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Fussball

Hannover zieht mit Frankfurt gleich

Hannovers Didier Ya Konan (2.v.l.) bejubelt seinen Treffer zum 3:1
© Getty

Hannover 96 hat seinen Aufwärtstrend bestätigt und ein Lebenszeichen im Abstiegskampf gesetzt. Bei Eintracht Frankfurt siegten die Niedersachsen mit 3:2 (3:1) und haben jetzt wie die SGE 35 Punkte auf dem Konto.

Vor 48.000 Zuschauern in der Commerzbank-Arena erzielte Leon Andreasen mit einem Blitz-Tor nach nur zwei Minuten die Führung für 96. Martin Lanig brachte die Hausherren aber noch in der Anfangsphase der Partie zurück (16.).

Wieder nur vier Minuten später traf Hannovers Kapitän Lars Stindl per Kopf (20.), nach einer herrlichen Vorarbeit von Andreasen erhöhte Didier Ya Konan noch vor der Pause auf 3:1 (29.). Der Anschlusstreffer des eingewechselten Alexander Meier (68.) konnte die Niederlage der Hausherren nicht mehr verhindern.

Mit Leonardo Bittencourt und Edgar Prib sahen gleich zwei Akteure von Hannover 96 ihre fünfte Gelbe Karte und werden im kommenden Ligaspiel gegen den VfB Stuttgart fehlen.

Die Reaktionen:

Armin Veh (Trainer Eintracht Frankfurt): "Ich habe schon vor dem Spiel kein gutes Gefühl gehabt. Wir haben gespielt, als wenn wir schon durch wären. Ich habe schon vor dem letzten Spiel gesagt, dass wir nicht gerettet sind, aber da war ich der einzige Rufer in der Wüste."

Tayfun Korkut (Trainer Hannover 96): "Das war ein sehr, sehr wichtiger Sieg für uns, aber rechnerisch sind wir noch nicht durch. Die Mannschaft hat es hervorragend gemacht und hochverdient gewonnen. Ich bin stolz, Trainer einer solchen Mannschaft zu sein. Wir hätten das Spiel nur eigentlich früher entscheiden müssen."

SPOX-Spielfilm:

Frankfurts Coach Armin Veh tauscht im Vergleich zur Niederlage gegen Schalke nur einmal. Für Meier rückt Schwegler ins Team und besetzt in der Raute die Position vor der Abwehr.

Tayfun Korkut hat nach dem Sieg im Derby gegen den HSV wenig Grund zu wechseln. Lediglich Prib muss auf die Bank, für ihn kommt Huszti in die Startelf.

2., 0:1, Andreasen: Die Eintracht verschläft den Anfang komplett! Erst segelt ein Ball von Stindl von rechts durch den Sechzehner, die SGE bringt die Kugel nicht weg. Von der anderen Seite flankt Pander präzise in die Mitte, Andreasen rauscht heran und drückt den Kopfball in die lange Ecke.

13., 1:1, Lanig: Ein Freistoß von links wird von Barnetta scharf vors Tor geschlagen. Madlung hält den Schädel rein, hinter ihm steht Lanig frei und drischt die Kugel ins leere Tor. Der Treffer zählt, roch aber nach Abseits - falls Madlung dran war.

20., 1:2, Stindl: Wieder ist Pander der Vorbereiter, der eine Freistoß-Flanke aus dem rechten Mittelfeld perfekt vor Trapps Kasten bringt. Lanig lässt Stindl aus den Augen, der Kapitän steigt hoch und nickt aus wenigen Metern unhaltbar ein.

29., 1:3, Ya Konan: Sensationell! Stindl bedient Andreasen, der den Ball 16 Meter zentral vor dem Tor erst gegen zwei Mann behauptet und ihn dann wunderbar in die Schnittstelle zu Ya Konan chippt. Der Ivorer bleibt vor Trapp cool und tunnelt den Keeper.

30.: Die Eintracht stürmt vom Wiederanstoß weg nach vorne. Aigner legt von der Strafraumkante links in die Mitte zu Joselu, der den Ball aus aussichtsreicher Position in die Wolken jagt.

32.: Bitter für die Eintracht und Schwegler. Der Frankfurter muss runter, für ihn kommt Meier ins Spiel.

