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Fussball

Causa Weiser: Meier plädiert für Regeländerung

Von SPOX
Nach der Szene zwischen Weiser und Dembele kam es zwischen Hertha und dem BVB zu einer Rudelbildung

Das Duell zwischen Mitchell Weiser und Ousmane Dembele sorgte beim 2:1-Heimsieg von Hertha BSC gegen Borussia Dortmund für große Aufregung - vor allem in den sozialen Netzwerken. Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Urs Meier spricht sich im Gespräch mit SPOX für eine Änderung des Regelwerks aus.

Es ist die 90. Minute am Samstagnachmittag im Berliner Olympiastadion. Hertha BSC führt mit 2:1 gegen Borussia Dortmund, die Schwarzgelben drängen in den Schlusssequenzen der Partie auf den Ausgleich.

Nach einem Foul von Niklas Stark an Ousmane Dembele pfeift Schiedsrichter Robert Hartmann korrekterweise Freistoß für Dortmund. Dembele hat es entsprechend eilig, will sich den Ball schnappen und den Freistoß schnell ausführen.

Der Ball rollte jedoch zu Herthas Mitchell Weiser, der diesen mit den Händen aufnahm und unmittelbar vor den Augen Hartmanns wie einen Abschlag eines Torhüters tief in die Hälfte des BVB schoss. Dembele, immer wieder auch selbst als Heißsporn unterwegs, wollte dies verhindern. Der Dortmunder rutschte bei der Annäherung an Weiser jedoch aus und traf diesen dann unangenehm am linken Sprunggelenk.

Weiser rechtfertigt sich

Für Schiri Hartmann war die Sache klar: Gelb für Dembele, der Foul spielte, nachdem schon gepfiffen worden war. Und Gelb für Weiser, der die Kugel wegschoss.

Für große Aufregung und eine Rudelbildung sorgte jedoch Weisers unmittelbare Reaktion auf Dembeles Foul: Der Herthaner Rückkehrer, der aufgrund einer in den Oberschenkel ausstrahlenden Nervenirritation im Rücken seit dem 15. Spieltag außer Gefecht gesetzt war, ging äußerst theatralisch zu Boden, hielt sich zunächst kurz den Kopf, dann den Fuß und rollte mehrfach über den Rasen.

Anschließend meinte Weiser in Anspielung auf Dembele zu der Szene: "Ich mache nur das, was er auch immer macht. Wenn man ihn mit den eigenen Waffen schlägt, dann ist es okay." Zudem postete er in den sozialen Netzwerken ein Bild seines linken Beins, das zweifelsfrei arg lädiert aussieht.

Meier für Regeländerung

SPOX hat den ehemaligen FIFA-Schiedsrichter Urs Meier, der zahlreiche Welt- und Europameisterschaften sowie europäische Endspiele leitete, um seine Meinung zum Aufreger gebeten: "Weiser wird getroffen, das ist dann wohl schon relativ schmerzhaft. Er wird mit Gelb für das Ballwegschlagen verwarnt", stützt Meier seinen Kollegen Hartmann.

"Weisers Reaktion im Anschluss kommt sehr spät, ist natürlich sehr übertrieben und sieht komisch aus. Damit will er eine Rote Karte für Dembele provozieren", so Meier weiter. Weisers große Theatralik ist ihm wie vielen Beobachtern ein Dorn im Auge. Daher fordert der Schweizer eine Änderung des Reglements.

Aktuell bewertet das Regelwerk Schwalben oder beispielsweise ein mit der Hand erzieltes Tor nämlich als Unsportlichkeit - und nicht als grobe Unsportlichkeit, wie es in Meiers Augen richtig wäre. Dann wäre auch eine Rote Karte in solchen Situationen möglich.

Grobe Unsportlichkeit statt "nur" Unsportlichkeit?

"Wieso macht man das?", fragt sich Meier. "Man hat als Spieler immer dasselbe Ziel, wenn eine solche Theatralik angewandt wird: Nämlich eine schärfere Strafe für den Gegner zu erreichen. Das halte ich an und für sich für eine grobe Unsportlichkeit."

Solche Szenen und Reaktionen seien für die Schiedsrichter nicht einfach zu entscheiden, so Meier. "Klare Schwalben oder dem Gegner eine Rote Karte anhängen zu wollen sind für mich grobe Unsportlichkeiten. Gerade wenn die Reaktion so eindeutig und offensichtlich ist. Daher sollte das Regelwerk deutlicher und strenger sein, damit solche Szenen künftig als grobe Unsportlichkeit bewertet werden können. Ich bin schon lange dafür und das wäre für mich auch im Sinne des Fußballs."

Hertha - Dortmund: Daten zum Spiel

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