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Fussball

FC Bayern aus Leipzig: 5 Thesen zum 23. Spieltag der Bundesliga

Von Stefan Rommel

RB Leipzig gibt sich wie der Großmeister aus München und bleibt im besten Bayern-Stil am Spitzenreiter dran. Schalke 04 gelingt ein neuer Tiefpunkt, auch Leverkusen schmiert weiter ab. Und Kölns Sturmproblem wird zu einer ausgewachsenen und gefährlichen Krise. Fünf Thesen zum 23. Spieltag.

RB Leipzig jetzt schon Bayern-like

Bisher war es ja von den Spitzenklubs der Bundesliga eher eine bayerische Spezialität, früh in einer Partie in Rückstand zu geraten und dann die große Aufholjagd starten zu müssen. Leipzig stand bis Samstagabend nicht im Verdacht, ähnlich veranlagt zu sein. Dann schoss Borussia Mönchengladbach aber in der ersten Halbzeit zweimal eher halbgar aufs Tor und lag damit 2:0 vorn. Und Leipzig war nach einer ordentlichen, aber irgendwie auch unglücklichen ersten Hälfte unter Druck.

Wie die Mannschaft dann aber den Rest der Partie dominierte und wirklich in allen Belangen turmhoch überlegen war, zeugte von großer Klasse und großer Mentalität. Als neutraler Beobachter war man ja bei zwischenzeitlich wieder fünf Punkten Rückstand auf die Bayern schon geneigt, den Anflug eines echten Titelrennens für beendet zu erklären. Leipzigs Auferstehung und auch die Art des Siegtreffers waren aber eine klare Ansage.

Leipzig wollte dieses dritte Tor gegen einen müden Gegner unbedingt und arbeitete den Ball in letzter Sekunden und in Person von Alexander Sörloth förmlich über die Linie. Ganz im Stil der Bayern. Und so lebt die Hoffnung auf einen echten Titel-Showdown in rund vier Wochen, wenn die Bayern nach Leipzig müssen. Denn da wird es um mehr gehen als nur drei Punkte.

Schalke 04: Der Sauhaufen schafft sie wirklich alle

Man kann nun trefflich darüber streiten, ob Schalkes Verantwortliche schon vor dem Spiel in Stuttgart hätten reagieren müssen und damit diese wichtige Partie einfach so abgeschenkt haben. Jedenfalls waren die letzten Tage - einmal mehr - beispiellos und ein neuer Tiefpunkt mit dem 1:5 bei Aufsteiger Stuttgart und der Fünffach-Entlassung der beinahe kompletten sportlichen Leitung. Wieder einmal ungeschoren ist die Mannschaft in dem ganzen Tohuwabohu davon gekommen.

Dabei ist nach vier verschlissenen Trainern, aber nur neun Punkten nach 23 Spieltagen das größte Übel ganz einfach ausgemacht: Schalkes Mannschaft ist nicht bundesligatauglich und entpuppt sich immer mehr auch als charakterlich fragwürdiger Haufen. Da wird auf dem Platz einfach mal der eingeteilte Elfmeterschütze eigenmächtig geändert und Nabil Bentaleb (selbst)bestimmt. Man kann das in einer spielentscheidenden Szene schon machen, einen monatelang suspendierten Spieler machen zu lassen. Aber dann muss das eben auch funktionieren.

Ebenso wie die Entscheidung, in Raumdeckung die gegnerischen Standards zu verteidigen, also auf das Verantwortungsbewusstsein der Spieler für die ihnen zugeteilten Räume zu vertrauen. Aber auch das muss dann halt auch funktionieren. Weil sich bei Schalke aber entweder niemand oder im Zweifel die falschen Spieler zuständig fühlen, geht eine Partie wie in Stuttgart mit vier Toren Unterschied verloren - obwohl Schalke phasenweise keinesfalls vier Tore schlechter gewesen wäre.

Von den so genannten Führungsspielern, die unter der Woche bei Jochen Schneider die Absetzung des Trainers gefordert haben sollen, äußerte sich nur Shkodran Mustafi. Und das bei Sky und im ZDF auch noch ziemlich unterschiedlich. Zweifel an Mustafis Version, niemand habe eine Demission Christian Gross' gefordert, bleiben also mindestens zulässig.

Bayers Bosz ist der glückloseste Trainer der Liga

Kurz vor Weihnachten war die Welt noch in bester Ordnung für Bayer Leverkusen. Im Heimspiel gegen angeschlagene Bayern bot sich die große Chance auf die Herbstmeisterschaft und damit ein Abschluss der ganz besonderen Art auf eine bärenstarke Hinserie. Dann patzte Jonathan Tah, die Bayern siegten in letzter Sekunde, zogen an Leverkusen vorbei und schnappten die Herbstmeisterschaft weg. Die Werkself lag damals immerhin noch auf Platz zwei. Nun, zehn Spieltage später, ist vom Zauber der Hinserie aber so gar nichts mehr übrig geblieben.

Ganze zwei Ligaspiele hat Leverkusen seitdem gewonnen, aber schon fünf verloren. Der Absturz auf Platz sechs ist deshalb nur folgerichtig, im Kampf um die Königsklasse sind aus sechs Punkten Polster mittlerweile fünf Zähler Rückstand geworden. Selbst die Qualifikation für die Europa League ist in akuter Gefahr. Das 1:2 gegen Freiburg am Sonntag wurde dabei wie zu einer Art Zusammenfassung der letzten Wochen: Irgendetwas fehlt immer, um ein Spiel auch zu gewinnen.

Diesmal waren es die mangelhafte Effizienz vor dem gegnerischen Tor und mal wieder leichte Fehler in der Defensive. Dazu kam mit Timothy Fosu-Mensah der nächste lange Ausfall, der Niederländer riss sich das Kreuzband. Trainer Peter Bosz kann derzeit offenbar machen, was er will: Es führt nicht zum Erfolg. Nach dem Ausscheiden im Pokal und in der Europa League wird es langsam auch für den Niederländer eng. Bosz braucht ganz schnell positive Ergebnisse und so wird das kleine Derby am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach zu einer Art Krisengipfel der ganz besonderen Art.

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