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Fussball

HSV stoppt BVB-Siegesserie

Lewis Holtby war der überragende Hamburger im Spiel gegen Borussia Dortmund
© Getty

Borussia Dortmund hat am 13. Spieltag der Bundesliga nach zuvor vier Siegen in Folge die zweite Niederlage der Saison kassiert. Beim Hamburger SV verlor der Tabellenzweite nach einer lange Zeit katastrophalen Leistung mit 1:3 (0:1). Die Schlussoffensive kam zu spät.

Vor 57.000 Zuschauern im Hamburger Volksparkstadion brachte Pierre-Michel Lasogga den HSV per Foulelfmeter in Führung (19.). Zuvor hatte BVB-Torhüter Roman Bürki Ivo Ilicevic gefoult. Kurz vor der Pause erhöhte Lewis Holtby auf 2:0 (41.). Nach dem Seitenwechsel sorgte ein Eigentor von Mats Hummels schnell für klare Verhältnisse (55.).

Der BVB bleibt damit einer der Lieblingsgegner der Hamburger. Nur eines der letzten sieben Bundesligaspiele hat der HSV gegen Dortmund verloren. Mit dem Sieg beendete das Team von Bruno Labbadia auch eine Serie von vier sieglosen Heimspielen.

Dortmund verpasst dagegen die Chance, Druck auf den FC Bayern aufzubauen, der am Samstagabend bei Schalke 04 antritt. Außerdem riss die beeindruckende Serie in Freitagabendspielen nach 19 Spielen ohne Niederlage und zehn Siegen in Serie.

Die Reaktionen:

Bruno Labbadia (Trainer Hamburger SV): "Die Mannschaft hat von der ersten Minute an leidenschaftlich und taktisch stark dagegen gehalten. Wir sind dann verdient in Führung gegangen. Wenn man aber die Ergebnisse von Dortmund auch in der Europa League sieht, dann durften wir uns nie sicher sein. Das ist eine Mannschaft, die immer zurückkommen kann."

Thomas Tuchel (Trainer Borussia Dortmund): "Gerade in der ersten Halbzeit gab es einen dramatischen Unterschied zwischen unserem eigenen Anspruch und dem, was wir gezeigt haben. Das war ein fahrlässiger Beginn. Deshalb sind wir zurecht bestraft worden. Von der ersten Minute an war es offensichtlich, dass uns jegliche Körpersprache und jegliche Einstellung gefehlt haben. Dafür habe ich keine Erklärung, ich habe es auch nicht kommen sehen."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Nach dem 1:1 in Darmstadt gibt es drei Wechsel beim HSV: Für Gregoritsch, Schipplock und Diaz (alle Bank) starten Ilicevic, Kacar und Jung, der zum ersten Mal seit dem 3. Spieltag wieder in der Startelf steht.

Der BVB nur mit einer Änderung im Vergleich zum Derbysieg über Schalke: Der genesene Reus rückt für Castro (Bank) ins Team.

19., 1:0, Lasogga (FE): Sokratis mit einem Ballverlust an der Mittellinie. Holtby schickt Ilicevic von der Mittellinie allein aufs Tor. Der will an Bürki vorbei und wird vom Torhüter gelegt. Den fälligen Elfmeter verwandelt Lasogga scharf und halbhoch ins linke Eck. Bürki kommt nicht ran.

29.: Spahic muss mit einer Sprunggelenksverletzung ausgewechselt werden, für ihn kommt Cleber.

41., 2:0, Holtby: Müller fängt einen Rückpass an der Mittellinie von Ginter ab und geht mit Tempo auf Hummels zu. Müller verzögert, wird von Holtby überholt und schickt diesen im richtigen Moment gegen den schlecht postierten Weigl in den Strafraum. Holtby netzt aus sieben Metern von halbrechts rechts unten ein.

55., 3:0, Hummels (ET): Ecke durch Holtby von rechts. Der Ball segelt in den Fünfer, wo Hummels den Ball ins eigenen Tor köpft.

