Wolfsburg besiegt verunsicherte Gladbacher

Der VfL Wolfsburg bejubelt seinen zweiten Sieg in Folge
© Getty

Borussia Mönchengladbach musste sich am 16. Spieltag der Bundesliga dem VfL Wolfsburg mit 1:2 (0:1) geschlagen geben. Die Wölfe zogen somit nach Punkten mit der Borussia gleich und überholten sie dank der besseren Tordifferenz.

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Vor 47.067 Zuschauern im Borussia-Park brachte Daniel Caligiuri den VfL bereits in der 3. Minute in Führung. Es war Gladbachs frühestes Gegentor seit dem 20. Februar 2011.

In der 52. Minute besorgte Thorgan Hazard den Ausgleich für die Borussia. Nur fünf Minuten später ging Wolfsburg durch Mario Gomez erneut in Führung.

Gladbachs Krise setzt sich durch die erneute Pleite fort. Die Borussia konnte nur eines ihrer vergangenen elf Bundesligaspielen gewinnen.

In den vergangenen zwölf Duellen dieser beiden Vereine gab es keinen einzigen Auswärtssieg. Diese Serie endete durch Wolfsburg 2:1-Erfolg.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Gladbachs Sechser Kramer verletzte sich am Wochenende bei der 0:1-Pleite gegen Augsburg und muss deshalb passen, Hahn sitzt zu Beginn nur auf der Bank. Stattdessen beordert Schubert den wiedergenesenen Stindl und Korb in die Startelf.

Wolfsburg-Trainer Ismael sah nach dem 1:0-Sieg gegen Frankfurt eigentlich keinen Grund, seine erste Elf zu ändern. Er wollte die identische Mannschaft aufs Feld schicken, doch dann verletzt sich Rodriguez beim Warmmachen. Horn ersetzt ihn kurzfristig.

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3., 0:1, Caligiuri: Gomez leitet den Ball im Mittelfeld nach links zu Arnold. Er wird nicht richtig angegriffen und flankt nach einigen Metern in den Strafraum. Dort kommt Caligiuri vor Wendt an den Ball und überwindet den chancenlosen Sommer.

11.: Caligiuri kommt rechts im Strafraum an den Ball und schließt nach einem kurzen Wackler gegen Wendt direkt ab. Abgefälscht rauscht der Ball nur knapp an der linken Stange vorbei.

20.: Sommer leistet sich im Spielaufbau einen eklatanten Patzer, spielt Draxler am Strafraumrand direkt in die Füße. Er scheitert aber alleine vor dem Gladbacher Tormann, der jetzt gut reagiert. Den Nachschuss setzt Seguin dann per Schlenzer knapp über den Kasten.

52., 1:1, Hazard: Hazard zieht von links in Richtung Strafraum und legt quer auf Stindl. Dessen unplatzierten Schuss wehrt Benaglio nach vorne ab, wo Hazard wieder auftaucht und das Leder ins leere Tor schiebt.

57., 1:2, Gomez: Nach einem Benaglio-Abschlag wird das Spielgerät über Gomez und Arnold verlängert. Ein einfacher Steilpass von Draxler bringt dann Gomez in Position, der am grätschenden Vestergaard und auch an Sommer vorbeigeht und sicher einschießt.

68.: Hazard bietet sich links gut zwischen den Abwehrspielern an und legt die Kugel dann auf den mitaufgerückten Wendt. In aussichtsreicher Lage verzieht er aber mit seinem schwächeren rechten Fuß. Er jagt den Ball rechts drüber.

90.+4: Gerhardt geht auf links zur Grundlinie und bringt den Ball in die Mitte. Völlig freistehend vergibt dort Caligiuri, da er genau auf Sommer zielt.

Fazit: Völlig verdient gewann Wolfsburg sein Auswärtsspiel in Gladbach. Die Wölfe versprühten mehr Torgefahr und Zug zum Tor. Das Spiel der Borussia war lange von bedenklicher Nervosität geprägt. Diese legte sich erst in der letzten halben Stunde.

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Der Star des Spiels: Daniel Caligiuri. Mit seinem frühen Führungstor sorgte er bei seinen Wolfsburgern für ein Gefühl der Sicherheit im eigenen Spiel. In der restlichen Spielzeit präsentierte sich Caligiuri in seinen Aktionen zielstrebig, im Abwehrverhalten zweikampfstark.

Der Flop des Spiels: Oscar Wendt. Gladbachs linker Außenbahnspieler überzeugte weder defensiv noch offensiv. Mit seinem agilen Gegenspieler Caligiuri hatte Wendt erhebliche Probleme, vor dem 0:1 kam er gegen ihn entscheidend zu spät. Im Angriffsspiel fiel der Schwede oftmals durch einfache Abspielfehler auf. Positiv zu erwähnen ist einzig Wendts Abschluss aus der 68. Minute, bedenklich dagegen seine Zweikampfquote von nur knapp 30 Prozent.

Der Schiedsrichter: Robert Kampka. In der ersten Halbzeit ahndete der Unparteiische zwei taktische Fouls von Bruma und Arnold korrekterweise mit Gelb. Viel zu tun hatte Kampka bei dieser fairen Partie ansonsten nicht.

Das fiel auf:

  • Sowohl Gladbach als auch Wolfsburg agierten mit einer klassischen Dreierkette und einem zentralen Abräumer und Ankurbler (Gladbachs Strobl, Wolfsburgs Guilavogui) davor. Wie gewohnt schalteten sich darüber hinaus bei beiden Teams die Außenbahnakteure bei eigenen Ballbesitz ins Angriffsspiel ein und ließen sich bei gegnerischem Ballbesitz zurückfallen, um eine Fünferkette zu bilden.
  • Die sonstige Raumaufteilung unterschied sich aber: Wolfsburg agierte mit einem Sturmduo bestehend aus Gomez und Draxler und zwei zentralen Spielmachern dahinter. Gladbach-Coach Schubert agierte dagegen mit drei nominellen Angreifern sowie dem zentralen Mittelfeldmann Dahoud leicht linksversetzt dahinter.
  • Den Gladbachern war ihre prekäre Tabellensituation deutlich mehr anzumerken als den Wolfsburgern. Bei der Borussia war die Nervosität förmlich greifbar. In der ersten Halbzeit leisteten sich etwa Sommer und Elvedi eklatante Aussetzer, aber auch Wendt und Dahoud fielen immer wieder mit unerklärlichen Fehlpässen negativ auf.
  • Bei Gladbach ließ sich Raffael immer wieder aus der Angriffsdreierreihe etwas zurückfallen. Er versuchte das Spiel an sich zu reißen, was ihm aber nur in einigen wenigen Spielabschnitten gelang.
  • In der letzten halben Stunde fand die Borussia besser ins Spiel, zeitweise schnürte Gladbach die Wolfsburger in deren Hälfte ein. Trotz einiger recht ansehnlicher Kombinationen fehlte aber der nötige Zug zum Tor.

Gladbach - Wolfsburg: Die Statistik zum Spiel

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