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Fussball

Gomez sichert VfB-Sieg gegen Leverkusen

Von Torsten Adams / Alexander Klucke
Bayer Leverkusen, VfB Stuttgart
© Getty

Der VfB Stuttgart hat Bayer Leverkusen am 19. Spieltag der Bundesliga im eigenen Stadion düpiert. Die Elf von Trainer Markus Babbel siegte verdient mit 4:2 (1:0) gegen überforderte Leverkusener.

Nach elf Jahren und acht Monaten kehrte die Bundesliga zurück nach Düsseldorf. Bei der Bundesligapremiere in der mit 30.000 Zuschauern ausverkauften LTU-Arena erzielten Stefan Kießling (67.) und Angelos Charisteas (90.) die Tore für die Werkself. Für die Treffer des VfB sorgten Mario Gomez (3., 75.), Thomas Hitzlsperger (51.) und Sami Khedira (90).

Durch den ersten Stuttgarter Auswärtssieg gegen Leverkusen seit November 2002 hat der VfB mit nunmehr 31 Punkten wieder Tuchfühlung zu den UEFA-Cup-Rängen, Leverkusen bleibt mit 33 Zählern Fünfter.

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Spiel: Beide Trainer vertrauen dem Team, das am letzten Spieltag bereits begann. Beim VfB fehlt Cacau nach seiner Nierenkolik noch. Marica stürmt neben Gomez in einem reinen 4-4-2. Bei Leverkusen sitzen zwei der drei Winter-Neueinkäufe auf der Bank: Ersatztorwart Gabor Kiraly und Angelos Charisteas. 

Toni Kroos laboriert noch an einer Sprunggelenksverletzung und ist deshalb noch nicht im Kader. Bruno Labbadia ist kein Freund der Rotation: In den drei Pflichtspielen im Jahr 2009 stand jeweils die gleiche Startelf auf dem Rasen.

3., 0:1, Gomez! Paukenschlag in Düsseldorf: Magnin mit viel Platz auf der linken Außenbahn, flankt von der Grundlinie unbedrängt in den Strafraum. Dort enteilt Gomez seinem Bewacher Sinkiewicz und drückt das Leder aus fünf Metern mit rechts an die Unterkante der Latte und ins Tor.

20.: Fast der Ausgleich durch eine Traumaktion von Vidal. Der Chilene zieht aus 20 Metern ab, doch das Leder zischt haarscharf am linken Kreuzeck vorbei.

49., Gelb-Rote Karte, Vidal! Der vierte Platzverweis eines Leverkuseners in dieser Saison. Der Chilene senst Gomez am eigenen Sechzehner um und sieht zurecht die zweite Verwarnung.

51., 0:2, Hitzlsperger! The Hammer zimmert den fälligen Freistoß nach dem Vidal-Foul aus 18 Metern auf die Torwartecke. Dort bekommt Adler die Arme gegen das Geschoss nicht rechtzeitig nach oben und muss das Leder so passieren lassen.

67., 1:2, Kießling! Nach einem Freistoß von Kadlec von der rechten Seite bekommt Henrique am langen Pfosten den Ball. Der Brasilianer legt den Ball mit Übersicht auf Kießling ab und der Nationalstürmer erzielt aus sieben Metern den Anschlusstreffer.

75., 1:3, Gomez! Der VfB kontert die gerade aufkommenden Leverkusener eiskalt aus. Friedrich mit einer unfreiwilligen Kopfballvorlage auf Hilbert, der über die linke Seite geht und den Ball mustergültig im richtigen Moment querspielt. Gomez setzt in der Mitte nach und schiebt aus fünf Metern ein.

90., 1:4, Sinkiewicz (Eigentor)! Gomez schickt Hilbert über die rechte Seite und wie schon beim 1-3 behält der eingewechselte Stuttgarter die Übersicht und legt auf Khedira quer. Bevor der VfB-Mittelfeldspieler allerdings an den Ball kommt, stochert Sinkiewicz den Ball aus zehn Metern ins Netz. Adler ist noch dran, kann die Entscheidung aber nicht verhindern.

90. +2, 2:4, Charisteas! Der Grieche kommt nach einer flachen Hereingabe von Kießling von der rechten Seite aus fünf Metern zum Abschluss und staubt zum Endstand ab.

So lief das Spiel: Stuttgart begann mit breiter Brust sorgte in Person von Gomez für einen frühen Paukenschlag. Fortan war der VfB in erster Linie auf seine defensive Grundordnung bedacht. Die Schwaben setzen aber immer wieder Nadelstiche und stellten damit die Bayer-Defensive vor immense Probleme. Leverkusen fand bis zur 35. Minute keine Ordnung in der Abwehrzentrale. Vor allem zu Beginn der Partie war ordentlich Gift und Galle in den Zweikämpfen (drei mal Gelb nach 17 Minuten). Vidal setzte mit seinem Kracher ans Außennetz (20.) ein erstes Leverkusener Ausrufezeichen. 

