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Fussball

Bundesliga - 5 Thesen zum 19. Spieltag: Thomas Müller muss mit zur EM - Silva ist der bessere Haaland

Von Stefan Rommel
Bayerischer Urschrei als Weckruf für den Bundestrainer? Thomas Müller spielt eine herausragende Saison und wirbt für eine Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft.

Eintracht Frankfurt hat den besseren Erling Haaland, Dortmund einen (un)heimlichen Anführer, Hertha BSC eine unnötige Baustelle mehr und Joachim Löw in der Theorie einen Stammspieler für die EM. Die vagen Behauptungen werden wie immer untermauert von den Talking Points zum 19. Spieltag.

Hertha BSC macht eine unnötige Baustelle im Tor auf

Herthas Saison bleibt sehr schwierig, auch der alte Neue Pal Dardai konnte nicht einfach durch Handauflegen die Wende einläuten. Immerhin versuchte es der Trainer gegen Frankfurt mit allerhand Wechselspielchen, insgesamt tauschte Dardai seine Startelf auf fünf Positionen um. Bei den Feldspielern ist das ein recht normaler Vorgang, zumal nach einer Negativserie wie zuletzt.

Dass Dardai aber auch Alexander Schwolow aus dem Tor nahm und auf Rune Jarstein setzte, war nicht nur überraschend - es verwunderte auch. Zwar war Schwolow auch nicht immer frei von Fehlern, in einer Mannschaft ohne tragfähiges Gerüst war er mit seiner kommunikativen Art aber noch eine der positiveren Erscheinungen und ganz sicher nicht der Grund für den Niedergang.

Die Hertha hatte und hat gewiss einen Sack voller Probleme - ein Torhüterproblem war bisher aber nicht auszumachen. Jarstein hielt in Frankfurt, was er halten konnte. Das rechtfertigt Dardais Entscheidung für dieses eine Spiel. Aber wie geht es jetzt weiter? Jarstein dürfte ziemlich sicher weiter die Nummer eins bleiben.

Nur muss das in den nächsten Wochen aber halt auch wirklich klappen mit der Rochade und Jarstein mindestens ordentlich halten. Sonst kommt Dardais Winkelzug wie ein Boomerang zurück. Und dann stünde die Hertha gleich mit zwei beschädigten Torhütern da.

FC Bayern: Thomas Müller muss zur EM!

Im allgemeinen Trubel der ersten Bayern-Spieltage - 8:0 gegen Schalke, 1:4 in Hoffenheim, 4:3 gegen Hertha - gingen Thomas Müllers Worte beinahe etwas unter. Während alle Welt vor der zu erwartenden Überbelastung warnte, die spätestens nach der Winterpause voll durchschlagen würde, verwies Müller beharrlich auf eine ganz andere These: Als Profi müsse man auch dieses etwas straffere Programm aushalten können, Ausreden gelten nicht.

Nun ist etwas mehr als die Hälfte der Saison gespielt und Müller selbst liefert den Beweis, wie ernst er es zumindest bezogen auf ihn persönlich meinte. Während genug andere Spieler im Tief hingen oder hängen, wird Müller gefühlt Woche für Woche noch stärker. Nur in sechs der bisher 19 Partien war Müller nicht an mindestens einem Bayern-Tor direkt beteiligt, seine 19 Scorerpunkte teilen sich bis jetzt auf in zehn eigene Treffer und neun Vorlagen.

So gut war Müller zu diesem Zeitpunkt einer Saison noch nie. Die Dauerwerbesendung bekam am Wochenende live und in Farbe auch Joachim Löw mit, der sich mal wieder in ein Fußballstadion begeben hatte und Müller hautnah erlebte.

Der Bundestrainer hält sich mit einer möglichen Rückholaktion des Weltmeisters immer noch bedeckt, aber mal ehrlich: Müller ist derzeit nicht nur der gefährlichste deutsche Angreifer, sondern auch der einzige, dem man das Prädikat "Weltklasse" anheften könnte - und der die aktuellen Nationalstürmer in seinem Klub, Leroy Sane oder Serge Gnabry, deutlich überflügelt.

Schalke 04: Hoppe allein macht noch keinen Klassenerhalt

Die erste Halbzeit in Bremen war sehr ordentlich, der FC Schalke 04 hatte sechs zu zwei Torschüsse, 65 Prozent Ballbesitz und natürlich ein Tor Vorsprung im Sack. Allerdings war es nicht die frappierende Schalker Überlegenheit, die diese Zahlen generierte, sondern eine unglaubliche Bremer Nichtleistung im eigenen Stadion gegen den Tabellenletzten, die den Gegner gut dastehen ließ.

Schalke durfte auf Bremer Geheiß hin so etwas wie Offensivdrang entwickeln - in der zweiten Hälfte war damit aber dann abrupt Schluss. Werder wollte auf einmal selbst Fußballspielen und sofort wurde das Kardinalproblem der Schalker wieder offenkundig: Die Mannschaft ist immer noch viel zu schwach auf der Brust, wenn sie in der Offensive etwas entwickeln soll.

Schalke hatte in der kompletten zweiten Halbzeit nicht einen einzigen Ballkontakt innerhalb des Bremer Strafraums, der spät eingewechselte Klaas-Jan Huntelaar berührte dreimal den Ball und beging ein Foul kurz vor dem eigenen Strafraum. Das war's. Mark Uth, der andere große Hoffnungsträger im verzweifelten Kampf gegen den Abstieg, schoss einmal Richtung Tor.

Der ehemalige Nationalspieler wartet nun seit Ende November und acht Spielen auf eine Torbeteiligung. Schalke muss endlich anfangen, Spiele zu gewinnen. Nur mit dem in Bremen unsichtbaren Matthew Hoppe als einigermaßen verlässlichem Torschützen (fünf Tore in den vergangenen fünf Spielen) bleibt der Klassenerhalt eine Utopie.

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