Cookie-Einstellungen
Fussball

KSC wohl nicht mehr zu retten

Von Daniel Börlein/Jochen Tittmar
KSC - Mönchengladbach 0:0: Abstiegskampf pur - hier zwischen Baumjohann (links) und Adoube
© Getty

Der Karlsruher SC und Borussia Mönchengladbach haben sich im Abstiegsduell nach einem ganz schwachen Spiel mit 0:0 getrennt.

Damit verpassten es die Gäste, nach langer Zeit mal wieder auf einen Nichtabstiegsrang zu klettern und rangieren weiterhin auf Relegationsplatz 16.

Der KSC bleibt nach wie vor Tabellenletzter und hat bereits sechs Zähler Rückstand auf Rang 15. Vor der Begegnung hatten die Karlsruher von einem "Endspiel" um den Klassenerhalt gesprochen und einen Sieg gefordert.

Durch das torlose Remis gelang den Badenern zwar der erste Punktgewinn nach zuvor fünf Niederlagen in Folge, doch mittlerweile wartet der KSC schon seit über zehn Stunden und sieben Spielen auf einen eigenen Treffer.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Der KSC probiert es in Person von Kapllani und Freis mit zwei Stürmern. Bei den Gästen beginnen Neuville und Colautti für Marin (5. Gelbe) und Friend (verletzt). Neuzugang Dante steht zum ersten Mal in der Startelf.

22.: Eichner flankt von der linken Grundlinie in die Mitte. Kapllani steigt gegen Daems hoch und köpft. Der Angreifer beklagt sich, weil er ein Handspiel gesehen haben will. War aber alles im grünen Bereich.

36.: Bradley köpft den Ball zu Matmour, der eigentlich schon hätte schießen müssen. Doch er legt ab zu Colautti, der den Ball aus elf Metern an die Latte köpft.

39.: Federico kommt in zentraler Position an den Ball. Statt einen der Stürmer einzusetzen, entscheidet er sich für einen Schlenzer auf den Kasten - drüber.

41.: Görlitz dreht eine Flanke von der rechten Grundlinie in die Mitte. Freis hat sich von seinem Gegenspieler abgesetzt, nimmt den Ball volley und zimmert ihn aus zehn Metern ans Gebälk. Beste Szene des Spiels!

63.: Da Silva bringt einen Eckball von rechts in die Mitte. Brouwers kriegt die Kugel an den Körper, von dort fliegt er nur knapp am linken Pfosten vorbei. So etwas ist hier schon eine Großchance.

75.: Riesengelegenheit für Gladbach: Bradley setzt von links Matmour ein, der alleine auf den Kasten losstürmt. Langkampf ist gerade noch dazwischen.

78.: Konter der Hausherren: Stindl passt von der Mitte rüber nach links auf Saglik. Der schließt mit links ab, setzt die Kugel aber knapp am rechten Pfosten vorbei.

So lief das Spiel: Relativ ausgeglichener Beginn im Wildpark. Beide Teams starteten bissig und aggressiv. Der KSC erarbeitete sich in der Folge leichte Feldvorteile und hatte mehr vom Spiel. Torgefahr konnten die Badener allerdings nicht erzeugen. Da auch die Borussia offensive Magerkost ablieferte, entwickelte sich eine phasenweise ganz schwache Partie. Erst zum Ende der ersten Halbzeit sorgten Colautti und Freis mit ihren Lattentreffern für Highlights.

In den zweiten Durchgang starteten beide Teams wie zu Beginn sehr aufmerksam und energisch, allein es fehlte auch nach dem Seitenwechsel an Passgenauigkeit, Kreativität und Torgefahr. So blieb die Partie bis zum Schluss eine für die Beobachter höhepunktarme Begegnung, die bis zuletzt immerhin von der Spannung lebte.

Der Star des Spiels: Christian Eichner. Der Karlsruher SC hat derzeit wahrlich nicht viele Spieler mit Erstliga-Format in seinen Reihen, der Linksverteidiger ist einer der wenigen. Eichner versuchte das Spiel der Badener über seine Seite immer wieder zu beleben und mit seinen Flankenläufen für Gefahr zu sorgen. Immerhin.

Die Gurke des Spiels: Giovanni Federico. In der Winterpause als großer Hoffnungsträger aus Dortmund zurückgeholt, enttäuschte der Karlsruher einmal mehr. Die KSC-Verantwortlichen müssen sich eingestehen: Den Federico, der die Badener in die Bundesliga schoss, gibt es nicht mehr. Der Offensiv-Mann strahlt kaum noch Torgefahr aus und leistete sich zum Teil haarsträubende Fehlpässe.

Die Lehren des Spiels: Für beide Teams war es ein extrem wichtiges Spiel. Der KSC wollte die Pleitenserie von fünf Niederlagen in Folge stoppen, Gladbach mit einem Dreier erstmals seit langer Zeit die Abstiegsplätze verlassen. Dementsprechend aggressiv gingen beide Mannschaften zu Werke.

Mehr als Aggressivität und Engagement konnte allerdings weder der KSC noch Gladbach in die Waagschale werfen. Zwar geht es im Abstiegskampf natürlich in erster Linie um Einsatzwillen und Leidenschaft, ohne spielerische Akzente allerdings kann man auch im Tabellenkeller nicht überleben.

Der KSC versuchte es immer wieder über die linke Seite von Eichner und über den schnellen Freis, insgesamt leisteten sich die Badener allerdings viel zu leichte Fehler.

Und Ideen kreiert beim KSC aus dem Mittelfeld heraus überhaupt niemand. Vor allem deshalb ist der KSC seit mittlerweile über zehn Stunden ohne eigenen Torerfolg.

Für immerhin etwas Kreativität sorgt bei der Borussia Alexander Baumjohann. Der U-21-Nationalspieler ist allerdings meist auf sich alleine gestellt, läuft sich dadurch immer wieder fest und ist so allzu oft wirkungslos. Positiv aus Gladbacher Sicht: Winter-Neuzugang Dante stand erstmals in der Startelf und machte seine Sache ordentlich.

Karlsruhe - Gladbach: Daten und Fakten

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung