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Fussball

Arjen Robben im Interview nach seinem ersten Rücktritt: "Cool zu bleiben, ist die wohl größte Herausforderung"

Robben hat seine aktive Karriere beendet.

Arjen Robben hat seine aktive Karriere beendet - diesmal endgültig. Nach seinem ersten Rücktritt 2019 sprach er im Abschiedsinterview bei SPOX und Goal schon über Enttäuschungen, Erfolge - und einen besonderen Trainer. Es sind Aussagen, die heute noch gültig sind.

Vor einem Jahr gab Arjen Robben überraschend seine Rückkehr zu seinem Heimatklub FC Groningen bekannt. Es war der Rücktritt vom Rücktritt. Schließlich hatte Robben seine Karriere bereits nach seinem Ende beim FC Bayern München 2019 beendet.

Zehn Jahre war er beim FC Bayern, gewann acht Deutschen Meisterschaften, fünfmal den DFB-Pokal und einmal die Champions League. Es war eine Ära. Das Aus in Groningen folgte nach einem Jahr voller Verletzungen - die Robben während der ganzen Karriere begleiteten. "Mein Körper gab mir aber kein gutes Gefühl und nicht das Vertrauen, das ich benötige. Deshalb habe ich mich entschieden, aufzuhören. Eine sehr schwere Entscheidung, denn der Kopf und die Emotionen waren nicht in Einklang zu bringen. Das Fußballer-Herz wollte weitermachen", schrieb Robben nun.

SPOX und Goal dokumentieren hier das Interview, das sie 2019 nach seinem Ende beim FC Bayern München geführt haben.

Arjen, 2009 wechselten Sie von Real Madrid zum FC Bayern. Wie kam der Transfer damals zustande?

Arjen Robben: Aufgrund des Präsidenten-Wechsels bei Real wurde es dort schwierig für mich. Ich habe mich in Madrid eigentlich sehr wohl gefühlt und gute Leistungen gezeigt. Dann hat sich die Vereinspolitik verändert. Ich habe keine Chance mehr erhalten und musste entscheiden, ob es Sinn macht, zu bleiben. Die Bayern haben sich gemeldet und wurden schnell konkret. Sie haben mir von Anfang an gezeigt, dass sie mich unbedingt verpflichten möchten. Es fühlt sich gut an, wenn ein großer Verein sich so sehr bemüht. Deshalb bin ich nach München gewechselt.

Spielte es auch eine Rolle, dass Real in jenem Sommer Cristiano Ronaldo verpflichtet hat?

Robben: Es hing nicht nur mit der Ronaldo-Verpflichtung zusammen. Florentino Perez ist als Präsident zurückgekehrt und hat darüber hinaus auch noch Kaka, Karim Benzema und Xabi Alonso zu Real geholt. Der Verein hat viel Geld ausgegeben und mir mitgeteilt, dass man im Gegenzug auch Geld einnehmen müsse. Für mich war das schade, weil ich mich mit dem damaligen Trainer Manuel Pellegrini sehr gut verstanden habe. Außerdem hatte ich die vielleicht beste Vorbereitung meiner Karriere absolviert.

Mark van Bommel war zu dieser Zeit Kapitän bei den Bayern, Louis van Gaal wurde als Trainer verpflichtet. Welchen Anteil hatten Ihre Landsleute an Ihrem Wechsel?

Robben: Ich habe mit Mark telefoniert und auch mit Louis van Gaal gesprochen. Er hat mir mitgeteilt, wie er mit mir plant. Beide haben mir deutlich signalisiert: 'Komm bitte nach München'. Ich weiß noch, dass die Entscheidung nicht einfach war. Wir saßen als Familie zusammen auf der Terrasse und haben uns ausgetauscht. Es ging immerhin darum, einen großen Klub wie Real Madrid zu verlassen. Es gibt dann kein Zurück mehr. Zum Vergleich: Bayern war damals nicht so erfolgreich in Europa. Mein Ziel war aber immer, die Champions League zu gewinnen. Ich wollte zeigen, was ich draufhabe. Der Wechsel war die beste Entscheidung meiner Karriere.

Sie erlebten zunächst ein erfolgreiches, aber auch tragisches Jahr. Sie verpassten mit dem FC Bayern den Champions-League-Titel und verloren das WM-Finale in Südafrika gegen Spanien. Was löste das in Ihnen aus?

Robben: Einerseits war das alles sehr enttäuschend, andererseits habe ich in diesem Jahr viele große Momente erlebt. Wir haben damals zwar zurecht das Champions-League-Finale verloren, dass wir aber überhaupt ins Endspiel gekommen sind, war eine riesige Überraschung und eine Weltklasse-Leistung. Außerdem haben wir das nationale Double gewonnen, dementsprechend war das für die Bayern ein Mega-Jahr. Es hatte zudem niemand damit gerechnet, dass wir mit den Niederlanden ins WM-Finale einziehen. Wenn man es bis dahin schafft, will man auch gewinnen. Man weiß nie, ob man so eine Möglichkeit noch einmal bekommt. Für mich gab es leider keine zweite Chance.

Im Zuge der WM haben Sie sich einen Muskelriss zugezogen. Wie sind Sie damit umgegangen?

Robben: Das war eine wirklich schlimme Verletzung. Der Bayern-Arzt hat damals gesagt, dass wir erst einmal abwarten müssen, ob ich jemals wieder hundert Prozent erreiche. Das hätte natürlich einen erheblichen Einfluss auf meine Karriere nehmen können. Wir haben diese schwierige Situation letztlich gemeinsam verarbeitet. Fitnesstrainer Thomas Wilhelmi und ich haben kürzlich noch darüber gesprochen. Obwohl es sich komisch anhört: In gewisser Weise war die Reha-Zeit wirklich schön. Wir haben so sehr daran gearbeitet, dass ich wieder der Alte werde. Am Ende war ich wieder topfit. Das war die beste Belohnung für den großen Aufwand.

Was haben Sie damals für sich selbst mitgenommen?

Robben: Im Laufe der Jahre habe ich meinen Körper besser kennengelernt. Vor drei Jahren hatte ich erneut eine schwerwiegende Verletzung und habe mich während dieser Zeit in den Bereichen Ernährung, Physiotherapie und Fitness schlaugemacht. Ich wollte mich informieren, wie ich noch ein paar Prozente aus mir herausholen kann.

Borussia Dortmund wurde 2011 und 2012 zweimal in Folge Meister. Kamen damals Zweifel auf?

Robben: Die Saison nach dem verlorenen Champions-League-Finale war sicherlich schwierig. Da war sogar die Qualifikation für die Königsklasse in Gefahr. Van Gaal ist in der Folge leider entlassen worden. Das Jahr danach war etwas besser, aber wir haben alles verloren, was es zu verlieren gab.

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