48.: Nächste dicke Chance für die Gäste! Andreasen läuft zentral aufs Tor zu, verzögert und zieht aus 20 Metern ab. Der Ball klatscht an den linken Innenpfosten!

52.: Stindl legt den Ball am linken Strafraumeck in den Lauf von Huszti, der aus zehn Metern sofort abzieht und den Ball an die Latte donnert.

65.: Huszti bringt die Flanke im Fallen von rechts an den langen Pfosten. Schmiedebach köpft gegen Trapps Laufrichtung und der Keeper ist schon geschlagen, doch Madlung kratzt die Kugel noch aus dem Tor.

68., 2:3, Meier: Ein weiter Freistoß aus dem Mittelfeld rutscht durch zu Aigner, der von links flankt und in der Mitte Meier findet. Der Stürmer ist sechs Meter vor dem Tor viel zu frei und drückt die Kugel ohne Probleme mit dem Kopf über die Linie.

79.: Frankfurt läuft in einen Drei-gegen-Sechs Konter, doch die Gäste spielen die Situation fahrlässig aus. Pribs Flanke von links findet keinen Abnehmer, schließlich stibitzt Trapp Ya Konan den Ball vom Fuß.

Fazit: Hannover verdient sich den knappen Sieg dank eines zielstrebigen und engagierten Auftritts über die volle Distanz. Die Gastgeber wachen zu spät auf und sind weiter im Abstiegskampf dabei.

Der Star des Spiels: Leon Andreasen riss ein bärenstarkes Spiel im Mittelfeld ab und trieb das Offensivspiel unermüdlich an. Schaltete sich bis zum Schluss mit nach vorne ein und legte nicht nur mit seinem Führungstor den Grundstein zum Sieg, sondern bereitete das zwischenzeitliche 3:1 sensationell vor.

Der Flop des Spiels: Constant Djakpas schwache Leistung steht stellvertretend für die mäßige Leistung der Frankfurter Defensive. Gewann lediglich 37,5 Prozent seiner Zweikämpfe und brachte gerade einmal jeden zweiten Pass an den eigenen Mann. Im Offensivspiel der SGE kein Faktor.

Der Schiedsrichter: Felix Brych hatte mehrere knifflige Situationen zu bewerten und lag dabei nicht immer richtig. Da Madlung vor dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Frankfurter die Flanke laut eigener Aussage per Kopf verlängert hat, hätte der Treffer wegen Abseits nicht zählen dürfen. Hannover hätte sich dagegen nicht beschweren dürfen, wenn Brych in der 36. Minute auf den Elfmeterpunkt gezeigt hätte, nachdem Marcelo den Ball im Sechzehner binnen weniger Sekunden zwei Mal mit dem Arm berührte. Verwehrte zudem Hannover einen regulären Treffer, da Madlung Schmiedebachs Kopfball erst hinter der Linie klären konnte (65.).

Das fiel auf:

  • Vor allem die Abwehr der Eintracht verschlief einen Großteil der ersten Hälfte. Trotz der körperlichen Überlegenheit extrem unsicher bei hohen Bällen und den schnellen Angriffen der Gäste, zeigten sich die Gastgeber auch fahrig bei eigenem Ballbesitz. An einen ruhigen und geordneten Spielaufbau war ob der vielen Fehler nicht zu denken.
  • Hannover hingegen machte in der Abwehr die Mitte zu und ließ die 96er nur über die Außer vorstoßen. Nach Ballgewinnen schalteten die Gäste schnell um, spielten zielstrebig in die Spitze und suchten den schnellen und unkomplizierten Abschluss.
  • SGE-Coach Veh musste bereits nach einer halben Stunde reagieren und seinen angeschlagenen Kapitän vom Platz nehmen. Der eingewechselte Meier rückte in den Sturm, Russ übernahm die Sechser-Position. Die Umstellung tat dem Spiel der Hausherren merklich gut. Russ arbeitete als Antreiber von hinten heraus, mit Meier an vorderster Front strahlte die SGE im Strafraum mehr Gefahr aus.
  • Die Frankfurter kamen mit viel Engagement, aber auch etwas ungestüm aus der Kabine. Das etwas aggressivere Arbeiten gegen den Ball hielt die Hannoveraner zwar nicht gänzlich vom eigenen Tor weg, brachte aber wenigsten die ein oder andere konstruktive Offensivaktion.

Eintracht Frankfurt - Hannover: Die Statistik zum Spiel

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