Fussball

Fortuna Düsseldorf - FC Bayern München 0:4: Dritter Sieg in Folge unter Flick - FCB schießt die Fortuna ab

Von Tim Ursinus

Der FC Bayern München hat das erste Spiel ohne Präsident Uli Hoeneß, der nicht im Stadion war, nach einer starken ersten Hälfte mit 4:0 gegen Fortuna Düsseldorf gewonnen und zu Tabellenführer Borussia Mönchengladbach aufgeschlossen.

"Mit der ersten Halbzeit sind wir sehr, sehr zufrieden. Wir haben genau das umgesetzt, was wir gefordert haben, nämlich den Gegner direkt unter Druck zu setzen von Anfang an", sagte Bayern-Trainer Hansi Flick. "Zu zeigen, dass wir hier nichts zulassen und das hat die Mannschaft in der ersten Halbzeit eindrucksvoll gemacht."

Der 54-Jährige, der nach der Entlassung von Niko Kovac zum Interimschefcoach beim Rekordmeister aufstieg, sah aber durchaus auch Potenzial für Verbesserungen: "In der zweiten Halbzeit haben wir Luft nach oben. Das sind auch die Dinge, woran wir arbeiten. Wir haben zu viele Ballverluste gehabt, leichtsinnige Ballverluste."

Über seine Zukunft - er soll zunächst bis zur Winterpause in der Verantwortung bleiben - wollte sich Flick nicht konkret äußern. Natürlich könne er sich vieles vorstellen, meinte er: "Doch wir wissen alle, dass Fußball ein Tagesgeschäft ist. Ich kann nur sagen, dass es mir Spaß macht, mit der Mannschaft zu arbeiten - und sie setzt es hervorragend um."

Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel meinte: "Unsere Niederlage war verdient, auch in der Höhe. Wir hatten keine Chance, in diesem Spiel etwas mitzunehmen. Hansi wünsche ich in den nächsten Wochen alles Gute, viel Glück und viele Siege."

Die Analyse

Funkel veränderte seine Elf gegenüber dem 3:3 bei Schalke 04 auf zwei Positionen, für Hoffmann und Zimmer begannen Fink und Thommy. Und auch Flick nahm in seinem dritten Pflichtspiel als Interimstrainer zwei Änderungen vor. Neben Tolisso rückte Coutinho zurück in die Münchner Startformation, nachdem der Brasilianer gegen Piräus (2:0) und den BVB (4:0) zuletzt außen vor geblieben war. Dafür saßen Goretzka und Coman, der aus der Länderspielpause angeschlagen zurückgekehrt war, zunächst auf der Bank.

Die Bayern übernahmen gleich zu Beginn die Kontrolle über die Partie und belohnten sich mit der zweiten guten Aktion. Müller führte eine Ecke von rechts kurz auf Kimmich aus, der den Ball direkt flach nach innen spielte, um den am kurzen Pfosten freistehenden Pavard zu bedienen, der den Ball nur leicht streichelte und ins lange Eck zur frühen Führung beförderte (11.).

Die Münchner hielten den Druck weiter hoch. Nach einer schönen Hackenvorlage von Müller verpasste Lewandowski aus spitzem Winkel noch das 2:0 (22.), ehe Tolisso in der 27. Minute nachlegte. Fortuna-Keeper Steffen leitete den Treffer mit einem verunglückten Pass zu Müller selbst ein. Dieser sah Gnabry, der den Ball nach innen legte und dem nachgerückten Tolisso somit leichtes Spiel machte. Nur kurze Zeit später schlüpfte der Vorlagengeber selbst in die Rolle des Torschützen. Pavard flankte von rechts in die Mitte, wo Müller für Wirrwarr sorgte und auf Gnabry ablegte, der locker zum 3:0 einschob (34.).

Nach dem Seitenwechsel schaltete der FCB gleich mehrere Gänge herunter, sodass die Fortuna etwas besser ins Spiel kam, aber kaum für Gefahr vor Neuers Kasten sorgte. Stattdessen durfte sich noch Coutinho in die Torschützenliste eintragen, als er einen Ball nur noch über die Linie drücken musste (70.).

Einziger Wermutstropfen beim dritten Sieg im dritten Spiel unter Flick: Lewandowskis Serie, in bisher jeder Partie dieser Bundesliga-Saison zu treffen, riss. Der Pole scheiterte gleich mehrmals an Steffen.

Die Daten des Spiels Fortuna Düsseldorf gegen FC Bayern München

  • Tore: 0:1 Pavard (11.), Tolisso 0:2 (27.), 0:3 Gnabry (34.), 0:4 Coutinho (70.)
  • Coutinho und Müller standen letztmals bei der 1:5-Klatsche gegen Frankfurt gemeinsam in der Startelf.

  • Der Treffer zur Führung war das sechste Bundesligator der Bayern in den ersten 15 Minuten - Höchstwert mit Paderborn.

  • Es war bereits das dritte Pflichtspieltor für Pavard im Bayern-Trikot (19 Pflichtspiele) - in 88 Partien für Stuttgart traf er nur zweimal.

  • Acht seiner neun Pflichtspieltore erzielte Gnabry in der Fremde.

  • Für Müller war es am zwölften Spieltag der bereits siebte Assist - seit der detaillierten Datenerfassung hatten nur Bremens Diego 2006/07 (8) und Wolfsburgs De Bruyne 2014/15 (9) zu diesem Zeitpunkt mehr gesammelt.

Der Star des Spiels: Benjamin Pavard

Der Rechtsverteidiger musste nur selten seine defensiven Fähigkeiten zeigen und agierte deshalb umso mehr in der Offensive. Pavard hatte die meisten Ballaktionen der Münchner, brachte die Bayern mit seiner leichten Berührung nach Kimmichs Hereingabe auf die Siegerstraße und bereitete Gnabrys Treffer zum 3:0 vor.

Der Flop des Spiels: Niko Gießelmann

Fast alle gefährlichen Aktionen der Bayern hatten auf der Seite des Linksverteidigers ihren Ursprung. Gießelmann kam zu keiner Zeit mit dem agilen Gnabry zurecht, verlor einige wichtige Zweikämpfe (gewann nur 33 Prozent) und sorgte für ungewohnt viele Ballverluste (20).

Der Schiedsrichter: Frank Willenborg

Hatte das Spiel jeder Zeit im Griff. Gab Martinez zurecht die Gelbe Karte, als dieser den Schlappen gegen Kownacki an der Mittellinie draufhielt (22.). Behielt auch über die restiche Spielzeit in jeder Szene den nötigen Überblick.

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