Nach dem Seitenwechsel Bayer zunächst mit hohem Tempo und mehr Druck im Spiel nach vorne. Doch ähnlich wie in Durchgang eins wurden sie vom VfB eiskalt erwischt. Nach dem Platzverweis und dem zeitgleichen 2:0 durch Hitzlsperger gab die Werkself das Mittelfeld preis. Nach 66 Minuten setzte Labbadia alles auf eine Karte und brachte Charisteas und Henrique und wurde prompt mit dem Anschlusstreffer belohnt. Es ging ein Ruck durch die Bayer-Elf und Helmes und Henrique hatten beste Chancen zum Ausgleich. Doch durch den Fehler von Friedrich vor Gomez' zweitem Tor brachte sich Leverkusen selbst um die Chance, das Spiel noch zu drehen. Die letzten beiden Tore durch Khedira und Charisteas waren nur noch Ergebnis-Kosmetik.

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Star des Spiels: Mario Gomez. Der Nationalstürmer bleibt die Lebensversicherung der Schwaben. Im Sturmzentrum immer anspielbar, legte viele Bälle auf Hitzlsperger und Khedira ab, die aus der zweiten Reihe zum Abschluss kamen. Gomez bestätigt mit seinen Saisontreffern neun und zehn seine überragende Torquote im Verein.

Gurke des Spiels: Arturo Vidal. Aggressivität im Zweikampf ist gut und schön. Aber der Chilene schoss gegen den VfB über das Ziel hinaus. Lieferte sich schon zu Beginn ein Geplänkel mit Lehmann und Hitzlsperger, wodurch er unnötig die Gelbe Karte sah. Erwies seinem Team mit dem klaren Foul an Gomez und dem daraus resultierenden Platzverweis einen doppelten Bärendienst: Den fälligen Freistoß verwandelte Hitzlsperger zur Vorentscheidung und Bayer hatte in Unterzahl nichts mehr dagegen zu setzen.

Lehren des Spiels: Der VfB Stuttgart kommt mit offensiv eingestellten Teams deutlich besser zurecht als mit defensiven. Nach dem Arbeitssieg gegen Gladbach traten die Schwaben gegen Leverkusen von Beginn an selbstbewusst auf. Stuttgarts Taktik, die Leverkusener Offensivstrategen rund 35 Meter vor dem VfB-Kasten zu doppeln, zahlte sich aus: Der VfB machte die Zentrale mit stellenweise bis zu acht Spielern extrem eng, so dass die Werkself nicht zu ihrem gewohnten Kombinationsspiel kam.

Schon nach 37 Minuten reagierte Babbel und brachte den defensiveren Roberto Hilbert für Jan Simak als Absicherung gegen den stärker werdenden Tranquillo Barnetta, der fortan nicht mehr zur Entfaltung kam. Eine Schwäche der Schwaben: Nach dem Anschlusstreffer verpasste es der VfB, den Sack zu zu machen. Durch die taktische Umstellung von Bayer nach der Einwechslung von Charisteas und Henrique kam Stuttgart kurzfristig ins Schwimmen. Doch durch die überragende Effizienz und Chancenverwertung klopfen die Schwaben wieder an den UEFA-Cup-Plätzen.

Der miserable Zustand des Rasens in der LTU-Arena, der nach der Partie für das Länderspiel gegen Norwegen erneuert wird, darf nicht als Ausrede für das lahmende Bayer-Spiel gelten. Zweifelsohne gehört die Werkself zu den drei spielerisch stärksten Teams der Liga. Kommen sie - wie heute - einmal nicht zu ihrem Kurzpassspiel, dann reichen Bayers physische Fähigkeiten nicht, ein Spiel doch noch für sich zu entscheiden.

Leverkusens Rezept gegen die dicht gestaffelte Schwaben-Defensive: Fernschüsse. Doch Barnetta, Rolfes und Vidal kamen mit ihren Einzelaktionen nicht zum Erfolg. Zudem erwischte Adler nicht gerade seinen besten Tag. Wirkte unsicher und unentschlossen. Das Duell alter DFB-Torwart gegen neuer entschied Lehmann ganz klar für sich.

Bei Leverkusen stemmte sich keiner der Führungsspieler gegen die drohende Niederlage. Es fehlt der Werkself an echten Typen, die eine Mannschaft auch in engen Spielen mitreißen können. Rolfes bekam zu keiner Zeit Zugriff auf das Spiel, Friedrich hatte in der Innenverteidigung mit sich selbst genug zu tun.

In dieser Form gehört die Labbadia-Elf sicherlich nicht zu den Anwärtern auf den Titel. Die Formkurve des VfB zeigt unter Babbel dagegen deutlich nach oben. In der Liga holten die Stuttgarter 13 Punkte aus fünf Spielen und verbesserten sich vom 11. auf den sechsten Rang.

Leverkusen-Stuttgart: Daten & Fakten

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