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Fussball

1:0 gegen Hamburg! Dortmund baut die Serie aus

Von Stefan Moser / Jonas Wäckerle
Dortmunds Kuba (l.) und die Hamburger Jarolim (M.) und Petric kämpfen um den Ball

Auch der Hamburger SV kann die Siegesserie von Borussia Dortmund nicht stoppen. Am 19. Spieltag der Bundesliga gewann der BVB mit 1:0 (1:0) und feierte damit den sechsten Sieg in Folge. Unmittelbar nach dem Spiel bestätigte Hamburg die Verpflichtung des Niederländers Ruud van Nistelrooy.

Vor 80.500 Zuschauern im Signal Iduna Park in Dortmund erzielte Nelson Valdez in der 36. Minute das Goldene Tor für die Gastgeber. Damit überholt der BVB den Gegner aus Hamburg auch in der Tabelle und liegt nun mit 36 Punkten auf Rang vier.

Der Hamburger SV dagegen verlor sein erstes Auswärtsspiel der laufenden Saisonund  liegt zwei Punkte dahinter auf dem fünften Platz. Immerhin aber sorgte unmittelbar nach der Partie eine Meldung für Euphorie unter den Fans: Der HSV bestätigte offiziell die Verpflichtung von Stürmerstar Ruud van Nistelrooy.

Petric enttäuscht - Sahin übergücklich

Die Stimmung von HSV-Stürmer Mladen Petric konnte das freilich nicht heben: "Das ist wirklich sehr bitter", sagte der Ex-Dortmunder, der bei seiner Rückkehr bei jeden Ballkontakt ausgepfiffen wurde, denn: "Es waren gleich drei Negativerlebnisse auf einmal: Wir wollten uns in erster Linie distanzieren von den Mannschaften hinter uns. Dann wollten wir oben dran bleiben und natürlich auch in der Tabelle vor Dortmund bleiben. Das ist uns alles nicht gelungen."

Ganz anders natürlich die Stimmung bei Dortmunds Nuri Sahin, der zum ersten Mal seine Mannschaft als Kapitän aufs Feld führte - und eine starke Partie zeigte: " Heute ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen. Ich habe es genossen und ich denke, es war ein sehr schöner Abend. Ich übernehme gerne Verantwortung, Ich war in der Bring-Schuld und ich laufe nicht weg."

Zufrieden war auch sein Trainer Jürgen Klopp, der sich angesichts der ausgedünnten Personaldecke allerdings keine konkreten Ziele stecken wollte: " Warum sollten wir uns Ziele setzen? Wir gehen auf dem Zahnfleisch und das nicht so schlecht. Hoffen, dass uns das noch eine Weile gelingt."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Spiel: Dortmund muss auf Weidenfeller (Fleischwunde) verzichten, für ihn steht Ziegler im Tor. Ansonsten vertraut Trainer Klopp der siegreichen Mannschaft vom vergangenen Wochenende in Köln.

Für den HSV kehrt Boateng nach seiner Sperre wieder zurück. Er beginnt rechts in der Viererkette, dafür rückt Rincon vor die Abwehr, Tesche muss zurück auf die Bank. Auch Elia und Pitroipa stehen wieder zur Verfügung, sitzen aber zunächst auf der Bank.

2.: Aogo verliert den Ball gegen Kuba. Der flankt aus dem rechten Halbfeld in den Strafraum. Rost kommt raus, erreicht den Ball aber nicht. Barrios wird dadurch aber irritiert und kommt nicht mehr an den Ball.

9.: Freistoß Hamburg aus 23 Metern zentral. Trochowski mit rechts über die Mauer. Der Ball streicht haarscharf am linken Pfosten vorbei!

24.: Sahin zieht von links in die Mitte und will in den Strafraum passen. Mathijsen blockt ab und Bender zieht aus gut 25 Metern direkt ab. Der Schuss geht knapp am rechten Pfosten vorbei. Strammes Ding!

36., 1:0, Valdez: Weiter Pass von links an der Mittellinie von Hummels. Der Ball segelt in den Strafraum. Aogo will den Ball unbedrängt direkt wegschlagen. Doch er legt den Ball direkt vor Valdez, der aus 15 Metern ins linke Eck versenkt.

Halbzeit-Fazit: Nach ausgeglichener Anfangsphase übernahm Dortmund immer mehr die Kontrolle und führt zur Pause verdient.

