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Fussball

Keita besorgt ersten RB-Sieg in der Bundesliga

Mario Götze feierte sein Pflichtspiel-Comeback beim BVB

Borussia Dortmund hat am 2. Spieltag der Bundesliga erstmals Punkte liegen lassen. Bei Aufsteiger RB Leipzig verlor der Vize-Meister mit 0:1 (0:0).

Vor 42.558 Zuschauern in der Red Bull Arena lieferten sich beide Teams eine intensive Partie, kamen aber nur selten gefährlich zum Abschluss. Kurz vor Schluss traf der eingewechselte Naby Keita zum ersten Bundesligasieg für RB Leipzig

Es war nach 8163 Tagen das erste Bundesligaspiel in Leipzig. Das letzte Heimspiel - damals noch im Zentralstadion - fand am 7. Mai 1994 gegen Bayer 04 Leverkusen statt (2-3).

Beim BVB bestritt Mario Götze sein 1. Pflichtspiel für Dortmund seit 1229 Tagen - seinen letzten Einsatz für den BVB hatte er am 30. April 2013 beim 0:2 im Champions-League-Halbfinale bei Real Madrid.

Die Reaktionen:

Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig): "Das war heute das Spiel, was wir uns alle gewünscht haben. Die Schwierigkeit heute war, den richtigen Moment zu finden, in dem wir Qualität nachlegen. Unterm Strich hatten wir mehr Chancen und waren nach vorne die Mannschaft, die einen klareren Plan hatte: Wir haben noch viel zu lernen, sind aber auf dem richtigen Weg."

Thomas Tuchel (Trainer Borussia Dortmund): "Wir hatten genug Chancen, um in Führung zu gehen, aber uns hat die Präzision gefehlt. Wir haben sehr viele technische Fehler gemacht und uns das Leben schwer gemacht. Wir waren komplett bereit für dieses Spiel, doch uns hat definitiv die Präzision im Abschluss gefehlt."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Leipzig stellt nach dem 2:2 gegen Hoffenheim einmal um: Klostermann spielt Rechtsverteidiger anstelle von Schmitz.

Beim BVB gibt es nach dem 2:1 gegen Mainz drei Änderungen: Piszczek, Weigl und Götze spielen für Passlack, Dembele und Kagawa.

30.: Rode spielt an der linken Außenlinie Doppelpass mit Schmelzer. Pass auf Götze im Strafraum, der auf Schürrle ablegt. Der nimmt den Ball im Tempo mit und zieht aus 17 Metern zentral ab. Hauchdünn am rechten Pfosten vorbei.

78.: Burke mit dem Ballgewinn tief in der eigenen Hälfte. Steilpass in die Schnittstelle hinter Bartra. Der ist sehr passiv gegen Werner und lässt sich bis zwölf Meter vor dem Tor in den eigenen Strafraum drängen. Bürki fischt den harten Schuss von halbrechts aus dem kurzen Eck.

80.: Ecke für Leipzig von rechts. Halstenberg kommt in der Mitte aus sieben Metern zum Kopfball. Guerreiro klärt auf der Linie.

83.: Starkes Solo von Piszczek auf rechts. Er geht an drei Mann vorbei und findet dann Schürrle am Strafraum. Der setzt sich ebenfalls gut durch und schließt mit links ab. Der Ball streift die Oberkante der Latte.

89., 1:0, Keita: Bartra köpft einen hohen Ball in die Mitte. Forsberg bekommt von Halstenberg den Ball und legt auf rechts. Burke geht in den Strafraum und spielt flach zur Mitte. Keita ist da und trifft hoch ins kurze Eck.

Fazit: Leipzig schaffte es, den BVB fast über 90 Minuten zu verhindern und setzte kurz vor Schluss den entscheidenden Konter.

Der Star des Spiels: Oliver Burke. Der Schotte war in seinem ersten Einsatz ein enorm belebendes Element. Machte die Bälle fest, verteilte gut und zeigte seine Geschwindigkeit. Bereitete zudem das 1:0 vor.

Der Flop des Spiels: Marc Bartra. Hatte die mit Abstand meisten Ballaktionen auf dem Platz, wusste mit der Aufgabe im Spielaufbau aber nur wenig anzufangen und konnte das Spiel nicht strukturieren oder nach vorne tragen. Dazu mit Schwächen in der Defensive. Köpfte auch vor dem 0:1 den Ball unkontrolliert in die Mitte und ließ den Querpass passieren.

Der Schiedsrichter: Wolfgang Stark. Mit einigen Fehlern in der Zweikampfbewertung und die die Gelben Karten für Castro und Orban waren nicht unbedingt zwingend.

Das fiel auf:

  • Leipzig zog sich rund um den Mittelkreis zurück und verzichtete darauf, die Dortmunder Innenverteidiger im Spielaufbau zu attackieren. Poulsen und Werner stellten dagegen die Passwege auf Weigl zu. Hinter Weigl lauerten Demme und Ilsanker, um sofort rauszurücken und Druck zu machen, falls dieser doch in Ballbesitz kommen sollte. In Verbindung mit den Außen stand Weigl im zentralen Raum meist 1 gegen 6.
  • Dortmund baute in den meisten Fällen aus einer Dreierkette auf. Rode ließ sich dabei eine Linie zurückfallen, komplettierte das Trio aber nicht im Zentrum, sondern auf rechts. Der BVB hatte jedoch große Probleme, die Leipziger Angreifer und Mittelfeldspieler kontrolliert zu überspielen.
  • Sobald RB den Ball erobert hatte, ging es radikal wild ins Umschalten. Ballbesitzphasen standen nicht im Matchplan, dafür wurde immer wieder sofort steil auf Werner gespielt. Es fehlte aber an Präzision und Timing, um wirklich gefährlich zu werden, zumal der BVB auch sofort gut gegen den Ball arbeitete.
  • Dortmund verzweifelte im Laufe der Partie an der Leipziger Spielweise und ließ klare Strukturen im Spiel vermissen. Die Fehlerhaftigkeit im Spiel nahm immer weiter zu, Leipzig verteidigte stabil und kam offensiv besser zum Zug. Der BVB brachte Aubameyang überhaupt nicht ins Spiel und hatte am Ende zwar zwei gute Schürrle-Schüsse, aber nur einen Abschluss aufs Tor.
  • Götze kam auf der Zehn gut in die Partie und zog einige Fouls in aussichtsreichen Positionen. Im Laufe des Spiels aber deutlich besser abgeschirmt und weniger am Ball. Für den ersten Ball aus der Abwehr im Aufbau war er so gut wie nie eine Option. Nach 70 Minuten war Schluss.

Leipzig - Dortmund: Die Statistik zum Spiel

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