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Fussball

Colautti trifft in letzter Minute

SID
Borusse Alexander Baumjohann (r.) hatte es gegen Schalkes Orlando Engelaar (l.) sichtlich schwer
© Getty

Roberto Colautti lässt Borussia Mönchengladbach weiter vom Klassenerhalt in der Bundesliga träumen. Der Israeli erzielte in der 90. Minute den 1:0 (0:0)-Siegtreffer gegen Schalke 04, wodurch die Gladbacher vom vorletzten auf den 15. Platz rückten.

Roberto Colautti konnte sich vor Umarmungen nicht retten, Pechvogel Marko Marin atmete an der Eckfahne ganz tief durch und Trainer Hans Meyer fiel ein Stein vom Herzen. Durch den Last-Minute-Treffer von Colautti verließ Gladbach erstmals seit dem 14. Spieltag im vergangenen November wieder die Abstiegsränge. Dank des ersten Saisontreffers des Israelis verbesserte sich Gladbach vom vorletzten auf den 15. Platz.

Zuvor hatte es lange nach einer Punkteteilung ausgesehen, wobei Marko Marin zum großen Pechvogel geworden wäre. Denn der Nationalspieler war in der 23. Minute mit einem schwach geschossenen Foulelfmeter an Schalke-Torhüter Manuel Neuer gescheitert.

"Das war natürlich sehr ärgerlich. Aber ich habe direkt gedacht, wir haben noch mehr als 65 Minuten zu spielen", beschrieb Marin diese Szene. Der 20-Jährige war nach dem Schlusspfiff aber ebenso erleichtert wie alle Borussen: "Das waren drei ganz wichtige Punkte. Jetzt haben wir eine ganz gute Ausgangsposition."

Büskens: "Der Zug ist abgefahren"

Die Gladbacher können am Mittwoch mit einem Sieg beim Mitkonkurrenten Energie Cottbus ihre Position weiter verbessern. "Das wird aber nicht leicht", warnte Marin, während sein Coach Meyer einen psychologischen Vorteil sah: "Natürlich ist es gut, dass wir mal wieder gewonnen haben, denn nun können wir mit dem nötigen Selbstvertrauen in die restlichen Spiele gehen."

Schalke verpasste es durch die zweite Niederlage in Folge, noch einmal im Rennen um die Europacup-Plätze einzugreifen, was auch Neuer nach dem Match eingestand: "Der Zug zu den Europacup-Plätzen ist für uns abgefahren."

Schalkes-Interimstrainer Mike Büskens sah das allerdings anders: "So lange man noch ein Fünkchen Hoffnung hat, muss man daran glauben."

Bailly rettet gegen Kuranyi

Dabei hatte es zunächst gut für die Gäste ausgesehen. Vor 54. 067 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park übernahm Schalke in der Anfangsphase das Kommando. Der spielerischen Überlegenheit der Königsblauen hatten die nervös wirkenden Gastgeber zunächst wenig entgegenzusetzen.

Besonders die Gladbacher Defensive offenbarte einige Lücken, in die die Schalker immer wieder hinein stießen.

So rettete Borussia-Schlussmann Logan Bailly in der achten Minute in höchster Not gegen Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi. Zehn Minuten später verfehlte Vicente Sanchez aus aussichtsreicher Position das Gladbacher Tor nur knapp.

Pander und Kobiaschwili verletzt

Zwischen diesen beiden Szenen mussten die Königsblauen allerdings einen Rückschlag verkraften.

Nationalspieler Christian Pander verletzte sich ohne gegnerische Einwirkung und musste bereits in der 16. Minute durch Lewan Kobiaschwili ersetzt werden. Kobiaschwili humpelte in der 58. Minute aber ebenfalls vorzeitig vom Platz.

Nach der starken Anfangsphase der Gäste kam Gladbach nach 20 Minuten etwas besser ins Spiel. Die große Möglichkeit zur Führung bot sich Marin per Elfmeter, nachdem der etwas übermotiviert wirkende Rafinha Gegenspieler Alexander Baumjohann zu Fall gebracht hatte. Nach dem verschossenen Strafstoß verflachte die Begegnung bis zur Pause zusehends.

Gladbach leistete sich zahlreiche technische Fehler im Spielaufbau, Schalke agierte gegen den verunsicherten Gegner zu passiv. Zu Beginn der zweiten Hälfte war die Borussia zunächst die etwas aktivere Mannschaft, allerdings fehlten lange Zeit die Mittel, um die Schalker Abwehr ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Rafinha fällt negativ auf

Auf der anderen Seite bot sich Halil Altintop in der 63. Minute nach langer Zeit wieder eine Torgelegenheit für die Gäste. In der 70. Minute rettete Gladbachs Innenverteidiger Dante nach einem Fehler von Torhüter Bailly bei einem Schuss von Kuranyi mit dem Kopf auf der Linie.

In der 74. Minute hatte Rafinha Glück, dass er nach einem Bodycheck gegen Filip Daems nicht vom Platz gestellt wurde.

In der Folge hatte Schalke noch einige gute Gelegenheiten, unter anderem durch Jermaine Jones. Daems scheiterte auf Gladbacher Seite noch mit einem indirekten Freistoß im Schalker Strafraum, ehe Colautti nach sechs Spielen in Folge ohne Sieg die Negaivserie beendete.

Bei Gladbach verdienten sich Dante und Tomas Galasek gute Noten, bei Schalke überzeugten Torhüter Neuer und Nationalspieler Heiko Westermann in der Innenverteidigung.

Gladbach - Schalke: Daten & Fakten

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