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Fussball

Bundesliga - 5 Thesen zum 20. Spieltag: Edin Terzic kann am wenigsten für die BVB-Misere

Von Stefan Rommel
Bundesliga-Schiedsrichter Winkmann nutzt den Videobeweis.

Die Breisgauer bleiben das Überraschungsteam der Saison. Dortmund ist im Begriff, den nächsten Trainer zu verbrennen, Leipzig kann's auch ohne Torjäger und was ist eigentlich schon wieder mit dem VAR los? Fünf Thesen zum 20. Spieltag.

BVB-Misere: Terzics Ausbeute bringt auch Zorc in Not

Im Sommer wird es einen neuen Anlauf geben, es wird der sechste sein in den letzten sechs Jahren. Das ist noch ein ganzes Stück entfernt von den Chaosklubs, die drei oder vier Trainer pro Saison verschleißen. Für den Anspruch und die Ambitionen von Borussia Dortmund ist im Schnitt ein Trainerwechsel pro Jahr aber nicht akzeptabel.

Edin Terzic versucht sich gerade an einer kaum trainierbaren Mannschaft. Jedenfalls nähren die Leistungen und die Punkteausbeute unter Terzics Regie den Verdacht, dass der Trainer am wenigsten für die Dortmunder Dauermisere kann. Die Mannschaft ist mittlerweile nicht nur aus den Champions-League-Rängen gerutscht, sondern steht jetzt auf Platz sechs, der berechtigt für die "Europa-Conference-League-Playoffs": Allein diese Aussicht dürfte in Dortmund für kaltes Grausen sorgen.

Terzics Vorgänger Lucien Favre wurde in dessen letzten Wochen als Sündenbock auserkoren und vielleicht gab es eine ganze Reihe an guten Argumenten für eine Entlassung. Aber so ein Schritt muss auch mit einer Idee für einen adäquaten Nachfolger verknüpft sein. Terzic scheint dieser nicht zu sein, so wie es vor ein paar Jahren auch Peter Stöger nicht war, mit dem der BVB mit mehr Glück als Können auf den letzten Drücker noch die Champions League erreichte.

Und deshalb rückt Michael Zorc auch immer mehr in den Fokus. Der hat die Trainerauswahl in der Post-Klopp-Ära zu verantworten. Mehr als gute Vorsätze und Flickschusterei hat der Sportchef aber nicht vorzuweisen.

SC Freiburg: Der einzige nachhaltige Bundesligist

Das krasse Gegenstück zum BVB - und korrekterweise auch zu allen anderen Bundesligisten - liefert der SC Freiburg. Die Partie gegen Dortmund am Samstag war das 700. Bundesligaspiel der Breisgauer. Das allein ist schon bemerkenswert genug für einen derart kleinen Standort. Noch krasser wird die Bilanz aber, wenn man sich die Liste der Trainer anschaut, die diese 700 Partien verantwortet hatten: Volker Finke, Robin Dutt, Marcus Sorg und Christian Streich heißen Freiburgs Bundesligatrainer.

Eine Shortlist der anderen Art. Mit nur vier Trainern navigiert Freiburg seit nun bald 30 Jahren durch Deutschlands höchste Spielklasse, Streich ist in seinem zehnten Dienstjahr und damit Finke (16 Jahre im Amt) auf den Fersen. Dagegen nehmen sich die vier Jahre von Dutt und das Missverständnis mit Sorg, der nur fünf Monate tätig war, völlig unscheinbar aus.

Freiburg lebt, wovon andere Klubs nur träumen können - und ist damit auch noch erfolgreich. Streich bricht in dieser Saison mit seiner Mannschaft einige klubinterne Rekorde. Unter anderem waren da fünf Ligasiege in Folge dabei, so viele wie nie zuvor. Nimmt man die letzten zehn Spieltage, läge Freiburg mit 22 Punkten hinter den Bayern und Frankfurt auf Platz drei. Und nun hat Streich persönlich ja auch sein erstes Spiel überhaupt gegen Dortmund gewonnen. Wo soll das alles noch enden? Vielleicht sogar im internationalen Geschäft.

RB Leipzig fehlt ein echter Torjäger

Läuft eigentlich weiterhin alles nach Plan in Leipzig - wenn man davon ausgeht, dass sich der Brauseklub als Bester vom Rest sieht und nicht zwingend als Bayern-Jäger. Leipzig ist Zweiter und damit auf einem guten Weg zum ausgegebenen Saisonziel, der Qualifikation für die Königsklasse. Dabei definiert sich RB in der Hauptsache über seine bärenstarke Defensive, erst 17 Gegentore sind der Bestwert der Liga. Und sie kaschiert ein bisschen die Probleme, die es in der Offensive immer noch gibt.

Etwa jenes, dass Leipzig die Saison quasi ohne torgefährlichen Mittelstürmer bestreitet. Robert Lewandowski, Andre Silva, Erling Haaland, Wout Weghorst, Andrej Kramaric und so weiter: Diese Spieler schießen ihre Klubs nach vorne und liegen längst deutlich im zweistelligen Bereich. In der Torjägerliste muss man aber bis runter zum geteilten 26. Platz gehen, um den ersten Leipziger Spieler zu finden.

Genauer gesagt sind es gleich vier, Marcel Sabitzer, Angelino, Emil Forsberg und Yussuf Poulsen. Letzterer ist der einzige Angreifer unter Leipzigs Torjägern. Überhaupt gehen von den 35 Saisontoren bisher erst sechs auf das Konto der nominellen Angreifer - dafür aber schon 15 auf das der Mittelfeld- und 13 auf das der Abwehrspieler. Leipzig rollt das Feld gewissermaßen von hinten auf. Aber ein Dauerzustand kann das Phlegma der Angreifer nicht bleiben.

Die Leipziger Top-Torschützen 20/21

#SpielerSpieleMinutenMin/TorElfmeterTore
1Angelino191.6974240/04
Emil Forsberg189392351/24
Yussuf Poulsen177841960/04
Marcel Sabitzer161.1652913/34
5Christopher Nkunku159413140/03
Willi Orban171.2844280/03
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