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Fussball

Nürnbergs Talfahrt geht weiter

Mainz jubelt, Nürnberg verzweifelt: Der Club taumelt dem Abstieg entgegen
© Getty

Der 1. FC Nürnberg hat auch mit Interimstrainer Roger Prinzen die Trendwende verpasst. Beim 1. FSV Mainz 05 verlor der Club mit 0:2 (0:2) und ist weiter auf Kurs 2. Liga.

Vor 33.507 Zuschauern zeigte sich der 1. FC Nürnberg zu Beginn zwar leicht verbessert, geriet durch einfache Fehler aber ins Hintertreffen. Shinji Okazaki (30.) und Christoph Moritz (44.) erzielten die Treffer vor der Pause. Okazaki ist mit nun 14 Saisontreffern der treffsicherste Japaner in einer Bundesligasaison, er hat Shinji Kagawa (13 Tore) überflügelt.

Der Club ist durch die Niederlage weiter Tabellen-17. Mainz ist dagegen weiter auf Kurs Europa League. Sollte der FC Augsburg am Sonntag gegen den Hamburger SV verlieren, hätten die 05er das Ticket für die Qualifikation sogar schon sicher.

Die Reaktionen:

Thomas Tuchel (Trainer 1. FSV Mainz 05): "Ich bin sehr stolz darauf, wie die Mannschaft in den letzten Wochen trainiert. Sie schafft es wirklich, so auch zu spielen und mit so einer Energie dazustehen. Jeder Trainer kann nur davon träumen, so eine Mannschaft zu trainieren."

Roger Prinzen (Trainer 1. FC Nürnberg): "Die Motivation muss von ihnen heraus kommen, für den Club alles zu geben und zu sagen: In dem Spiel gegen Hannover werde ich alles reinschmeißen und das Herz in die Hand nehmen."

Raphael Schäfer (1.FC Nürnberg): "Wir stoßen derzeit einfach an unsere Grenzen und kommen nicht weiter. Es ist völlig egal, welcher Trainer auf der Bank sitzt. Man sieht, dass uns zur Zeit durch die Verletzten die Qualität einfach fehlt, um in der Bundesliga erfolgreich Fußball zu spielen."

SPOX-Spielfilm:

Vor derm Anpfiff: Tuchel ändert seine Mannschaft nur auf einer Position. Soto kommt für den gesperrten Bungert ins Team. Allerdings stellt Mainz von 4-4-2 mit Raute auf 4-2-3-1 um.

Nürnbergs Interimstrainer Prinzen nimmt drei Änderungen vor: Chandler, Petrak und Mak ersetzen Angha, Pogatetz und Campana, der nicht im Kader steht.

30., 1:0, Okazaki: Geis mit dem Freistoß aus dem linken Halbfeld. Zehn Meter vor dem Tor setzt Okazaki aus dem Stand unbedrängt zum Kopfball an. Der Japaner trifft der per Aufsetzer ins linke Eck. 14. Saisontor!

32.: Langer Ball in den Strafraum auf Soto. Der nimmt den Ball mit dem Rücken zum Tor an, dreht sich einmal um die eigene Achse und zieht aus sechs Metern ab. Schäfer ist aber schnell da und wehrt den Schuss mit der Brust ab.

34.: Petrak mit einem Querschläger im eigenen Strafraum. Okazaki spitzelt den Ball zu Moritz, der aus 15 Metern halbrechts im Strafraum abzieht, einen Meter am linken Pfosten vorbei.

35.: Soto bedient den aufgerückten Pospech auf rechts. Flanke in den Rückraum, Malli geht gut in den Ball, sein Kopfball aus sieben Metern schrammt knapp am rechten Pfosten vorbei.

44., 2:0, Moritz: Geis bringt eine Ecke von links vors Tor. Die Nürnberger bringen den Ball nicht weg, Petrak legt Moritz die Kugel direkt auf, der aus 13 Metern links unten einschießt.

55.: Okazaki spielt von rechts scharf in den Strafraum, Malli verpasst am kurzen Pfosten. Hinten lauert Choupo-Moting, aber Schäfer hat aufgepasst, verkürzt den Winkel gut und pariert den Schuss aus fünf Metern.

67.: 50-Meter-Pass von Pospech auf Okazaki. Der nimmt den Ball stark an, schüttelt Pinola ab und legt auf Malli ab. Dessen Schuss aus 18 Metern dreht Schäfer mit den Fingerspitzen um den Pfosten.

Fazit: Mainz kam schwer ins Spiel, war nach dem Tor aber drückend überlegen. Nürnberg offensiv nicht vorhanden.

Der Star des Spiels: Zdenek Pospech. Hatte defensiv alles im Griff und marschierte ständig. Hatte die mit Abstand meisten Ballkontakte (99) und spielte auch so viele Pässe in der gegnerischen Hälfte (41) wie kein anderer. Zudem mit brauchbaren Flanken.

Der Flop des Spiels: Ondrej Petrak. Hatte mit dem wendigen Okazaki seine Schwierigkeiten und war in manchen Situationen nicht Herr der Lage. Leistete sich zwei Querschläger im eigenen Strafraum, wovon einer zum 0:2 führte.

Der Schiedsrichter: Knut Kircher. Souveräne Leistung in einem leicht zu leitenden Spiel. Einzig die Gelbe Karte für Angha war etwas zu hart.

Das fiel auf:

  • Prinzen verabschiedete das 4-1-4-1 von Verbeek und stellte die Nürnberger im 4-3-1-2 auf. Saftey first war die Devise. Nürnbergs Außenverteidiger rückten nur verhalten nach, aus dem Mittelfeld ging immer nur einer der drei Sechser mit.
  • Eine Verunsicherung war bei den Franken aber nicht zu erkennen, sie kamen mit hoher Aggressivität auf den Platz und bestimmten die Anfangsphase, aber ohne dabei torgefährlich zu werden. Der Club schoss in der 83. Minute das erste Mal aufs Tor von Karius.
  • Mainz hatte eine halbe Stunde nur wenig Zugriff aufs Spiel, verlor die Bälle viel zu schnell und war offensiv nicht vorhanden. Mit dem Treffer änderte sich die Situation schlagartig. Die Mainzer waren giftig, ballsicher und hatten eine Reihe von Möglichkeiten.
  • Die Standardsituationen entschieden das Spiel. Nürnberg kassierte die Gegentore Nummer 23 und 24 nach einer Standardsituation, so viele wie keine andere Mannschaft in der Liga.
  • Nürnberg nach der Pause mit der Situation überfordert und ohne Idee im Offensivspiel. Auch die Wechsel und die leichte Systemkorrektur auf 4-2-3-1 verpufften wirkungslos. Mainz kontrollierte die Partie und spielte seinen Vorsprung sicher nach Hause.

Mainz - Nürnberg: Die Statistik zum Spiel

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