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Fussball

Jura-Professor hält Impflicht bei Fußballern für nicht angemessen: "Bin da sehr skeptisch"

Von Christian Guinin
Derzeit wird eine Impfpflicht für Fußballer diskutiert.

In Deutschland wurde zuletzt öffentlich über eine Impfpflicht für verschiedene Berufsgruppen diskutiert - auch für Fußballer. Nun äußert sich ein Jura-Professor zu etwaigen Plänen und hält eine verpflichtende Impfung für Fußball-Profis für schwierig umzusetzen.

Vor allem an eine Impf-Verordnung durch die DFL, wie sie kürzlich von einigen Seiten gefordert wurde, glaubt Jura Professor Philipp S. Fischinger nicht.

"Ich bin da sehr skeptisch. Natürlich ist die Verbandsautonomie grundrechtlich geschützt, sie gilt aber nicht grenzenlos. Hier steht ihr die Schutzbedürftigkeit der körperlichen Unversehrtheit und des Selbstbestimmungsrechts des Spielers über seinen Körper entgegen", sagte er gegenüber dem kicker.

Diese Abwägung gehe seiner Meinung nach dann letztlich zu Gunsten des Fußballers aus. "Insofern sehe ich einen Verband juristisch nicht in einer stärkeren Position gegenüber dem Spieler als es der Klub als Arbeitgeber ist. All das spricht gegen die Angemessenheit einer Impflicht."

Eine wie von Stefan Effenberg gegenüber Sport1 gefordertes vereinsseitiges Spielverbot für Impfverweigerer ist aus Fischingers Sicht "rechtswidrig". Stattdessen sollten Vereine eine "Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche wählen: Einerseits weiter Überzeugungsarbeit leisten, andererseits ggf. durch finanziellen Druck die Spieler zum Einlenken bringen." Erst danach sollte der Gesetzgeber eingreifen.

Aus der Politik waren zuletzt Stimmen, unter anderem von Markus Söder (CSU, Ministerpräsident Bayern) und Hendrik Wüst (CDU, Ministerpräsident NRW), nach einer Impfpflicht für Fußballer laut geworden. Bei vielen Bundesliga-Vereinen war dies auf Unverständnis gestoßen. Als "Populismus" bezeichnete es etwa Mainz-Sportvorstand Christian Heidel.

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