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Fussball

Bayer verpasst den Sprung an die Spitze

Von Daniel Börlein/Robert Seiwert
Özil-Ersatz Aaron Hunt (l.) im Duell mit Bayer-Kapitän Simon Rolfes

Bayer Leverkusen und Werder Bremen haben sich im Spitzenspiel des 6. Spieltags nach einer schwachen Partie 0:0 getrennt.

Vor 26.000 Zuschauern in der Leverkusener BayArena konnten beide Teams nicht an die guten Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen.

Die beste Chance auf den Sieg vergab Bayers Arturo Vidal acht Minuten vor dem Ende, als er freistehend vor Tim Wiese am Bremer Schlussmann scheiterte.

Durch das Remis bleibt Leverkusen weiter Zweiter und verpasste den Sprung an die Tabellenspitze. Werder Bremen liegt auf Rang acht.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bei Bayer rutscht Kroos anstelle des verletzten Renato Augusto in die Startelf. Gekas beginnt für den gesperrten Derdiyok. Werder ohne Özil, dafür mit Hunt hinter den Spitzen.

4.: Kroos kommt rechts im Strafraum an den Ball. Statt abzuziehen zögert er zu lang. Er lässt Bönisch aussteigen, kommt noch zum Schuss aber Wiese ist rechtzeitig zur Stelle.

12.: Pizarro erkämpft sich den Ball im Mittelfeld von Rolfes. Dann der Pass auf den gestarteten Marin. Der wird im Strafraum nach links abgedrängt, kommt aus spitzem Winkel aber noch zum Schuss! Adler pariert.

41.: Hunt startet über links, auf Strafraumhöhe kommt der Pass in die Mitte. Marin grätscht vor Rolfes herein, verpasst den Ball aber um Haaresbreite.

Halbzeit-Fazit: Zehn gute Minuten, dann kam kaum noch etwas von beiden Mannschaft. Kein Spitzenspiel in Halbzeit eins.

73.: Die Partie droht wieder einzuschlafen wie schon in der ersten Hälfte. Ob die beiden Teams mit der Punkteteilung zufrieden sind?

82.: Vidal hat das 1:0 auf dem Fuß! Kroos legt auf Vidal in den Strafraum ab - kein Abseits diesmal! Der Chilene will den Ball über den herauslaufenden Wiese lupfen, schafft's aber nicht. Wiese nimmt die Arme hoch und den Ball in Empfang.

89.: Bender! Riesenschuss rechts von der Strafraumkante! Der Ball zischt nur knapp über die Latte - Wiese war nicht mehr dran.

Fazit: Schwache Partie mit leichten Vorteilen und der beste Chance des Spiels für Leverkusen. Insgesamt aber eine enttäuschende Vorstellung beider Teams.

Der Star des Spiels: Torsten Frings. Zeigte unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw eine gute Partie. Ordnete das Bremer Spiel aus der Zentrale und war vor allem in den Duellen Mann gegen Mann extrem giftig. Gewann rund 75 Prozent seiner Zweikämpfe - und den Vergleich mit Nationalmannschaftkonkurrent Rolfes.

Die Gurke des Spiels: Claudio Pizarro. Unter der Woche war er der Matchwinner beim Sieg in Funchal, gegen Leverkusen war vom Peruaner nun quasi nichts zu sehen. Pizarro bewegte sich schlecht, hielt kaum einen Ball in der Gefahrenzone und war eigentlich nie dort, wo es brannte.

Die Pfeife des Spiels: Peter Sippel. Pfiff ab und an etwas zu kleinlich, ließ dann wieder großzügig laufen. Allerdings immer Herr der Lage.

Die Lehren des Spiels: Leverkusen steht nicht zu Unrecht in der Spitzengruppe der Liga, das war auch gegen Werder zu erkennen. Unter Heynckes agiert die Bayer-Elf gut organisiert und in allen Mannschaftsteilen aufeinander abgestimmt. Vorne wird - im Gegensatz zum letzten Jahr - nur gepresst, wenn es die Situation hergibt. Ansonsten steht man relativ kompakt, vor allem, weil die Viererkette weit von hinten raus schiebt.

Zwei Probleme wurden gegen Werder allerdings deutlich: Gegen eine ähnlich gut organisierte Elf ist der Weg zum Tor bisweilen doch sehr weit, gerade wenn die Außenbahnspieler es nicht schaffen, Tempo aufzunehmen.

Und: Im Sturm ist man zwar qualitativ gut, quantitativ aber schlecht besetzt. Weil Derdiyok gesperrt war und Gekas angeschlagen ausgewechselt wurde, musste Heynckes auf einen Ein-Mann-Sturm umstellen. Und das beim Stand von 0:0 in einem Heimspiel.

Werder hat sich nach dem Katastrophen-Start gegen Frankfurt mittlerweile stabilisiert. Langfristig sollte man die Bremer wieder auf der Rechnung haben. Mit einer Einschränkung allerdings: Nur, wenn es die Norddeutschen schaffen, die englischen Wochen wegzustecken.

Gegen Bayer fehlte es den Bremern deutlich an Spritzigkeit und auch gedanklicher Frische, vielleicht auch, weil Ideengeber Mesut Özil fehlte. Defensiv gab die Werder-Raute im Mittelfeld dennoch eine gute Figur. Vor allem im Zentrum ist Bremen dadurch extrem präsent.

Für beide Teams gilt allerdings: Wer ganz oben angreifen will, muss in solchen vermeintlichen Spitzenspielen deutlich mehr zeigen.

Leverkusen - Bremen: Daten zum Spiel

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