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Fussball

Bayern schießt sich warm für Real

Claudio Pizarro war die Speerspitze der Bayern-Aufholjagd nach der Pause
© Getty

Der FC Bayern München hat sich für das Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid warmgeschossen. Gegen Werder Bremen gewann die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola am 32. Spieltag der Bundesliga mit 5:2 (1:2).

Gebre Selassie (10.) und Aaron Hunt (36.) brachten die Bremer vor der Pause zweimal in Führung, Franck Ribery (20.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen.

Nach der Pause traf zunächst Claudio Pizarro doppelt (53., 57.), Bastian Schweinsteiger (61.) und Arjen Robben (74.) besorgten die weiteren Tore.

Die Reaktionen:

Pep Guardiola (Trainer Bayern München): "Die Fans tun mir leid, weil sie es nicht verdienen, so eine erste Hälfte zu sehen. Es ist das erste Mal, seit ich hier Trainer bin, dass ich enttäuscht von meinen Spielern bin. Wenn sie gut oder schlecht spielen, ist das kein Problem. Aber wir waren heute nicht die Mannschaft, die wir die gesamte Saison über gewesen sind. Und die Fans verdienen so eine Leistung nicht. In der zweiten Hälfte war es dann besser."

Robin Dutt (Trainer Werder Bremen): "Meine Mannschaft ist sehr selbstbewusst in dieses Spiel gegangen, wir haben die Räume sehr gut eng gemacht und zwei schöne Tore über Konter herausgespielt. Dann hat Pep Guardiola umgestellt, Franck Ribéry in die Mitte genommen und mit Philipp Lahm die Räume breit gemacht. Bayern ist dann in einen Spielrausch gekommen, aber das Ergebnis fiel zu hoch aus."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: In Gedenken an den am Freitag verstorbenen Ex-Barca-Trainer Tito Vilanova trug der FC Bayern Trauerflor und hielt eine Schweigeminute ab.

Guardiola verzichtet auf Lahm, Kroos, Robben und Mandzukic in der Startelf, Rafinha ist gesperrt. Weiser spielt Rechtsverteidiger, zudem kommen Müller, Götze und Pizarro in die Mannschaft.

Werder mit einer Änderung im Vergleich zum 3:1 gegen Hoffenheim: Junuzovic spielt für Elia.

10., 0:1, Selassie: Bayern unsortiert, Makiadi hat im Zentrum Platz und spielt rechts raus zum heranstürmenden Selassie. Alaba wird überlaufen und auch Neuer kann das 0:1 nicht verhindern. Selassie trifft aus elf Metern in die Tormitte.

20., 1:1, Ribery: Pizarro spielt eine starken Ball auf links zu Ribery. Der geht mit Tempo auf Wolf zu und schiebt nach einem Haken den Ball ins kurze Eck.

29.: Boateng fasst sich ein Herz und lädt aus 30 Metern ab. Wolf boxt das Geschoss weg.

34.: Bayern kombiniert direkt am 16er auf engem Raum. Müller spielt letztlich Pizarro frei, der den Ball über Wolf hebt, doch Fritz haut das Ding artistisch von der Linie.

36., 1:2, Hunt: Weiter Schlag aus dem Bremer-Strafraum auf di Santo. Dante ist deutlich vorher in Ballnähe, lässt sich im Zweikampf aber abkochen. Di Santo haut den Ball diagonal rüber zu Hunt, der Boateng ins Kino schickt und den Ball aus fünf Metern ins lange Eck schiebt.

53., 2:2, Pizarro: Ecke Ribery von links, verlängert per Kopf auf den langen Pfosten. Da steht Pizarro und schiebt aus zwei Metern ein.

57., 3:2, Pizarro: Ribery tanzt auf links aus und spielt zu Alaba. Der steckt durch auf Pizarro und der spitzelt den Ball erneut aus zwei Metern über die Linie.

61., 4:2, Schweinsteiger: Lahm wird auf rechts nicht an der Flanke gehindert. In der Mitte hat auch Schweinsteiger keinen Gegenspieler und köpft den Ball aus acht Metern in den rechten Giebel.

74., 5:2, Robben: Sekunden nach seiner Einwechslung ist Robben bei seinem Move von links nach innen inklusive Schuss ins lange Eck nicht aufzuhalten. Torenfernung diesmal 13 Meter.

Fazit: Letztlich verdienter Sieg des FC Bayern dank einer enormen Steigerung in der zweiten Halbzeit.

Der Star des Spiels: Claudio Pizarro. Bereitete das 1:1 vor und erzielte seinen 28. Doppelpack in der Bundesliga. Der Peruaner war damit direkt an sechs der letzten acht Bundesligatore des FC Bayern direkt beteiligt. War zudem immer anspielbar und sehr lauffreudig.

Der Flop des Spiels: Jerome Boateng. Ließ seinen zuletzt vermehrt schwachen Spielen katastrophale erste 60 Minuten gegen Bremen folgen. Wirkte unkonzentriert, spielte ungenaue Pässe und ließ sich bei Hunts Tor sehr leicht ausspielen. Bei Werder fielen nach der Pause vor allem die Außenverteidiger Fritz und Garcia ab.

Der Schiedsrichter: Guido Winkmann. Hatte das faire Spiel abgesehen von zwei, drei kleineren Fehlern bei der Zweikampfbewertung gut im Griff.

Das fiel auf:

  • Müller spielte bei den Bayern zunächst zweiten Stürmer neben Pizarro. Nach 20 Minuten rückte er mehr auf die rechte Seite, blieb aber mit Pizarro auf einer Linie. Wenn sich Pizarro fallen ließ, stieß Müller wieder in die Spitze. Dem Angriffspiel der Bayern fehlte es aber in der ersten Halbzeit oft an Tempo und Ideen.
  • Werder legte sich zwei Verteidigungsstragien zurecht: Mal wurde früh attackiert und der Ball führende Abwehrspieler der der Bayern angelaufen. Sonst zogen sich die Bremer zurück, machten das Zentrum dicht und setzten auf Konter, die ihnen auch gleich zwei Tore einbrachten.
  • Die Bayern hatten wie gegen Real Madrid große Probleme im Defensivverhalten nach dem Ballverlust. Werder hatte keine Mühe, das Mittelfeld mit zwei, drei schnellen Pässen zu überbrücken.
  • Zudem machten die Bayern unerklärlich viele einfache Fehler. Vor allem das Innenverteidigerduo Dante und Boateng war gedanklich nicht da und stellte sich bisweilen sehr naiv im Zweikampf an.
  • Nach der Pause sah man eine total veränderte Bayern-Mannschaft, die endlich auch die nötige Geilheit auf Tore zeigte. Werder wurde konsequent früh gepresst und war gegen die Angriffswellen der Bayern völlig überfordert.
  • Nach einigen schwachen Spielen zuletzt konnte Ribery gegen Bremen wieder überzeugen. Er hatte die meisten Ballkontakte aller Spieler, schoss das Ausgleichstor und zeigte Spielfreude.

Bayern - Bremen: Die Statistik zum Spiel

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