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Fussball

Bundesliga - Kommentar zur Liga-Langeweile und dem FC Bayern: Es stirbt ein Kulturgut

Von Stefan Rommel
Katersiege des FC Bayern München? Längst Gewohnheit in der Bundesliga

Die Spiele des Samstagnachmittags waren mal ein großes Kulturgut - das dürfte schon bald aber vorbei sein. Zerrissene Spieltage, unspektakuläre Spielpaarungen und die Dominanz der Bayern machen aus dem Amüsierbetrieb Bundesliga einen echten Langweiler. Ein Kommentar.

Wie schön das früher war: Samstagnachmittag, Bundesliga-Konferenz. In den jungen Jahren der Liga noch im Radio, später dann im Pay-TV. Zur heiligen Zeit um halb vier, manchmal berauschend, manchmal kurios, oft überaus spannend, immer unterhaltsam. An diesem Samstagnachmittag schafften bis zur 80. Minute sieben von acht Mannschaften der Bundesliga kein einziges Tor - nur die Bayern tanzten aus der Reihe, wie sie das halt immer so machen.

Als wollten sie allen zeigen, wie unfähig, klobig und hölzern alle anderen sind, schossen die Bayern in 45 Minuten gegen Bochum mal eben vier Tore. Sie definierten damit die Langeweile auf ihre ganz eigene Art. Am Ende stand ein 7:0 gegen eine Mannschaft, die ganz offiziell im selben Wettbewerb mitspielen darf wie die Bayern - obwohl beide Mannschaften Lichtjahre auseinander liegen. Das geht gar nicht gegen den VfL Bochum, die Gegner der Bayern sind ja austauschbar geworden und in der Allianz Arena werden sie alle reihenweise abgewatscht.

Man stellt sich aber schon ein paar Fragen: Das soll sie jetzt sein, die ehemals stärkste Liga der Welt? Das ist der legendäre Bundesliga-Samstag: Der 1000. Bayern-Kantersieg und drumherum nur furchtbares Gerumpel, wenn nicht zufällig auch Dortmund und/oder Leipzig spielen?

Die Bundesliga beschreitet einen unguten Weg: Einige der größten Klubs sind wegen ihrer Unfähigkeit eine Liga tiefer angekommen, weshalb nun in der Bundesliga Klassiker wie Hertha BSC gegen Fürth oder Mainz gegen Freiburg - bei allem Respekt vor diesen Klubs und deren sportlicher Leistung - auf dem Spielplan stehen.

FC Bayern: Wer macht schon sein eigenes Produkt freiwillig lächerlich?

Wegen der Pandemie sind die Stadien ohnehin nur partiell gefüllt, die aktive Fanszene bleibt den Spielen fern und mittlerweile auch immer mehr andere Zuschauer: Selbst die stark dezimierten Ticket-Kontingente werden an etlichen Standorten nicht ausgeschöpft. Und mit der grassierenden Langeweile wird es schwer, aus diesem Dämmerzustand wieder herauszufinden.

Viele nehmen das nur noch mit einem Schulterzucken zur Kenntnis und eigentlich warten alle ja nur darauf, dass die Bayern einmal konsequent vom Anfang bis zum Ende - nur so aus Spaß und weil sie es können - voll durchziehen. Dass es wieder einen zweistelligen Sieg in der Bundesliga gibt - der erste seit 38 Jahren.

Das hätten die Bayern schon längst schaffen können, vielleicht wollten sie aber auch schlicht nicht. Wer macht schon sein eigenes Produkt freiwillig lächerlich? Andererseits: Den Rekord für den höchsten Bundesligasieg der Geschichte halten ausnahmsweise nicht die Allesgewinner aus München, sondern Borussia Mönchengladbach (12:0 gegen Borussia Dortmund). Das könnte ja ein lohnender Anreiz für die Bayern sein...

Bundesliga: Die Tabelle nach dem 5. Spieltag

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.Bayern München520:41613
2.VfL Wolfsburg57:2513
3.Borussia Dortmund517:11612
4.Bayer Leverkusen515:7810
5.1. FSV Mainz 0556:2410
6.SC Freiburg56:429
7.1. FC Köln59:728
8.1. FC Union Berlin57:8-16
9.Hertha BSC57:12-56
10.TSG Hoffenheim58:715
11.FC Augsburg52:8-65
12.RB Leipzig56:7-14
13.Arminia Bielefeld53:5-24
14.VfB Stuttgart59:12-34
15.Eintracht Frankfurt55:8-34
16.Borussia M'gladbach55:9-44
17.VfL Bochum54:13-93
18.SpVgg Greuther Fürth53:13-101
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