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Fussball

Mario Götze und sein irrer Medizincheck vor dem Wechsel vom BVB zum FC Bayern

Von Andreas Pfeffer

2013 wechselte Mario Götze von Borussia Dortmund zum FC Bayern München. Der Medizincheck lief dabei auf kuriose Art und Weise ab.

Es war in den ersten Minuten des 23. April 2013, als eine Meldung über den bevorstehenden Wechsel eines aufstrebenden deutschen Spielers in ganz Fußball-Deutschland großes Aufsehen erregte - vor allem bei den Fans von Borussia Dortmund und dem FC Bayern München.

Die Bild veröffentlichte damals einen Artikel online, der am nächsten Tag in der Printausgabe stehe sollte. Der Inhalt der Exklusivstory von Robert Seidel: Mario Götze wechselt am 1. Juli vom BVB zu den Bayern. Der Vertrag sei bereits unterschrieben, möglich mache den Wechsel eine Ausstiegsklausel in Höhe von 37 Millionen Euro.

Trotz der späten Uhrzeit verbreitete sich die Meldung wie ein Lauffeuer. "Kann das wirklich sein?", rätselten die BVB-Fans. Nicht Ihr Mario Götze, der mit dem BVB in den beiden vergangenen Jahren die Meisterschaft gewann, nicht ihr Hoffnungsträger auf viele weitere Titel in der nahen Zukunft. Auf der anderen Seite feierten Bayern-Fans den sich anbahnenden Coup des damaligen Präsidenten Uli Hoeneß.

Wenige Stunden später herrschte Gewissheit, als der BVB den Wechsel von Götze zum FC Bayern in einer Pressemitteilung bestätigte.

BVB bestätigt Götze-Wechsel zum FC Bayern

Spekulationen um einen Abgang von Götze gab es zwar, konkrete Gerüchte aber nicht. Erst wenige Monate zuvor sagte Götze der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung noch, "dass er sich durchaus ein Karriereende beim BVB vorstellen" könnte. Und dann das!

Beim FC Bayern München arbeitete man hinter den Kulissen aber offenbar schon seit längerem an der Verpflichtung von "Jahrhunderttalent" Götze. Daran, dass dies der Öffentlichkeit komplett verborgen blieb, hat auch Dr. Peter Boenisch einen großen Anteil.

Der Kniespezialist führte die vor jedem Wechsel im Profibereich obligatorische medizinische Untersuchung von Mario Götze durch. Diese fand nicht in München, sondern im gut 60 Kilometer entfernten Augsburg unter höchster Geheimhaltungsstufe, wie man sie eigentlich nur aus Kinofilmen kennt, statt.

Medizincheck in Augsburg: "Höchste Alarmstufe"

Dr. Boenisch, Orthopäde und ärztlicher Leiter der Hessingpark Clinic in Augsburg, kann sich noch gut an die auch für ihn nicht alltägliche Untersuchung des Fußballstars und die dafür getroffenen Vorkehrungen erinnern. "Als er bei uns untersucht wurde, herrschte höchste Alarmstufe. Wir haben Mützen verteilt, Hintereingänge benutzt, Diskretion pur. Zwei Stunden haben wir hier dafür alles blockiert", sagte Dr. Boenisch in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen. In diesem berichtete er von einem tollen Erlebnis, auch "da Götze ein höflicher, sympathischer Kerl ist."

In seiner Karriere als Arzt führte er zahlreiche Medizinchecks bei Profisportlern durch. Ein Aufwand wie bei jenem von Götze wurde allerdings nie betrieben. Auch aus Angst, dass eine solche Aktion in München sofort bekannt werden würde, schickte der FC Bayern Götze zur Untersuchung ins etwas beschaulichere Augsburg. "Wenn er im Umfeld von Bayern München untersucht worden wäre, wäre alles aufgeflogen. Das ist ein gegenseitiges Vertrauen, das sich über Jahre aufgebaut hat", sagte Dr. Boenisch.

Diskretion stehe bei ihm und der Augsburger Hessingpark Clinic über allem. Im Fall von Mario Götze zeigte sich, wie ernst dies gemeint ist. Nichts drang vom Besuch des damaligen BVB-Stars nach außen.

Einen Tag nach Bekanntwerden des Wechsels zum FC Bayern absolvierte Götze übrigens sein vorerst letztes Spiel für den BVB. Nach dem Weiterkommen im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid verletzte sich Götze und fiel für den Rest der Saison aus - auch für das CL-Finale gegen seinen neuen Arbeitgeber.

Heute spielt der inzwischen 29 Jahre alte WM-Held nach seiner Rückkehr zu Borussia Dortmund im Jahr 2016 seit 2020 in der niederländischen Eredivisie bei der PSV Eindhoven.

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