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Fussball

1:0! Frankfurt feiert Befreiungsschlag

Von Daniel Reimann
Emre Can (r.) bekam es als Linksverteidiger immer wieder mit Stephan Schröck zu tun
© Getty

Eintracht Frankfurt hat am 16. Bundesliga-Spieltag seine Negativserie beendet. Die SGE gewann die Partie bei Bayer Leverkusen mit 1:0 (0:0).

Vor 26.242 Zuschauern in der BayArena erzielte Marco Russ per Kopf die 1:0-Führung für die Eintracht (63.) nach einem schnell ausgeführten Freistoß. Joselu verpasste in letzter Minute das Sahnehäubchen, als er per Strafstoß an Bernd Leno scheiterte (90.+4).

Leverkusen verpasst damit die Möglichkeit, sich auf acht Punkte von Verfolger Dortmund abzusetzen. Frankfurt hingegen feiert nach zehn sieglosen Spielen endlich wieder ein Erfolgserlebnis in der Liga.

Reaktionen:

Sami Hyypiä (Trainer Bayer Leverkusen): "Wir haben in der 1. Halbzeit nicht auf unserem Niveau gespielt. Wir waren viel zu langsam und haben uns zu wenig bewegt. In der 2. Halbzeit waren wir viel besser, aber wenn man kein Tor schießt, kann man nicht gewinnen."

Armin Veh (Trainer Eintracht Frankfurt): "Wir haben in der 1. Halbzeit gut gestanden und haben nix zugelassen. In der 2. Halbzeit haben wir Nadelstiche gesetzt, aus denen ein Tor resultierte. Am Ende haben wir es mit Glück und Geschick über die Zeit gerettet. Die Spiele werden im nächsten Jahr nicht weniger, aber wenn wir am Ende drei Mannschaften hinter uns lassen, haben wir etwas gelernt in dieser Saison. Es wäre bitter, wenn wir absteigen würden."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bei Leverkusen beginnt Wollscheid für den gesperrten Spahic. Außerdem: Auf der Rechtsaußen-Position darf Kruse anstelle von Hegeler ran.

Veh schickt in der Abwehr Djakpa für Oczipka in die Spur. Auf der Sechs beginnt Russ statt Rode, Schröck ersetzt Kadlec im rechten Mittelfeld.

12.: Langer Ball von Zambrano rechts raus auf Jung, der die Kugel vorbildlich annimmt. Starke Flanke auf den zweiten Pfosten, wo Rosenthal höher steigt als Donati, aber nur den rechten Pfosten trifft.

46.: Castro mit einem starken Alleingang, dann der Pass auf Kießling. Der leitet sofort weiter auf Kruse. Doch dessen Schuss aus der zweiten Reihe pariert Trapp mit beiden Fäusten.

51.: Freistoßflanke Castro von links: In der Mitte rauscht der aufgerückte Wollscheid per Kopf heran, doch Trapp hält die Kugel fest.

57.: Konter der Gastgeber über Son. Der hätte zwar Anspielstationen, gibt den Ball aber gar nicht erst her, sondern zieht aus 19 Metern selbst ab. Trapp lässt die Kugel abprallen, doch niemand steht zum Abstauber bereit.

61., 0:1, Russ! Leverkusen pennt bei einem schnell ausgeführten Freistoß auf Jung. Der hat jede Menge Zeit beim Flanken und in der Mitte springt Russ höher als Wollscheid - drin!

63.: Erste wirklich tolle Kombination der Bayer-Elf: Kießling wird im Strafraum bedient, behauptet die Kugel und sieht rechts den mitgelaufenen Donati. Doch Trapp fischt dessen 14-Meter-Schuss aus dem rechten Eck.

73.: Bayer kontert: Kießling mit einem Lauf über links, Flanke auf Toprak. Aber der wirkt ein wenig überrascht und köpft deutlich links vorbei.

81.: Castro zieht aus 14 Metern ab, doch Trapp rettet abermals stark.