63.: Flache, diagonale Hereingabe von Piszczek aus dem rechten Halbfeld. Aubameyang läuft Cleber im Rücken weg, aber Adler kommt schnell raus, verkürzt den Winkel und Aubameyang scheitert aus sechs Metern am HSV-Torhüter.

76.: Freistoß Dortmund aus 17 Metern. Gündogan versucht's per Aufsetzer, aber Adler ist schnell in seinem Eck und wehrt zur Ecke ab.

86., 3:1, Aubameyang: Mkhitaryan bedient Januzaj am Strafraum. Der steckt auf Aubameyang durch, der Adler aus elf Metern keine Chance lässt, rechts unten schlägt's ein.

90.: Adler fischt einen Dropkickschuss von Castro aus 18 Metern aus dem linken Eck.

90.+1: Der HSV ist platt. Castro bringt einen Abpraller wieder per volley Richtung Tor. Adler faustet den Ball zur Seite weg, hat aber Pech, dass da Aubameyang steht. Der zieht aus vier Metern ab, aber Adler ist wieder da und Gregoritsch klärt den freien Ball.

Fazit: Schwacher Auftritt des BVB mit vielen Fehlern und einigen Spielern als Totalausfälle. Für den aggressiven und umschaltstarken HSV waren die Dortmunder an diesem Tag ein gefundenes Fressen.

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Der Star des Spiels: Lewis Holtby. Sein vielleicht bestes Spiel im HSV-Trikot. War mit einem Treffer und zwei Assits maßgeblich an den Toren beteiligt, leistete aber auch enorm starke Defensivarbeit. Er ging weite Wege, lief die Dortmunder Aufbauspieler immer wieder an und scheute keinen Zweikampf. In der Schlussphase rettete Adler dem HSV die Führung.

Der Flop des Spiels: Marco Reus. Die Dortmunder Defensive machte viele Fehler an diesem Abend, wurde aber auch oft alleine gelassen. Das lag unter anderem daran, dass Reus und sein Kumpel Aubameyang nur unzureichend mitmachten. Dazu offensiv ohne nennensvwerte Aktion und mit schlechter Körpersprache.

Der Schiedsrichter: Felix Zwayer. Wich in der einen oder anderen Situation von seiner Linie ab, aber in den entscheidenden Szenen auf der Höhe. Richtig Bürkis Aktion gegen Ilicevic mit Strafstoß zu ahnden, aber nur Gelb zu zeigen, weil keine klare Torchance verhindert wurde.

Das fiel auf:

  • Der HSV zwang dem BVB sein Spiel auf. Es war ein unruhiges hin und her mit schnell wechselndem Ballbesitz und vielen Zweikämpfen. Der BVB schaffte es nur in einer kurzen Phase nach dem 0:1 und ein paar klaren Ansagen von Tuchel das Spiel zu beruhigen. Insgesamt waren die Dortmunder aber in ihren Aktionen viel zu ungenau. Während Gündogan und Mkhitaryan noch aktiv waren, tauchten Kagawa, Reus und Aubameyang unter.
  • Der HSV lief den BVB früh an, stellte im Spielaufbau Hummels zu und war in Sachen Körpersprache deutlich präsenter. Auch in den entscheidenden Zweikämpfen wirkten die Hamburger williger und frischer; zweite Bälle landeten größtenteils beim HSV. Der Aufwand und die Intensität der Gastgeber waren enorm.
  • Tuchel reagierte zur Pause und nahm die schwachen Ginter und Kagawa vom Feld. Mit Piszczek und Castro stellte er von 4-3-3 auf 4-2-3-1 um, allerdings war das Spiel weiterhin zu langsam und fehlerhaft in seinen Aktionen, so dass die Änderung weitgehend verpuffte.
  • Als dem HSV aufgrund der aufwändigen Spielweise die Kräfte schwanden, kam der BVB besser in die Partie und auch leichter Richtung Tor von Adler. Allerdings waren die Dortmunder dann aber im Abschluss zu unpräzise, oder der HSV-Torhüter reagierte glänzend, so dass der Anschlusstreffer für eine komplette Wende zu spät fiel.

Hamburg - Dortmund: Die Statistik zum Spiel

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