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Fussball

Bochum schlägt Schalke im Derby

Von Daniel Börlein/Christian Günthner
Halil Altintop versucht, Joel Epalle zu bremsen
© Getty

Der VfL Bochum hat im Revierderby gegen den FC Schalke 04 die Oberhand behalten und den Nachbarn aus Gelsenkirchen mit 2:1 (1:1) besiegt.

Vor 31.328 Zuschauern im ausverkauften rewirpower-Stadion brachte Kevin Kuranyi die Schalker zunächst in Führung (18.).

Mimoun Azaouagh (44.) und Christoph Dabrowski (57.) drehten die Partie dann allerdings zu Gunsten der Gastgeber.

Der VfL kletterte durch den dritten Heimsieg auf Platz 15. Schalke wartet dagegen bereits seit dem 1. November 2008 auf einen Auswärtssieg.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Spiel: Engelaar ersetzt den gesperrten Jones. In der Innenverteidigung spielen Krstajic und Westermann für die verletzten bzw. erkrankten Bordon und Höwedes. Vorne erhält Kuranyi wieder eine Chance von Beginn an. Beim VfL bilden Pfertzel und Mavraj die Innenverteidigung.

18., 0:1, Kuranyi: Angriff über rechts. Altintop im Doppelpass mit Farfan. Der Türke zieht am Strafraum in der Mitte ab. Torwart Fernandes lässt nach vorne abklatschen und Kuranyi staubt aus acht Meter mit links ab.

42.: Klasse von Neuer! Starker Angriff von Bochum über die rechte Seite. Sestak wird am Fünfer-Eck perfekt freigespielt. Neuer stürmt aus dem Tor und klärt mit einem tollen Reflex den Flachschuss zur Ecke.

44., 1:1, Azaouagh: Aus 20 Meter halbrechts nimmt sich Azaouagh ein Herz und zieht einfach ab. Der Ball flattert und zieht weit nach Außen. Neuer schaut in dieser Situation nicht gut aus und der Ball schlägt hoch im rechten Eck ein.

48.: Farfan dribbelt stark auf der rechten Seite und spielt Fuchs aus. Aus spitzem Winkel sieht er Asamoah an den kurzen Pfosten stürmen. Der Ball kommt, aber unter Druck trifft Asamoah den Ball nicht richtig und haut weit neben das Tor.

57., 2:1, Dabrowski: Fuchs auf der linken Außenbahn mit einer scharfen, flachen Flanke in den Strafraum. Schalke klärt schlecht und Klimowicz steht frei am 5er-Eck. Sein Schuss kratzt Kobiashvili von der Linie, aber für Dabrowskis Füße. Aus vier Metern macht der natürlich dann das Tor.

71.: Schnelles Umschalten bei Bochum. Epalle schickt Sestak steil. Krstajic verfolgt den Stürmer und blockt 15 Meter vor dem Tor den Schuss.

80.: Bochum ist dem Tor näher als Schalke. Wieder gehts über links. Grote mit der flachen Flanke in den Strafraum. Sestak verpasst und Klimowicz schießt aus sechs Meter nur Westermann an.

89.: Pander und Farfan beim Freistoß 23 Meter vor dem Tor. Der Linksfuß Pander zirkelt den Ball über die Mauer. Pfosten! Glück für Bochum!

So lief das Spiel: Engagierter Beginn beider Teams, mit leichten Vorteilen für Schalke. Wenig Tempo im Spiel, dafür viel Aggressivität und Einsatzbereitschaft. Nach einer Viertelstunde hatte Schalke die Partie im Griff, tat aber zum Ende der ersten Halbzeit zu wenig und kassierte so den etwas überraschenden Ausgleich.

Die ersten Minuten nach der Pause gingen klar an Schalke, das das Tempo erhöhte und sein Glück vermehrt über die Außen suchte. In diese Phase fiel überraschend das 2:1 durch Dabrowski. Fortan drückten wieder die Gäste, ohne es allerdings zu den ganz großen Chancen zu bringen. Der VfL sorgte mit einigen Kontern noch für Gefahr.

Der Star des Spiels: Mladen Krstajic. Der Kroate rutschte aufgrund der Ausfälle von Bordon und Höwedes mal wieder in die Startelf und übernahm auch gleich die Kapitänsbinde. Krstajic agierte bissig und vor allem umsichtig in Zweikämpfen und Luftduellen und dirigierte das Schalker Team aus der Abwehrzentrale. Bei Dabrowskis Treffer fehlte ihm allerdings eine Fußspitze, um ausreichend zu klären.

Die Gurke des Spiels: Gerald Asamoah. Der Schalker durfte wie schon zuletzt in der Dreier-Sturmreihe ran. Das Bemühen kann man Asamoah ja nie absprechen, mehr war gegen Bochum aber auch nicht zu sehen. Eine ganz schwache Ballverarbeitung, fehlende Fähigkeiten in Sachen Kombinationsspiel und eine Harmlosigkeit vor dem Tor, die für einen Stürmer fast schon verheerend ist.

Die Lehren des Spiels: Fred Rutten probierte es mit drei Stürmern und zwei offensiv ausgerichteten Mittelfeldspielern (Altintop und Rakitic). Ein Maßnahme, die teilweise durchaus Früchte trug.

Zwar dauerte der Spielaufbau der Knappen bisweilen zu lange, war der Ball dann aber mal in Bochums Hälfte angelangt, sah das ganz ordentlich aus. Die Schalker versuchten, die Kugel mit weniger Kontakten zirkulieren zu lassen und bereiteten dem VfL mit vielen Positionswechseln Probleme. Vor allem die rechte Seite mit Rafinha und Farfan riss Bochums Defensive ein ums andere Mal auf.

Schalkes größtes, gegen den VfL das entscheidende, Problem liegt aber ganz vorne. Meist wurde der Ball zu schnell verloren. Kuranyi agierte bemüht, zeitweise auch erfolgreich, leistete sich allerdings viele Unzulänglichkeiten. Nebenmann Farfan war auf den Flügeln stark, aber zu weit weg vom Tor, und Asamoah ist in Sachen Torgefahr schlichtweg eine Fehlbesetzung. Und: Schalke fehlt der letzte Biss und Willen, sich nach Rückschlägen zurückzukämpfen.

Bochum versuchte den Schalkern mit einem kompakten Fünfermittelfeld Druck zu machen, kam häufig allerdings einen Schritt zu spät. Defensiv ließ die Koller-Elf allerdings dennoch kaum Möglichkeiten zu.

Im Spiel nach vorne offenbarte der VfL zwar große Mängel, eine zum Teil schon erschreckende Einfallslosigkeit, auf der anderen Seite aber auch eine erstaunliche Kaltschnäuzigkeit. Und: Bochum fightete wie es sich in einem Derby und im Abstiegskampf gehört.

Bochum - Schalke: Daten & Fakten

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