83.: Kießling bedient im Strafraum per Kopf Toprak, Trapp verlässt sein Tor. Leverkusens Verteidiger entscheidet sich für den Lupfer und hebt die Kugel über das Tor.

90.+6.: Castro legt Bakalorz im Strafraum, klare Sache - Elfmeter! Joselu tritt an, scheitert aber an Leno, der die Kugel aus dem linken Eck holt.

Fazit: Frankfurt mit einem durchaus glücklichen Sieg, der in der Schlussphase einmal mehr gewaltig wackelt. Doch vor allem dank Trapp stand am Ende die Null, Bayer vergab zu viele gute Chancen.

Der Star des Spiels: Pirmin Schwegler. Frankfurts Sechser zeigte eine überragende Partie. Half eifrig mit beim Spiel gegen den Ball, stellte clever die Räume zu und räumte ordentlich ab. Sechs abgefangene Bälle, die zweitbeste Zweikampfquote bei Frankfurt (knapp zwei Drittel gewonnen) und eine überragende Passquote (über 90 Prozent). Ebenfalls stark: Frankfurts Keeper Trapp.

Der Flop des Spiels: Robbie Kruse. Rückte für Hegeler in die Startelf, konnte das Vertrauen von Hyppiä aber nicht rechtfertigen. War kaum ins Leverkusener Spiel eingebunden, hatte seine einzige Torchance nach einer Einzelaktion (46.). Hatte nur 27 Ballkontakte und spielte lediglich sieben (!) Pässe. Seine Auswechslung in der 67. Minute war absehbar.

Der Schiedsrichter: Wolfgang Stark. Eine anfangs unspektakuläre und einfach zu leitende Partie entwickelte sich in Halbzeit zwei zu einem Duell mit harten Bandagen und kniffligen Entscheidungen. Bei den ersten harten Fouls setzte er rechtzeitig ein Zeichen und ließ sich selten auf Diskussionen ein. Knifflig: Der Kopfball von Russ beim 1:0, wo er sich leicht aufstützt. Fazit: Grauzone! Manch ein Rerefee pfeift das ab. Positiv: Stark behielt auch in der sehr hektischen Schlussphase den Überblick und lag meist richtig.

Das fiel auf:

  • Frankfurt von Beginn an mit forschem Pressing gegen den Ball. Die Räume in der Zentrale wurden durch gut abgestimmtes Verschieben zuverlässig geschlossen. Zur Unterstützung für die offensive Dreierkette Flum/Rosenthal/Schrök rückte oft auch einer der Sechser raus (meist Schwegler), um Castro und Consorten unmittelbar anzulaufen.
  • Leverkusen tat sich deshalb besonders schwer beim Spiel durch die Mitte. Das eigene zentrale Mittelfeld fand kaum Mittel gegen Frankfurts gewissenhaftes Spiel gegen den Ball. Die Folgen: Viel Ballgeschiebe in den eigenen Reihen, oft völlig ungefährlich.
  • Frankfurt wiederum entpuppte sich als zu harmlos und unkreativ bei eigenem Ballbesitz. Die Laufwege im Offensivspiel waren leicht zu durchschauen, die Abstimmung ausbaufähig.
  • Zwischendurch wirkte die Partie wie eine Patt-Situation, da beide Teams die Taktik des Gegners gut zu lesen und ihre Angriffsmöglichkeiten häufig im Ansatz zu ersticken wussten.
  • Nach dem Rückstand wechselte Hyppiä doppelt. Mit Hegeler und Derdiyok für Bender und Kruse entstand ein 4-4-2 mit Raute und Son auf der Zehn. Das Leverkusener Umschaltspiel wurde damit schneller und optionsreicher, auch weil bei Frankfurt die Kräfte schwanden. Doch zahlreiche Torchancen ließ Bayer ungenutzt.

Leverkusen - Eintracht Frankfurt: Die Statistik zum Spiel

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