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Fussball

Heckings Joker erlegen Leverkusen

Der Lord trifft zur Führung - ein Tor, über das noch diskutiert werden wird...
© Getty

Der VfL Wolfsburg hat am 11. Spieltag einen 2:1 (1:1)-Sieg gegen Bayer Leverkusen eingefahren und bleibt in der Spitzengruppe der Bundesliga. Beeinflusst wurde das Spiel von zwei krassen Fehlentscheidungen von Schiedsrichter Manuel Gräfe.

Vor 28.000 Zuschauern in der Volkswagen Arena sorgte Nicklas Bendtner für die Führung der Gastgeber (35.), der jedoch in der Entstehung eine klare Fehlentscheidung von Schiedsrichter Gräfe vorausging. Nur fünf Minuten später brachte Chicharito die Werkself mit einem Kopfball zurück ins Spiel.

Nach dem Seitenwechsel war es eine Koproduktion der nur vier Minuten zuvor eingewechselten Bas Dost und Julian Draxler, die zum Siegtreffer der Wölfe führte (77.).

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Der VfL (21 Punkte) springt damit auf Champions-League-Platz drei, die Werkself liegt mit vier Zählern weniger auf Platz sieben.

Reaktionen:

Dieter Hecking (Trainer Wolfsburg): "Es war ein hart umkämpftes Spiel, das manchmal etwas zu zerfahren war. So kam lange kein richtiger Spielfluss auf, aber meine Mannschaft hat sich gewehrt und die Spielweise angenommen. Das war eine gute Antwort auf das Bayern-Spiel und meine Spieler haben richtig daran gezogen, das Spiel in unsere Richtung zu drehen. Das ist uns gelungen, in der Liga ist jetzt alles bestens, darauf können wir aufbauen. Jetzt gilt es, uns für das Spiel in Eindhoven am Dienstag zu regenerieren um dort wieder eine Topleistung abzurufen."

Roger Schmidt (Trainer Leverkusen): "Das war ein sehr enges, umkämpftes und intensives Spiel. Wir haben gut gespielt und hatten alle Möglichkeiten, als Sieger vom Platz zu gehen. Wir haben leider unsere Chancen nicht genutzt und hatten auch nach dem 1:2 noch einige Möglichkeiten gehabt. Heute sollte es einfach nicht sein, wenn zwei starke Mannschaften aufeinander treffen, muss man seine Torchancen eben auch nutzen."

Manuel Gräfe (Schiedsrichter): "Es gibt schönere Tage als Schiedsrichter - und es gibt solche Tage wie heute. Ich war mir sicher, dass Kampl den Ball gespielt hat. Es gab dann auch nicht die Hilfe von den Spielern - von Schürrle oder Kampl. Sie sagten nicht, dass es klar Abseits war. Sondern sie waren selbst unsicher - Schürrle war nicht sicher, auch Kampl nicht. Ich nehme das natürlich auf meine Kappe, das war mein Fehler. Ich muss Leverkusen dahingehend auch loben, sie alle waren anständig. Mir tut es auf jeden Fall leid. Ich ärgere mich heute am meisten, ich werde auch lieber gelobt. Doch wie gesagt: Es gibt manchmal schönere Tage als Schiedsrichter."

Rudi Völler (Sportdirektor Leverkusen): "Ich habe es im ersten Moment wie der Linienrichter gesehen. Nach der Entscheidung des Schiedsrichters wurde ich dann zunächst etwas unsicher. Aber ich habe hinter mir einen Fernseher, da habe ich sofort gesehen, dass es eine Fehlentscheidung ist. Ich habe nicht verstanden, warum er (Gräfe; Anm.d.Red.) dieses Risiko eingegangen ist, die Entscheidung des Linienrichters anzuzweifeln. Du musst dir zu 100 oder 99 Prozent sicher sein. Herr Gräfe ist hier zu viel Risiko gegangen - selbst wenn er im Glauben war, dass es Kampl war. Du darfst den Linienrichter dann nicht überstimmen."

Andre Schürrle (Wolfsburg): "Wir beide versuchen, den Ball irgendwie zu stochern. Der Schiedsrichter hat mich hinterher gefragt, doch ich konnte ihm nicht sagen, wer den Ball am Ende berührt hat. Ich habe nur gesagt, dass ich ihn leicht berührt habe."

Kevin Kampl (Leverkusen): "Das ist bitter für uns, dass der Schiedsrichter so entschieden hat. Ich verstehe den Schiedsrichter nicht, dass er den Assistenten überstimmt. Er hat mir in der Halbzeit auch nochmals gesagt, dass er gedacht hat, ich hätte den Ball gespielt. Das kann man aber jetzt nicht mehr rückgängig machen. Jetzt heißt es: Mund abputzen und weitermachen."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Nach der Pokal-Pleite gegen die Bayern (1:3) tauscht Dieter Hecking die Wölfe ordentlich durch und verändert die Elf auf fünf Positionen. Träsch ist verletzt, Draxler, Dante, Dost und Guilavogui sitzen auf der Bank, dafür starten Jung, Klose, Arnold, Bendtner und Schürrle.

