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Fussball

Knapper Lilien-Sieg im Hessen-Derby

Chefsache! Kapitän Aytac Sulu sorgte für den Darmstädter Derby-Sieg
© Getty

Der SV Darmstadt 98 hat sich zum Abschluss des 15. Spieltags drei Punkte im hessischen Derby gesichert. Die Lilien siegten in einer hitzigen Partie mit 1:0 (1:0) bei Eintracht Frankfurt.

Vor 51.500 Zuschauern in der Commerzbank Arena sorgte Darmstadts Kapitän Aytac Sulu nach genau einer halben Stunde für das Tor des Tages zugunsten der Gäste.

Brennende Transparente und Fahnen in der Schlussphase sowie mehrere gezündete Bengalos sorgten außerhalb des Platzes für Ärger.

Darmstadt hält auf Rang zwölf liegend die Eintracht (13.) auf Distanz und hat mit jetzt 18 Punkten vier Zähler Vorsprung auf den hessischen Rivalen.

Die Frankfurter Marc Stendera, Carlos Zambrano und Marco Russ werden das kommende Bundesligaspiel ebenso wie Darmstadts Peter Niemeyer verpassen. Alle Akteure sahen ihre fünfte Gelbe Karte.

Reaktionen:

Armin Veh (Trainer Frankfurt): "Das ist eine unheimlich bittere Niederlage. Wir haben keine gute Situation, wir haben einen Abwärtstrend. Wir haben eine schwere Krise, keine Frage. Es wird nicht einfach, diese Situation zu überstehen."

Dirk Schuster (Trainer Darmstadt): "Wir sind alle mächtig stolz und sehr glücklich, dass wir dieses Derby für uns entschieden haben. Bei dieser aufgeheizten Stimmung auf den Rängen und dem Feld haben wir uns sehr gut aus der Affäre gezogen und nicht unverdient gewonnen."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Armin Veh reagiert auf das 1:2 gegen Mainz und nimmt zwei Wechsel vor. Reinartz und Stendera kommen für Ignjovski und den gesperrten Meier in die Mannschaft. Bei den Gästen tauscht Coach Dirk Schuster nach dem 0:0 gegen Köln nur einmal, Jungwirth ersetzt den gelbgesperrten Garics.

30., 0:1, Sulu: Der erste ernste Versuch der Partie sitzt! Kempe tritt halblinks zum Freistoß an und findet mit seiner Hereingabe den Kapitän, der sich wenige Meter vor dem Tor im Gewusel behaupten kann und per Kopf rechts unten trifft.

36.: Wieder Kempe - dieses Mal mit einem Freistoß von rechts -, der wieder Sulu findet. Dieses Mal landet der Kopfball des Verteidigers aber an die Latte...

52.: Aigner wird rechts auf die Reise geschickt und ist frei durch, doch Mathenia stürmt aus dem Kasten und fängt den Schuss schon den der Strafraumgrenze ab. Gut aufgepasst vom Darmstadt-Keeper!

56.: Was für eine Parade! Stendera probiert's von links mit dem Schlenzer, Russ fälscht mit der Hacke kurz vor dem Kasten tückisch ab - und Mathenia taucht das Ding sensationell raus!

82.: Heller ist links durch, lässt an der Grundline Zambrano ins Leere rutschen - und schafft es, die Kugel im Fünfer ohne Gegenspieler nicht an Hradecky vorbei zu bringen...

Fazit: Darmstadt belohnt sich für einen engagierten Auftritt, Frankfurt wacht erst nach dem Seitenwechsel auf - und verzweifelt am Ende an Mathenia.

Der Star des Spiels: Aytac Sulu ging im hektischen Derby als Kapitän mit großer Leidenschaft voran. Hinten ein Fels in der Brandung und mit starken Zweikämpfen und Rettungsaktionen. Vorne mit dem Siegtreffer und einem weiteren Lattentreffer. Das kaschiert auch eine unterirdische Passquote von nur knapp 50 Prozent.

Der Flop des Spiels: Carlos Zambrano muss sich den Schuh beim 0:1 anziehen, da er Gegenspieler und Torschütze Sulu komplett aus den Augen verlor. Auch sonst mit einigen Wacklern, holte sich beispielsweise nach einem haarsträubenden Ballverlust gegen Wagner mit einem Foul am Rande der Notbremse Gelb.

Der Schiedsrichter: Dr. Felix Brych versuchte es zunächst mit einer großzügigen Linie, was jedoch komplett nach hinten los ging. Der Unparteiische hatte die Partie nicht im Griff und leistete sich einige Böcke in der Zweikampfbewertung und Kartenverteilung. Seferovic hätte für sein Einsteigen (39.) auch Rot sehen können, auch bei Hollands Halten gegen Aigner hätte man auf Notbremse entscheiden können. Nach Wiederanpfiff dann teilweise zu kleinlich - am Ende kein guter Auftritt des Referees.

Das fiel auf:

  • Beide Teams sorgten für eine wahre Derby-Atmosphäre auf dem Platz - zum Leidwesen eines strukturierten Fußballspiels. Von Beginn an war die Partie von Nickligkeiten und Fouls geprägt, was auch Referee Dr. Brychs zu langer Leine geschuldet war. Fußball gab's in den seltensten Momenten zu sehen.
  • Während die Darmstädter wenigstens noch mit gefährlichen Standards und einem teilweise gut funktionierenden Umschaltspiel glänzen konnten, merkte man den Frankfurtern die Verunsicherung ob der Krise an. Hinten gab es, auch nach der verletzungsbedingten Auswechslung des einigermaßen stabilen David Abraham, mehrmals große Abstimmungsprobleme. In der Offensive versandeten die hektischen Angriffe und unpräzisen langen Bälle in der ersten Hälfte in zu komplizierten Ideen.
  • Mit Reinartz als alleinigem Sechser und einer Umstellung auf eine Vierermittelfeldreihe kam die Eintracht mit mehr Schwung und vor allem zielstrebiger aus der Kabine und riss das Spiel an sich.
  • Insgesamt nahm das Spiel an Tempo auf, was zu mehr Räumen und mehr Chancen auf beiden Seiten, vor allem aber für die Frankfurter, führte.

Eintracht Frankfurt - Darmstadt: Die Statistik zum Spiel

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