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Fussball

BVB - Thesen zum Sieg von Borussia Dortmund gegen den FC Augsburg: Marco Rose verkauft den Stillstand als Fortschritt

Von Patrick Brandenburg
Marco Rose und der BVB haben sich gegen Augsburg durchgesetzt.

3. Rose verkauft den Stillstand als Fortschritt

"Ich habe ein sehr gutes und intensives Bundesliga-Spiel gesehen", sagte Rose nach dem teils wilden Spiel seines Teams gegen einen mutigen, aber überschaubar begabten Gegner. Trotz Wackel-Abwehr, Personalproblemen und Chancenwucher versuchte der Coach, die Defizite des BVB so offensiv ins Positive zu drehen, als würde er sich als Spin-Doctor in der Politik bewerben. Das zeigt, wie viel Druck bei der Borussia nach zwei frühen Saisonpleiten auf dem Kessel ist.

Denn neben den Endlich- gibt es beim BVB auch ständig diese Murmeltier-Momente: Fehler passieren wieder und wieder und oft fällt die Erklärung schwer.

Die Gegentorflut ist ungebremst. Obwohl die Borussia dank Gregor Kobel auf der Torwartposition einen Entwicklungssprung gemacht hat, ist sie mit 13 Toren aus sieben Spielen drauf und dran, im fünften Jahr in Folge die Marke 40 klar zu knacken. Für die ambitionierten Westfalen deutlich zu viel. Gegen Augsburg war ein Distanzkracher der Ursprung des Ausgleichs, in der Vorsaison auch ein Kernproblem beim BVB, neben der eklatanten Schwäche bei Standards.

Schon seit dem Trainingsauftakt läuft die Borussia mit ihren Verletzungssorgen im roten Bereich. Warum Abwehrchef Mats Hummels nach einer kräftezehrenden Woche erneut ins Spiel geworfen wurde, obwohl er nach Roses Aussage keine richtige Vorbereitung mitmachen konnte, ist schwer verständlich. Auch Thomas Meunier stand in der Startelf, obwohl Knie und Zeh wohl schon seit einiger Zeit schmerzen. Fehlt dem Trainer das Vertrauen in die Tiefe des eigenen Kaders?

Ein wenig verkauft Rose den Stillstand als Fortschritt, wenn er sagt: "Ein 3:1 hätte uns gut getan. Aber ich bin zufrieden, dass die Jungs es so zu Ende gebracht haben." Regelmäßig lässt sich der BVB von schwächeren Teams durch penetrante Nickligkeiten auf ihr Niveau runterziehen. Für die Fans ist es ein schwacher Trost darauf zu verweisen, in der Vergangenheit wäre so ein Spiel noch aus der Hand geglitten.

Auch ist die Abhängigkeit von Stürmer Haaland wieder gewachsen. Das war beim ideenlosen Kick in Gladbach zu sehen, nun beim Chancenwucher gegen Augsburg. Im Endspurt der vergangenen Saison war ein Erfolgsgeheimnis, dass sich die Tore auf viele Schultern verteilten. Drei Viertel der letzten 25 Treffer der Spielzeit 20/21 erzielten Reus, Bellingham und Co. Aktuell zeichnen sie sich nur noch für zwei Drittel der 26 Tore verantwortlich. Dabei fehlt Torjäger Haaland seit drei Partien.

Bundesliga: Tabelle nach den Samstagsspielen

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.Bayern München623:51816
2.Borussia Dortmund719:13615
3.SC Freiburg711:5615
4.Bayer Leverkusen616:7913
5.VfL Wolfsburg79:8113
6.1. FC Köln713:9412
7.RB Leipzig715:7810
8.1. FSV Mainz 0566:3310
9.Borussia M'gladbach79:10-110
10.1. FC Union Berlin68:809
11.TSG Hoffenheim712:1118
12.VfB Stuttgart712:13-18
13.Hertha BSC78:20-126
14.Eintracht Frankfurt66:9-35
15.FC Augsburg73:13-105
16.Arminia Bielefeld63:6-34
17.VfL Bochum74:16-124
18.SpVgg Greuther Fürth75:19-141
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