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Fussball

FC Bayern Münchens unbekannter tschechischer Namensvetter SK Bayern Krepice: Hoeneß' Brief liegt beim Wirt

Nach dem Spiel posierten die Spieler des SK Bayern Krepice (Josef Heger fünfter von links, Martin Jurcik sechster von links) mit den Fans des FC Bayern.

Seit 28 Jahren hat der FC Bayern München einen unbekannten Namensvetter in Tschechien. Zur Gründung gab es Post von Uli Hoeneß, zuletzt Besuch von einigen FC-Bayern-Fans.

42 Jahre ist der Tscheche Josef Heger alt, für Bayern spielt er mittlerweile schon seit 16 Jahren. "Meistens im Angriff, aber eigentlich überall, wo ich gebraucht werde", sagt er im Telefongespräch mit SPOX und Goal und lacht.

Heger ist ein Routinier beim wohl kuriosesten Klub Tschechiens: dem SK Bayern Krepice aus dem gleichnamigen 120-Einwohner-Dorf im Süden des Landes, der nicht nur den Namen, sondern auch das Logo des etwas berühmteren Namensvetter FC Bayern München verwendet.

Wie bitteschön konnte das passieren?

Die Geschichte des SK Bayern Krepice begann im Sommer 1992 kurz nachdem der FC Bayern eine der schlechtesten Spielzeiten der Klubgeschichte abgeschlossen hatte. In der Bundesliga war er lediglich auf Platz zehn gelandet, im DFB-Pokal und UEFA-Cup jeweils in der 2. Runde gescheitert. Trotzdem erfreute sich der große deutsche Klub im kleinen südtschechischen Dorf großer Beliebtheit.

Logo und Namen durften sie nutzen, Trikots gab es keine

"Klub-Gründer Roman Salek und einige seiner Freunde aus Krepice waren riesige Bayern-Fans. Als sie beschlossen, einen eigenen Klub zu gründen, schrieb Roman einen Brief an den FC Bayern und fragte, ob sie das Logo und den Namen nutzen dürften", erzählt Heger. "Als Antwort kam, dass das in Ordnung geht."

Einzig die Bitte nach einem Satz Trikots wurde abschlägig beantwortet. In einem vom damaligen Manager Uli Hoeneß signierten Brief heißt es, dass "wöchentlich ca. 100 Anfragen in gleicher Angelegenheit" kämen. Gerne würde der FC Bayern den jungen Namensvetter aber mit Sachpreisen für eine Tombola unterstützen.

Ob es dazu tatsächlich kam, ist nicht überliefert - aufbewahrt wird der Brief seitdem jedenfalls beim örtlichen Wirt, bei dem die aktuellen SK-Bayern-Spieler die Partien des FC Bayern gemeinsam im Fernsehen verfolgen. Natürlich sind sie alle Bayern-Fans.

42 Bayern-Fans zu Besuch beim Namensvetter in Krepice

Mitte September kamen sie unverhofft mit deutschen Gesinnungsgenossen in Kontakt - und wurden von ihnen sogar bejubelt. Für das Spiel gegen die Reserve von TJ Sokol Syje in der niedrigsten tschechischen Amateurliga, in die Bayern Krepice vor zwei Jahren als Tiefpunkt einer bisher unspektakulären Klubgeschichte abgestiegen war, reiste ein Bus mit 42 Bayern-Fans aus München an.

"Wegen Corona dürfen sie nicht in die Allianz Arena. Deshalb haben sie im Internet nach Alternativen für einen Spielbesuch gesucht und sind dabei zufällig auf unseren Klub gestoßen", sagt Heger. "Zunächst haben sie sich per Telefon angemeldet, dann sind sie tatsächlich hergekommen."

Und zwar bestens vorbereitet. "Sie hatten selbst gebastelte Fahnen mit dem Aufdruck Bayern Krepice dabei, sangen das ganze Spiel durch und zündeten Pyrotechnik", berichtet Heger, der mit seiner Mannschaft normalerweise vor ein paar Bekannten und Verwandten aufläuft. "Es war ein tolles Erlebnis." Und ein tolles Ergebnis: Bayern Krepice gewann mit 7:0.

In einem Interview mit der Lokalpresse sprach Martin Jurcik anschließend begeistert von einem "Schub für die kommenden Jahre" für seinen Klub, der tatsächlich sein Klub ist. Jurcik fungiert bei Bayern Krepice schließlich als Präsident, Trainer und Kapitän in Personalunion.

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