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Fussball

Berlin landet einen Big Point

Von Stefan Rommel
Berlins Pantelic (M.) war bei der Hoffenheimer Abwehr größtenteils gut aufgehoben
© Getty

Hertha BSC Berlin hat einen großen Schritt Richtung Champions-League-Teilnahme gemacht und schnuppert sogar wieder an der Meisterschaft. Die Berliner siegten zum Auftakt des 29. Spieltags bei 1899 Hoffenheim durch ein Tor von Patrick Ebert glücklich mit 1:0 (1:0).

Durch den Sieg klettert die Hertha zumindest für 24 Stunden mit nunmehr 55 Punkten auf Rang zwei der Tabelle.

Hoffenheim dagegen blieb auch im elften Spiel in Folge ohne Sieg und darf die Teilnahme am internationalen Geschäft wohl endgültig abschreiben. Mit 45 Punkten bleibt der Aufsteiger weiter auf Platz acht.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Hildebrand nach seiner Verletzung wieder zurück im Tor. Für den gesperrten Luis Gustavo spielt Vorsah auf der Sechs. Bei den Gästen ist Diva Pantelic in der Startelf. Pisczcek ersetzt Nicu, Kacar den gesperrten Dardai.

23.: Weis findet Janker im Sechzehner. Der zieht sofort ab, aber Drobny lenkt zur Ecke.

40., 0:1, Ebert: Raffael treibt den Ball durchs Mittelfeld. Auf Pantelic, der sofort weiter in die Spitze auf Ebert. Der zieht von halbrechts ab. Der Ball fliegt in die kurze Ecke, Hildebrand sieht nicht besonders gut aus. Erster Torschuss Hertha und gleich drin.

52.: Simunic legt Ba vor dem Sechzehner um. Freistoß für Hoffenheim aus 20 Metern direkt vor dem Tor. Salihovic schlenzt die Kugel über die Mauer, doch Drobny hält den Ball sicher.

69.: Ecke Hoffenheim von links. Kacar schießt Simunic an, den Abpraller haut Obasi artistisch aus vier Metern knapp neben das Tor.

77.: Beck flankt aus dem rechten Halbfeld in die Mitte des Strafraums. Sanogo kriegt den Ball direkt auf den Kopf, doch der Kopfball küsst nur das Aluminium!

So lief das Spiel: Beide Mannschaften agierten relativ vorsichtig, wobei Hoffenheim doch deutlich mehr für das Offensivspiel tat. Die TSG war bemüht, vor allem durch den fleißigen Salihovic, aber die Hertha ließ nur wenig zu. Da die Berliner kaum einmal durchdacht nach vorne spielten, entwickelte sich ein extrem hektisches Spiel auf mittelmäßigem Niveau, fast ohne Torchancen.

Mit zunehmender Spieldauer erspielten sich die Gastgeber ein deutliches Übergewicht, die Hertha fuhr nur noch vereinzelte Konter. 12:1 Ecken hatte Hoffenheim zum Ende der ersten Halbzeit - das Tor machte aber die Hertha, als sie endlich einen Konter vernünftig zu Ende spielte.

Nach dem Wechsel rannte Hoffenheim relativ blind dem Rückstand hinterher, die Hertha hatte leichtes Spiel und verteidigte geschickt. Brenzlig wurde es nur nach hohen Bällen bzw. Standardsituationen. Insgesamt hatten die Gastgeber aber keine Mittel, um das Spiel nochmal zu drehen.

Der Star des Spiels: Marc Stein wird gerne übersehen im Spiel der Herthaner. Gegen Hoffenheim aber war der Ex-Rostocker einer der auffälligsten. Stein begann rechts in der Viererkette - und machte seine Sache gegen Obasi sehr gut. Nach Cufres Ausfall rückte er auf die linke Seite - und machte seine Sache gegen Teber sehr gut. Als dann gegen Ende Rodnei kam, ging's wieder zurück nach rechts - wo er wieder auf Obasi traf und seine Sache sehr gut machte. Wohl dem Trainer, der so einen vielseitig einsetzbaren Verteidiger in seinen Reihen hat.

Die Gurke des Spiels: Selim Teber sollte das Hoffenheimer Spiel ordnen - und ging an seiner Aufgabe zu Grunde. Der Kapitän war als Carlos-Eduardo-Ersatz deutlich überfordert, spielte lethargisch und unkonzentriert in die Spitze. Die beiden Stürmer Ba und Obasi mussten sich viele Bälle immer wieder selbst holen, weil nur Salihovic als Zulieferer aus dem Mittelfeld Akzente setzte. Das Spiel wirkte fast ein wenig zu schnell für Teber - dabei war das Tempo gar nicht sonderlich hoch.

Die Lehren des Spiels: Hoffenheim steckt tief drin in der Schaffenskrise. Vieles von dem, was den Aufsteiger in der Vorrunde noch ausgezeichnet hatte, ist seit Monaten wie vom Erdboden verschluckt.

Gegen die Hertha fand 1899 trotz deutlich höheren Ballbesitzzeiten nie ein Mittel, kreativ geht der Aufsteiger am Stock. Gefährlich wurde es im Prinzip nur nach Standards oder gegen Ende, als die gute alte Brechstange ausgepackt wurde.

Trainer Ralf Rangnick kann sich in den letzten Spielen genau anschauen, auf welchen Positionen Bedarf für die kommende Saison besteht - der Zug in Richtung Europa ist durch die erneute Niederlage so gut wie abgefahren.

Auf der anderen Seite zeigte Berlin ein typisches Hertha-Spiel: Nicht schön, aber effektiv. Insgesamt war es schon der 13. Sieg mit nur einem Tor Unterschied, von 17.

Die Raumaufteilung der Gäste war aber erneut fast perfekt, Hoffenheim hatte kaum Luft zum Kombinieren. Nach einer kleinen Schwächeperiode mit drei Niederlagen in Folge hat sich die Hertha offenbar wieder gefangen.

Einziger Schwachpunkt eines soliden Auftritts: So konzentriert die Hertha verteidigte, so schlampig spielte sie ihre Angriffe aus. Mit etwas mehr Ruhe am Ball wäre gegen die hochstehende Hoffenheimer Abwehr mehr drin gewesen.

Hoffenheim - Hertha: Daten & Fakten

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