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Fussball

"Lieber eine Nacht Erster als nie"

Von SPOX
Die Spieler von Borussia Dortmund bejubeln den Sprung an die Tabellenspitze
© Getty

Während Borussia Dortmund nach dem dramatischen 2:1-Sieg gegen Köln wenigstens für eine Nacht die Tabellenführung genießt, wird die Situation beim 1. FC Köln mit jeder Niederlage bedenklicher. Mut macht ausgerechnet Gästecoach Jürgen Klopp.

Reaktionen:

Zvonimir Soldo (Trainer 1. FC Köln): "Es ist schwer, nach so einem Spiel etwas zu sagen. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben bis zum Schluss mitgehalten und hätten einen Punkt verdient gehabt. Wir haben aber genug Qualität, dass wir aus dieser Situation herauskommen. Dass man als Trainer nach Niederlagen in der Kritik steht, gehört zu diesem Geschäft. Das ist normal."

Jürgen Klopp (Trainer Dortmund): "Die Tabellenführung ist eine wunderbare Begleiterscheinung. Lieber eine Nacht Erster als nie. Wir hätten das 2:0 früher machen müssen. Wir hatten überragende Ballpassagen und haben unheimlich viel investiert. Aber es ist bewundernswert, wie die Mannschaft nach dem Ausgleich reagiert hat. Das ist Mentalität. Wir haben immer an uns geglaubt, und am Ende ist der Sieg verdient."

Nuri Sahin (Borussia Dortmund): "Ich fand nicht, dass wir das aus der Hand gegeben haben. Wir hatten auch in der zweiten Halbzeit gute Kombinationen, bringen das leider nicht zum Abschluss. Dann kommt mit Novakovic nochmal ein kopfballstarker Spieler und da ziehen wir uns zu weit zurück bei den Standards."

Lukas Podolski (1. FC Köln): "Ich denke, wir haben ein ordentliches Spiel gemacht. Wir sind gut zurückgekommen. Aber wenn man in der allerletzten Minute ein Tor kassiert, dann ist das immer ganz, ganz bitter. Wir müssen heute den Sack zumachen und einen Punkt mitnehmen. Und dann wäre das auch okay gewesen. Aber so stehen wir wieder mit leeren Händen da."

Nachbetrachtung:

Nach dem emotionalen Last-Minute-Sieg in Köln schwebt der BVB kollektiv auf Wolke sieben. Sieben Siege in Folge, erstmals seit neun Jahren Tabellenführer: Die Länderspielpause hat den Westfalen offenbar nicht geschadet.

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"Wer immer uns mit dieser Aktion reizen wollte, hat es geschafft", jubelte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp und bezog sich damit auf den Steinwurf eines Verrückten, mit dem dieser die äußere Scheibe des BVB-Busses zertrümmerte und für Unruhe bei den Spielern sorgte.

"Die meisten von uns hören Musik im Bus, jeder ist mit der mentalen Vorbereitung auf die Partie beschäftigt", sagte der starke Roman Weidenfeller. "Wir haben alle einen Knall gehört, aber im ersten Moment wusste keiner, was eigentlich passiert." Klopp gab nach dem Sieg zu, dass er in seiner Ansprache vor dem Anpfiff diesen Steinwurf als Heißmacher genutzt hatte.

BVB: Rückfall in alte Zeiten

Natürlich war nicht alles rosig beim BVB. Selbstkritisch erkannten Nuri Sahin und Marcel Schmelzer, dass man in der zweiten Hälfte in alte Muster verfallen sei.

"Wir haben aus den Fehlern der Vorsaison gelernt und setzen im Normalfall nach einer Führung inzwischen besser nach", erklärte Sahin. "Heute allerdings haben wir uns wieder zu weit zurück gezogen und Köln das Spielfeld überlassen."

Trotzdem  ist eben auch die Eigenheit einer Spitzenmannschaft, wenn man auch in Partien, in denen man nicht das bessere Team ist, irgendwie noch zum Sieg kommt. Als eine solche darf sich Dortmund inzwischen selbstbewusst bezeichnen.

Völlige Tristesse macht sich derweil im Rheinland breit. Der FC präsentierte sich am Freitagabend durchaus von seiner besten Seite, spielte munter nach vorn und war phasenweise sogar die etwas bessere Mannschaft.

Klopp: "Köln hat den Abstiegskampf angenommen"

Ob Lukas Podolskis Rundumschlag unter der Woche nun der Grund dafür war oder nicht: Köln überzeugte kämpferisch und spielerisch. Am Ende steht man aber wieder mit leeren Händen da - zum fünften Mal in acht Spielen. "Wir haben heute ein Spiel verloren, wir haben keinen Punkt mitgenommen": Viel mehr war aus einem sichtlich geknickten Podolski nach dem Schlusspfiff nicht heraus zu bekommen.

Die Rheinländer stehen weiterhin mit fünf Punkten da und haben es nur dem Spielplan zu verdanken, dass sie auch nach dem Wochenende keinesfalls Letzter sein können.

Denn Schalke und Stuttgart - die einzigen Klubs, die noch schlechter dastehen als Köln - nehmen sich am 8. Spieltag gegenseitig die Punkte weg.

Die Lage ist brenzlig, aber bei weitem nicht aussichtslos. Mut machte ausgerechnet Gästetrainer Klopp, der schon vor dem Spiel betonte: "Mir scheint, dass Köln die einzige Mannschaft im Tabellenkeller ist, die den Abstiegskampf schon angenommen hat. Alle anderen glauben noch, dass sich die Probleme von allein lösen."

Köln - Dortmund: Daten zum Spiel

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