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Fussball

Ein gleichwertiges Mitglied

Eine Mannschaft, ein Team: Der FCA will am Ende der Runde in die Europa League
© Getty

Der FC Augsburg hat beim 0:0 gegen den FC Schalke 04 bewiesen, dass er sich zurecht in der Spitzengruppe der Bundesliga befindet. Markus Weinzierl und Stefan Reuter haben den FC Augsburg in den letzten Jahren zu einem attraktiven Bundesligisten geformt. Die Vertragsverlängerung der beiden ist zudem ein Statement.

Die eigentlichen Szenen des Spiels zwischen dem FC Augsburg und dem FC Schalke 04 fanden vor An- und nach Abpfiff statt. Kurz vor der Partie gab der FCA bekannt, dass Trainer Markus Weinzierl und Manager Stefan Reuter ihre Verträge bis 2019, beziehungsweise 2020 verlängert hatten.

Ein Großteil der gut 30.000 Fans in der ausverkauften SGL Arena waren aus dem Häuschen, der Lärmpegel schoss in die Höhe als auf der Anzeigetafel die Vertragsverlängerung mit dem Trainer und dem Geschäftsführer Sport bekanntgegeben wurde.

Als nach dem Spiel Weinzierl und Reuter vor die Sky-Mikrofone traten, wurden beide Protagonisten vor der Tribüne minutenlang mit Sprechchören von den Fans gefeiert. Dabei hatte der FCA gegen Schalke in einer höhepunktarmen Partie lediglich 0:0 gespielt.

Doch das Unentschieden bringt die Augsburger langsam aber sicher in Richtung Europa League. Ein Punkt beträgt der Rückstand auf Schalke und Platz 5. Zwei Punkte Vorsprung hat Augsburg auf Hoffenheim, das auf Platz 7 liegt. Der Platz, der eventuell auch für die Qualifikation für Europa reicht.

Das Team, das Real schlug

In jedem Fall stehen die Chancen des FCA nicht schlecht, in der nächsten Saison erstmals in der Vereinsgeschichte international vertreten zu sein. Dass die Mannschaft bereit wäre, zeigte sie gegen Schalke erneut. Dort war Augsburg über die gesamte Spielzeit gesehen das bessere Team und hielt eine Mannschaft in Schach, dass vor drei Wochen noch Real Madrid im Bernabeu geschlagen hatte.

Außer vielleicht gegen den FC Bayern war Augsburg in keinem Spiel gegen ein Topteam der Liga unterlegen, sondern agierte mindestens auf Augenhöhe. Den BVB schlug man nach der Winterpause, Wolfsburg wurde ebenfalls besiegt. Auch gegen Leverkusen war man nah dran an einem Sieg und zu Hause gegen Gladbach holte man einen Dreier. Man sieht also: Der FC Augsburg ist im Konzert der Großen in dieser Saison ein gleichwertiges Mitglied.

Die Vertragsverlängerung mit Markus Weinzierl ist dabei ein weiteres Zeichen an die Konkurrenz: Mit uns ist zu rechnen! Der Coach wurde in den letzten Wochen und Monaten immer mal wieder mit dem ein oder anderen Spitzenklub in Verbindung gebracht.

Vom No Name zum gefragten Coach

In Zeiten der größten BVB-Krise, als Jürgen Klopp nicht mehr unsterblich erschien, fiel auch Weinzierls Name. Das ist natürlich alles hypothetisch, da Klopp nie wirklich zur Disposition stand. Dennoch zeigt es, welch ein Ansehen Weinzierl inzwischen in der Liga genießt.

"Wir haben hier erfolgreich gearbeitet. Da ist es ganz normal, dass der eine oder andere Anruf kommt. Wir haben beide keine Gespräche mit anderen Klubs geführt. Wir wollen den Weg hier weitergehen", sagte Reuter nach dem Spiel gegen Schalke.

Gemeinsam mit dem Geschäftsführer Sport formte Weinzierl beim FC Augsburg in den letzten zwei Jahren eine Mannschaft, die mehr als schlagkräftig ist und inzwischen in der Liga anerkannt ist. Das zeigt beispielsweise auch die Personalie Pierre-Emile Höjbjerg. Der dänische Youngster vom FC Bayern stand im Winter auf der Wunschliste einiger Bundesligisten. Aber der FCA bekam den Zuschlag. Weil die sportliche Perspektive passte - sowohl für die Bayern, die die Fuggerstädter als geeigneten Verein für die Weiterentwicklung ihres Juwels sahen, als auch für Höjbjerg selbst.

Gibt's am Ende der Saison den größten Erfolg der Vereinsgeschichte? "Die nächsten Spiele werden schwer, weil es gegen Mannschaften geht, für die es um alles geht. Aber wir haben Lust an der Situation und werden noch siebenmal alles raushauen", sagte Weinzierl nach dem Spiel.

"Wir wollen da bleiben"

Dass es gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Schalke am Ende nicht zu einem Sieg reichte, war zu verschmerzen. 39 Punkte nach 27 Spieltagen hatte der FCA auch 2013/14 (zugleich Vereinsrekord) - am Ende stand vor einem Jahr Rang 8, mit dem die Europapokal-Teilnahme nicht erreicht wurde. In diesem Jahr aber scheint dies möglich. Das Team ist gefestigt genug.

War Platz 8 im letzten Jahr noch eine riesige Überraschung, so hat der FCA nun seine Ansprüche nach oben korrigiert. "Wir wollen uns oben nicht mehr verdrängen lassen. Wir stehen im Moment auf dem sechsten Platz, da wollen wir bleiben", sagte Reuter am Sonntag nach dem Schalke-Spiel selbstbewusst.

"Wir haben eine tolle Entwicklung genommen in den letzten zweieinhalb Jahren. Wir haben uns Gedanken gemacht, wie lange wir das halten können. Wir wollen den FCA stabil in der Liga etablieren. Wir haben hier Potenzial. Wenn wir mal sagen können, wir haben nichts mit dem Abstieg zu tun, haben wir was Großes erreicht", sagte Weinzierl.

Demnach hat man in Augsburg jetzt schon Großes erreicht. Aber es scheint noch nicht das Ende der Entwicklung.

Augsburg - Schalke: Daten zum Spiel

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