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Fussball

Schalke: Auch Rönnow und Kabak fraglich - Königsblau mit großen Personalsorgen

SID
Trainer Manuel Baum will mit seinen Spielern hart ins Gericht gehen.

Die Sieglos-Kicker von Schalke 04 stellen die Schießbude der Liga. 28 Gegentore nach neun Spielen sind Bundesligarekord. Jetzt drohen auch noch die wenigen Stützen wegzubrechen.
 

9. Juli 2017, Östgotaparken in Norrköping: Michael Langer steht im Tor des schwedischen Tabellenzweiten und kassiert gegen IF Elfsborg drei Gegentreffer. Es war das bisher letzte Pflichtspiel des mittlerweile 35-Jährigen. Am Sonntag könnte nach fast dreieinhalb Jahren ein weiteres hinzukommen - in der Schießbude der Bundesliga.

Denn beim Krisenklub Schalke 04 droht gegen Bayer Leverkusen auch noch Stammkeeper Frederik Rönnow verletzt auszufallen, seinen Ersatz Ralf Fährmann plagen weiter Knieprobleme. "Wir kämpfen gegen die Zeit an", sagte der leidgeprüfte Trainer Manuel Baum am Freitag. Im Abstiegskampf gehen den seit 25 Bundesligaspielen sieglosen Schalkern die Spieler aus.

Der Österreicher Langer, der sein bislang einziges Bundesligaspiel am 10. März 2007 mit dem VfB Stuttgart gegen den VfL Wolfsburg (0:0) bestritt, ist normalerweise die Nummer drei im Tor der Königsblauen und wird vor allem wegen seiner Rolle in der Kabine geschätzt. "Damit wird man ihm nicht gerecht", meinte Baum, "seine Leistungen im Training sind gut, er macht einen guten Eindruck."

Schalke: Mit dem letzten Aufgebot gegen Leverkusen

Die Torhüternot verschärft die missliche Lage beim Tabellenletzten weiter. Schalke hat nicht nur seit mittlerweile fast elf Monaten kein Ligaspiel mehr gewonnen, seinen schlechtesten Saisonstart in der Bundesligageschichte hingelegt und drei Profis wegen "Egoismus" aus dem Kader geworfen - jetzt melden sich auch noch fast täglich verletzte Spieler ab.

Besonders betroffen ist die Abwehr - die den Negativrekord von Tasmania Berlin (1965/66) mit 28 Gegentoren in den ersten neun Saisonspielen einstellte. Der Chef Salif Sane fällt mit einer Knieverletzung ohnehin aus, Innenverteidiger Ozan Kabak musste wegen Adduktorenproblemen mit dem Training aussetzen, Linksverteidiger Bastian Oczipka fehlte schon beim 1:4 bei Borussia Mönchengladbach wegen muskulärer Probleme. Baum kann "noch nicht sagen, wer auf dem Platz stehen wird und wer nicht".

Wie er mit dem letzten Aufgebot gegen die noch ungeschlagenen Leverkusener die Gegentorflut stoppen will? "Wir müssen mit allem, was wir haben, mit Mann und Maus verteidigen", sagte Baum, dessen Aufgabe von Woche zu Woche schwieriger wird.

Schalke: Auch im Angriff fehlen die Alternativen

Nach dem Gladbach-Spiel mit vier Gegentreffern nach Ballverlusten im Mittelfeld sei er "wirklich traurig und irgendwie verärgert" gewesen, gab der 41-Jährige zu, "da lässt man den Kopf mal hängen nach dem Spiel".

Doch aufgeben will der Ex-Augsburger nicht im nun offiziell ausgerufenen Abstiegskampf, den er lieber Kampf um den Klassenerhalt nennt: "Wir kämpfen ja nicht darum abzusteigen."

Wenn Baum seine Notabwehr zusammengebastelt hat, kann er in der Offensive mit dem Improvisieren weitermachen. Denn die Angreifer Goncalo Paciencia (Knieoperation), Rabbi Matondo (Knieprobleme) und Ahmed Kutucu (krank) stehen ebenso nicht zur Verfügung wie die suspendierten Mittelfeldspieler Amine Harit und Nabil Bentaleb. Und Stürmer Vedad Ibisevic war gleich ganz rausgeworfen worden. Dafür, dass ausgerechnet jetzt die Sieglosserie reißt, gibt es wenig Anzeichen.

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