Cookie-Einstellungen
Fussball

BVB im Kampf gegen das Vergessen des Holocaust: "Was Sie machen, ist führend in der Welt"

Von SPOX
Hans-Joachim Watzke kämpft mit dem BVB seit Jahren für eine Erinnerungskultur und gegen das Vergessen des Holocaust und seiner Opfer.

Borussia Dortmund erhält für sein seit Jahren engagiertes Auftreten im Kampf gegen Antisemitismus, gegen das Vergessen des Holocaust und für eine dauerhafte Erinnerungskultur auch international hohe Anerkennung.

"Was Sie machen, ist führend in der Welt. Bitte, machen Sie damit weiter und teilen Sie die Fehler, die Sie machen, aber auch die Erfolge", erklärt der Antisemitismusbeauftragte der britischen Regierung Lord John Mann in der neuen Folge der DAZN-Dokumentation "BVB 09 - Who we are", die unter dem Titel "Niemals vergessen" am Internationalen Tag des Gedenkens der Holocaus-Opfer erscheint (27. Januar, ab 18 Uhr auf DAZN).

Der Dortmunder Ansatz sei ein "ehrlicher" und "keine PR-Übung, um den Klub gutaussehen zu lassen. Das ist echte Arbeit mit greifbaren, echten Ergebnissen", sagt Mann, der den BVB im internationalen Fußball in einer Art Vorbildfunktion sieht, deren Beispiel andere Vereine folgen sollten: "Wenn der Fußball sich positioniert und tatsächlich etwas in der Praxis tut, hat das einen riesigen Einfluss."

Das Engagement der Schwarz-Gelben für eine Erinnerungskultur begrenzt sich dabei nicht nur auf Kampagnen. Erst kürzlich spendete der BVB eine Million Euro an die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

"Es war für uns auch mal ein Zeichen, dass wir nicht nur reden, sondern konkret handeln und die Öffentlichkeit durch sowas auch erreichen können", sagt Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dazu: "Du musst es immer in eine Nachhaltigkeit einbetten. Diese einmaligen Aktionen, da bin ich überhaupt kein Freund davon."

BVB-Geschäftsführer Watzke: Yad Vashem? "Es trifft dich voll"

Watzke besuchte die Gedenkstätte in Jerusalem selbst. Eine Erfahrung, die er "niemals missen wolle", denn: "Es trifft dich voll." Auch jener Besuch habe dazu geführt, dass sich der BVB klar positionieren wollte. "Wir sind ein politischer Verein, wir haben eine politische Ausstrahlung auf die Gesellschaft. Aber keine parteipolitische", erklärte Watzke.

Gleiches sagt auch Carsten Kramer, Mitglied der BVB-Geschäftsführung um Watzke. Es sei "unsere volle Überzeugung, dass wir als BVB auch zu gesellschaftlich relevanten Themen Verantwortung übernehmen müssen, dass wir Flagge zeigen müssen."

Grundsätzlich gehe es darum, die Erinnerung auch für nachfolgende Generationen aufrecht zu erhalten, die nicht mehr die Möglichkeit haben werden, mit Holocaust-Überlebenden oder Hinterbliebenen zu sprechen. "Das ist mit einer der Gründe, warum wir uns für und in Yad Vashem engagieren. Dass sichergestellt ist, dass die Erinnerungen so anfassbar und real wie möglich bleiben."

Werbung
Werbung