Roger Schmidts Leverkusener durften unter der Woche eine lockeres 6:0 gegen Viktoria Köln bejubeln, dementsprechend wenig verändert der Coach. Lediglich Mehmedi ersetzt Brandt in der Startelf.

25.: Wenig Gefahr, dafür viel Zirkus: Bendtner nimmt eine Hereingabe am Sechzehner mit dem Rücken zum Tor mit der Brust an und versucht's per Fallrückzieher - doch Papadopoulos schmeißt sich in den Weg und fälscht zur Ecke ab.

29.: Kampl leitet einen Konter ein und schickt Bellarabi rechts auf die Reise. Der Nationalspieler läuft Rodriguez davon und schweißt aus zwölf Metern Richtung kurzes Eck. Der Ball touchiert noch das Außennetz...

35., 1:0, Bendtner: Was für eine kuriose Szene! Schürrle und Kampl stochern am Bayer-Strafraum nach dem Ball, der daraufhin im Sechzehner beim blanken, aber meterweit im Abseits stehenden Vieirinha landet. Der Assistent hebt die Fahne, doch Schiri Gräfe denkt fälschlicherweise, dass die Kugel von Kampl kam und lässt weiterspielen. Der VfL nutzt das aus und der Lord darf den folgenden Querpass zur Führung einschieben. Riesen-Proteste bei der Werkself - klare Fehlentscheidung!

40., 1:1, Chicharito: Einwurf Leverkusen von rechts zu Kramer, der relativ ungestört in den Sechzehner und bis zur Grundlinie marschieren darf. Seine Flanke findet Chicharito am Fünfer, der nur noch einnicken muss.

45.+1: Starker Steilpass aus dem Mittelfeld auf Mehmedi, dessen Schuss aus 16 Metern Benaglio mit Mühe und Not am Pfosten vorbei lenken kann!

69.: Caligiuri kommt mit Tempo von rechts und bedient zentral am Sechzehner Arnold. Der leitet wunderbar per Hacke auf Schürrle weiter, der die Pille komplett blank aus zwölf Metern über den Querbalken jagt!

77., 2:1, Draxler: Goldenes Händchen von Hecking! Rodriguez zieht aus 25 Metern ab, Leno klatscht den unangenehmen Schuss zur Seite ab. Der eben eingewechselte Dost setzt nach und legt klasse in die Mitte, wo der eben eingewechselte Draxler einschiebt.

84.: Ein Wendell-Freistoß aus 20 Metern küsst noch den Außenpfosten, ehe die Kugel rechts am Kasten vorbei segelt...

Fazit: Dieter Heckings goldenes Händchen bringt den Wölfen den Sieg in einer Partie, in der die Werkself zwar optisch leicht überlegen, Wolfsburg aber klarer in ihren Aktionen war.

Der Star des Spiels: Daniel Caligiuri begann auf der linken Offensivbahn, warf sich aber dennoch in die meisten Zweikämpfe (38) und spulte ein unglaubliches Pensum ab. Im Angriff nach dem Wechsel auf rechts in Halbzeit zwei mit straken Impulsen und den meisten Pässen in der Hälfte des Gegners.

Der Flop des Spiels: Hakan Calhanoglu sollte das Angriffsspiel der Leverkusener von der Zehn aus ankurbeln, brachte in das wilde Hin und Her aber keine Struktur. Gewann nicht einmal ein Drittel seiner Zweikämpfe und legte eine für ihn unterirdische Passquote an den Tag. Auch von den gefürchteten Standards war wenig zu sehen.

Der Schiedsrichter: Manuel Gräfe erwischte einen rabenschwarzen Tag. Zunächst der kapitale Fehler, bei Bendtners Führungstor seinen Assistenten zu überstimmen und den Treffer anzuerkennen (35.). Nach Wiederanpfiff verwehrte er Caligiuri einen klaren Elfmeter nach Foul von Leno (50.).

Das fiel auf:

  • Beide Teams lieferten sich eine unglaublich intensive Anfangsphase. Auf beiden Seiten wurden bereits die Verteidiger beim Spielaufbau gestört, im eigenen Spiel nach vorne versuchte sowohl Wolfsburg als auch Leverkusen sofort Tempo aufzunehmen und den schnellen Pass in die Spitze zu spielen.
  • Leverkusen übernahm im Laufe der ersten Halbzeit das Kommando über die Partie und drängte die Wölfe in die Defensive. Die Gastgeber machten dort aber einen guten Job, ließen wenig zu und fanden auf das Pressing der Werkself zum Großteil eine spielerische Lösung.
  • In der Offensive aber auffällig: das schlampige Passspiel der Wölfe. Normalerweise mit der besten Passquote nach den Bayern in der Liga spielten die Wolfsburger zeitweise jeden vierten Ball zum Gegner. Die zunehmende Nickligkeit im Laufe der Partie trug ebenfalls nicht zum geordneten Angriffsspiel bei.
  • Auf der anderen Seite tat sich die Angriffsreihe der Werkself um Chicharito, Bellarabi und Mehmedi schwer mit den physisch überlegenen Wolfsburgern. Vor allem in der Luft sah die Werkself kein Land.

Wolfsburg - Leverkusen: Die Statistik zum Spiel

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