52.: Sahin spielt Barrios im Strafraum an. Der dreht sich stark um Rozehnal und zieht aus sieben Metern ab. Rost kann den Ball gerade noch um den linken Pfosten lenken. Die Ecke bringt nichts ein.

62.: Schöner Konter HSV. Jansen flankt von links scharf vors Tor. Petric steht am langen Pfosten und köpft aus drei Metern den Ball stark gegen Zieglers Laufrichtung. Knapp übers Tor.

67.: Klasse Aktion! Berg per Kopf in den Lauf von Petric. Der ist links durch und legt den Ball in die Mitte zurück auf Berg. Ein Schuss aus acht Metern auf den kurzen Pfosten, Ziegler kriegt gerade so den Arm hoch und klärt zur Ecke. Die bringt nichts ein.

79.: Freistoß Sahin von halblinks. Im Strafraum herrscht Getümmel, der Ball kommt in einer Spielertraube auf den Boden. Zwei Sekunden Luft anhalten und dann schlägt Mathijsen den Ball raus.

Fazit: Dortmund gewinnt verdient gegen den HSV und baut seine Serie damit auf sechs Siege in Folge aus. Auch wenn Hamburg Mitte der zweite Hälfte aufwachte und sich einige Torchancen erspielte, war es am Ende doch zu wenig für die aufopferungsvoll kämpfende Dortmunder Mannschaft.

Der Star des Spiels: Nuri Sahin. Der Türke führte die Dortmunder Mannschaft zum ersten Mal als Kapitän aufs Feld - und wurde seiner Rolle voll gerecht. Bei all dem Tempo und Engagement im Mittelfeld des BVB ist er die ordnende Hand, die immer wieder mit viel Ruhe und Übersicht Struktur ins Spiel bringt. Für einen 21-Jährigen eine unwahrscheinlich reife spielerische Leistung.

Die Gurke des Spiels: Dennis Aogo. Der Hamburger Linksverteidiger erwischte einen schwachen Tag. Verlor immer wieder gefährlich die Bälle im Aufbau und konnte in der Offensive keine Akzente setzen. Krönte seine ungewohnt schwache Leistung mit der unfreiwilligen Vorlage für Valdez zum 0:1.

Die Pfeife des Spiels: Manuel Gräfe. Hatte wenig Mühe mit der Partie, die trotz aller Intensität recht fair war. Hielt sich entsprechend angenehm zurück, ließ viel laufen und gefiel mit klarer, unaufgeregter Körpersprache.

Die Lehren des Spiels: Unabhängig voneinander nannten beide Trainer vor dem Spiel als Schlüssel zum Sieg: Intensität, Laufbereitschaft und Zweikampfstärke. Und genau so sah das Spiel in der ersten Hälfte auch aus: Eine extrem konzentrierte, temporeiche und umkämpfte Partie, in der sich Dortmund nach und nach ein spielerisches Übergewicht erarbeitete.

Vor allem Sahin und Bender gewannen im Spielverlauf zusehends die Kontrolle über das Mittelfeld, dazu setzte der clevere Barrios immer wieder geschickt seinen Körper ein, um die Bälle in der Spitze zu halten. Der HSV dagegen hatte (wie schon in einigen Spielen der Hinrunde) große Probleme mit den Abständen zwischen Viererkette und Doppel-Sechs. Dadurch dominierte der BVB immer mehr das offensive Zentrum - und kam von dort auch zur verdienten Führung durch Valdez.

Die Hamburger dagegen ließen sich vor allem auf Außen durch die konzentrierte Arbeit der Dortmunder schnell den Schneid abkaufen. Trochowski und Jansen fielen als Anspielstationen praktisch komplett aus. Also probierte es der HSV mit langen Bällen - die aber fast ausnahmslos bei den erneut souveränen Hummels und Subotic landeten.

Erst Mitte der zweiten Halbzeit spielte die Mannschaft von Bruno Labbadia ihre physische Überlegenheit besser aus und kam mit schierer Kraft und zusätzlicher Aggressivität zu einigen Torgelegenheiten - auch dank der Einwechslung von Marcus Berg und Eljero Elia nach einer Stunde.

Unterm Strich aber ein verdienter Sieg für Dortmund. Auch wenn der BVB in der zweiten Hälfte Probleme hatte, die Partie zu kontrollieren und das Tempo besser zu dosieren, spielt die jugendliche Mannschaft von Jürgen Klopp schon extrem erwachsen und kämpft zu Recht ums internationale Geschäft.

Dortmund - Hamburg: Daten zum Spiel

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