (86.).

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