Fussball

FC Bayern München: Die Personaldecke wird dünner - Hansi Flick ist alarmiert

SID
Die Comebacks von Serge Gnabry und Kingsley Coman verzögern sich.

Obwohl Robert Lewandowski sich für den Rückrundenstart fit meldet, plagen Bayern München Personalsorgen. Neu-Vorstand Oliver Kahn macht sich im Trainingslager in Katar auch davon ein Bild, Hansi Flick ist alarmiert.

Oliver Kahn war gleich voll bei der Sache - und sah mit eigenen Augen, was Bayern Münchens Trainer Hansi Flick offenkundig seit Tagen umtreibt. "Die Personalsituation ist echt mau", sagte Flick einigen Reportern am Mittwoch nach der Vormittagseinheit in Doha. Ob der Coach seine Gedanken auch mit dem gut gelaunten neuen Vorstand teilte, der in Jeans und blauem Poloshirt von einigen "Oli, Oli"-Rufen zum Platz begleitet wurde, ist nicht überliefert, aber wahrscheinlich.

Das höfliche Lächeln für einige Selfies mit Fans gab das Innenleben von Flick jedenfalls nur bedingt wieder. Die (zu?) dünne Personaldecke beschäftigt nicht nur ihn, sie beschäftigt den gesamten FC Bayern derzeit intensiv. Laut Sport Bild habe der Coach des Fußball-Rekordmeisters bereits bei Sportdirektor Hasan Salihamidzic insistiert und um Zukäufe gebeten.

Comebacks von Gnabry und Coman verzögern sich

Nicht zuletzt auf den offensiven Außenpositionen mehren sich die Sorgen. Am Mittwoch musste Nationalspieler Serge Gnabry wegen Beschwerden an der Achillessehne erneut eine Laufeinheit abbrechen, sogar eine vorzeitige Abreise aus Doha ist denkbar. Dazu wird sich das Comeback von Kingsley Coman (Kapseleinriss im linken Knie) verzögern, laut Flick wird der Franzose weder für den Rückrundenstart bei Hertha BSC (19. Januar), noch eine Woche später gegen Schalke 04 (25. Januar) ein Thema sein.

Immerhin ließ Torjäger Robert Lewandowski via Sport Bild ausrichten, dass er nach seiner Leisten-OP davon ausgehe, rechtzeitig einsatzfähig zu sein, "wenn alles weiter nach Plan läuft." Dass der Pole sofort wieder auf der Höhe ist nach dem in der kurzen Pause eingetakteten Eingriff, wäre keine Überraschung. Ein weiteres Indiz: Am Mittwoch absolvierte er in München eine Einheit auf dem Rasen.

Nachdem sich Flick bereits auf der rechten Außenverteidigerposition eine Alternative erhofft, könnte vom Heilungsverlauf bei Gnabry und Coman abhängen, ob auch offensiv ernsthaft Bedarf entsteht. "Wir müssen es sehr ernst nehmen", sagte Flick vor wenigen Tagen schon über Gnabrys Schmerzen - und über Coman: "Es ist enorm wichtig, dass er topfit ist."

Thomas Müller: "Optimal ist es nicht"

Auch Weltmeister Lucas Hernandez ist längst nicht so weit. Mehr als zwei Monate nach seiner Sprunggelenks-OP kann der Franzose in Doha zwar taktische Übungen im Teamtraining absolvieren, arbeitet ansonsten jedoch individuell. Da Niklas Süle (Reha nach Kreuzbandriss) und Javi Martinez (Muskelbündelriss) weiter ausfallen werden und Jerome Boateng die Bayern im Winter verlassen könnte, drängen sich hier ebenfalls Probleme förmlich auf.

Auch Thomas Müller macht sich daher Gedanken über die Personaldecke. "Optimal ist es nicht, so wie es jetzt ist, wenn vor allem zwei Außenstürmer gleichzeitig verletzt sind", sagte der Ex-Nationalspieler in Doha. Er ergänzte freilich betont gelassen: "Wir sind aktuell auf manchen Positionen etwas ausgedünnt, werden aber Lösungen finden, um wettbewerbsfähig zu sein."

Dies ist dann zuallererst die Aufgabe des Trainers. Und Flick hat in der Hinrunde mit den Beispielen Alphonso Davies und Joshua Zirkzee gezeigt, dass er durchaus kreative Ideen finden kann. Die Frage ist jedoch, ob dies für ganz hohe Weihen genügt. Oliver Kahn kann sicher dazu eine wertvolle Einschätzung beitragen.

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