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Fussball

SPD-Politiker Schulz fordert "Ende der Exzesse" im Profifußball

SID
Der SPD-Politiker Martin Schulz, Mitglied der DFL-Taskforce, fordert ein "Ende der Exzesse" im Profifußball.

Der SPD-Politiker Martin Schulz, Mitglied der DFL-Taskforce, fordert ein "Ende der Exzesse" im Profifußball. Der ehemalige Kanzlerkandidat befürwortet dabei ein Salary Cap - allerdings nicht allein in der Bundesliga.

"Die Exzesse bei der Spielerbezahlung und bei den Transfersummen überfordern die Vereine wirtschaftlich und führen zu einer Entfremdung bei den Fans. Deshalb ist eine Gehaltsobergrenze, also ein Salary Cap, ein vernünftiger Ansatz", sagte Schulz im Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Außerdem müssen die Honorare von Beratern reguliert werden."

Zudem forderte er, dass die Klubs "ihre gesellschaftliche Relevanz annehmen" müssten. Allerdings: "Das Ganze wird nicht funktionieren, wenn die DFL sich nur alleine dafür einsetzt. Deswegen müssen die DFL und der DFB gemeinsam dafür sorgen, dass sich die UEFA dieses Themas annimmt, um wirtschaftliche Vernunft und Nachhaltigkeit auch auf europäischer Ebene möglich zu machen. Sonst haben wir am Ende in Deutschland klare Regeln - und zum Beispiel die Engländer sagen: Ist doch schön, jetzt sind wir unsere Konkurrenten los."

Mit Blick auf die Diskussion um eine Bevorzugung von Sportlern bei den Impfungen gegen das Coronavirus stellte Schulz klar: "Fußballer sollten nicht eher geimpft werden."

Schulz über CL-Reisen: "Wirtschaftlicher Druck außerordentlich hoch"

Kritisch sieht er die Auswärtsreisen in der Champions League: "Die Corona-bedingte Vernunft spräche eigentlich dagegen. Und ich finde es schwierig, gerade wenn in Risikogebiete gereist wird. Aber der wirtschaftliche Druck auf die Vereine ist außerordentlich hoch." Es gehe "am Ende um wirtschaftliche Existenzen und Arbeitsplätze". Dennoch hätte er lieber eine Verschiebung der Spiele "um ein paar Wochen" gesehen, um den "moralischen Schaden" zu vermeiden.

Schulz gehörte zur "Taskforce Zukunft Profifußball", die Anfang Februar in ihrem Ergebnisbericht 17 Handlungsempfehlungen für eine bessere Zukunft präsentiert hatte.

Zu den Vorschlägen gehören unter anderem eine Arbeitsgruppe zur Stärkung der wirtschaftlichen Stabilität, ein Bekenntnis zu Nachhaltigkeit, die Gründung einer DFL-Kommission für den Fandialog sowie die Förderung des Frauenfußballs und der Geschlechtergerechtigkeit im Fußball.

 

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