Fussball

1. FC Union Berlin - RB Leipzig 0:4: Nagelsmann-Debüt geglückt - RBL erster BVB-Verfolger

SID
Timo Werner war gegen Union Berlin erfolgreich.

Die Fans von Union Berlin ließen sich auch von dem Ergebnis die gute Laune nicht verderben. Nach der bitteren 0:4 (0:3)-Lehrstunde im ersten Bundesligaspiel der Vereinsgeschichte gegen Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig feierten die Anhänger der Eisernen die Mannschaft von Trainer Urs Fischer noch lange nach dem Schlusspfiff und honorierten damit den Einsatz des 56. Bundesligisten, der die erste Viertelstunde noch auf die Unterstützung von den Rängen verzichten musste.

Vor 22.467 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei erzielten Marcel Halstenberg (16.), Marcel Sabitzer (31.), Timo Werner (42.) und Christopher Nkunku (69.) die Tore für die Sachsen. Ein Treffer von Lukas Klostermann (23.) wurde nach Intervention des Videoschiedsrichters wegen Handspiels annulliert. Nkunku traf zudem noch den Pfosten.

87 Tage nach dem historischen Aufstieg hatte Union große Probleme mit dem Leipziger Tempo-Fußball und brachte sich durch Abspielfehler immer wieder in Gefahr. Union-Coach Fischer muss bis zum nächsten Spiel am Samstag beim FC Augsburg (15.30 Uhr/Sky) nun richtig reagieren, um sich mit seiner Mannschaft nicht gleich im Tabellenkeller festzusetzen.

"Es hätte schlechter laufen können. Wir haben im Pokal und in der Liga beide Auswärtsspiele gewonnen. Wir sind heute unserer Favoritenrolle gerecht geworden," sagte derweil Leipzigs neuer Coach Nagelsmann zufrieden nach dem Abpfiff bei Sky. Union-Kapitän Christopher Trimmel äußerte: "Wir wussten, dass es gegen einen Champions-League-Teilnehmer nicht einfach ist. Wir lassen die Köpfe nach der Niederlage aber nicht hängen."

Die Union-Fans hatten zuvor mit dem angekündigten Stimmungsboykott ernst gemacht und in den ersten 15 Minuten auf den üblichen Support verzichtet. Damit wollte der Kultklub gegen das Kommerz-Projekt von RB Leipzig demonstrieren. Doch kaum hatten die Fans mit den Gesängen begonnen, klingelte es im eigenen Tor. Nationalspieler Halstenberg schlenzte den Ball von der linken Seite zum 1:0 ins lange Eck.

Union, das defensiv begann und Leipzig bis zur Mittellinie kombinieren ließ, wehrte sich zwar mit schnellem Umschaltspiel, konnte sich aber keine echten Chancen erarbeiten. Stattdessen zappelte der Ball erneut im Netz der Berliner. Zunächst wurde der Treffer von Klostermann aberkannt, acht Minuten später ließ Sabitzer aber per Distanzschuss das 2:0 folgen.

Union Berlins Moral gegen RB Leipzig zu wenig

Kurz vor der Pause sorgte Werner mit seinem Treffer für die Vorentscheidung. Der Nationalspieler hatte sich erneut nicht zu seiner Zukunft geäußert, obwohl der Verein ihm bis zum Anpfiff in Berlin offenbar eine Frist gesetzt hatte. RB Leipzig hatte mehrfach erklärt, dass man mit Werner nicht ins letzte Vertragsjahr gehen wolle, um noch eine Ablösesumme zu kassieren. Der 23-Jährige wird weiter als Neuzugang von Bayern München gehandelt, könnte im nächsten Sommer ablösefrei wechseln.

Nagelsmann wirkte bei seiner Premiere als RB-Trainer sehr engagiert, stand lange Zeit in der Coachingzone und gab immer wieder lautstarke Anweisungen. Seine Spieler hörten ihm offenbar zu, kurz nach der Pause hätte Werner (49.) auf 4:0 erhöhen müssen, doch Berlins Keeper Rafal Gikiewicz klärte im letzten Moment.

Fischer brachte zur zweiten Halbzeit mit Neuzugang Anthony Ujah für Mittelfeldspieler Christian Gentner einen weiteren Stürmer. Seine Mannschaft zeigte auch Moral und drängte auch nach dem 0:4 noch auf den ersten Bundesliga-Treffer der Klubgeschichte.

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